Ver­rück­te For­scher

Har­vard ver­leiht den „un­wür­di­gen No­bel­preis“für na­he­zu un­nüt­ze Er­kennt­nis­se

Dresdner Neueste Nachrichten - - ERSTE SEITE - VON ALEX­AN­DER DAHL

Den No­bel­preis ken­nen Sie selbst­ver­ständ­lich, vom al­ter­na­ti­ven No­bel­preis, ver­ge­ben für Pro­jek­te ge­gen Ar­mut und Um­welt­zer­stö­rung, ha­ben Sie si­cher auch schon ge­hört. Aber vom „un­wür­di­gen No­bel­preis“? Nun, auch den gibt es. Gen­au­ge­nom­men heißt die Tro­phäe der Us-eli­te­uni­ver­si­tät Har­vard „Ig-no­bel­pri­ce“, wo­bei Ig für „igno­b­le“und da­mit für un­wür­dig steht. Doch ei­gent­lich soll­te er lus­ti­ger No­bel­preis hei­ßen, denn die Prei­se in zehn Ka­te­go­ri­en sol­len laut Uni „erst zum La­chen und dann zum Den­ken an­re­gen“. Am Don­ners­tag wur­den be­reits zum 27. Mal die Preis­trä­ger aus al­ler Welt ge­ehrt.

Den Preis für Wirt­schaft bei­spiels­wei­se er­hielt ein Team (Fo­to), das der Fra­ge nach­ge­gan­gen war, wie sich der Kon­takt mit Kro­ko­di­len auf den Wunsch nach Glücks­spie­len aus­wirkt. Der Preis in der Ka­te­go­rie Frie­den wur­de für die Er­kennt­nis aus­ge­lobt, dass das Spie­len des aus­tra­li­schen In­stru­ments Did­ge­ri­doo Schnar­chen und Schlaf­pro­ble­me ver­hin­dert.

Üb­ri­gens: 2016 gab es ei­nen Preis in der Ka­te­go­rie Che­mie – für die Er­kennt­nis, dass „au­to­ma­tisch elek­tro­me­cha­nisch we­ni­ger Ab­ga­se pro­du­ziert wer­den, wenn Au­tos ge­tes­tet wer­den“. In Deutsch­land wur­de da­für das Wort Die­sel-af­fä­re er­fun­den. Volks­wa­gen ver­zich­te­te auf die An­nah­me des Prei­ses. Über­rascht hat­te das in Har­vard wohl nie­man­den: Dass Deut­sche mit­un­ter et­was hu­mor­los sind, gilt in den USA durch­aus schon län­ger als ge­si­cher­te Er­kennt­nis.

Fo­to: dpa

Mat­t­hew Rock­loff und Nan­cy Gre­er ha­ben ei­nen Spaß-no­bel­preis er­hal­ten.

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