So wird Korn ge­brannt

Dresdner Neueste Nachrichten - - MENSCHEN UND MÄRKTE -

Korn ist et­was Ur­deut­sches. Seit mehr als 500 Jah­ren wird er in Deutsch­land ge­brannt – und fast nur dort. Der Kla­re wird auch als Wei­zen­brand be­zeich­net, weil er aus Ge­trei­de her­ge­stellt wird. Ähn­lich wie Bier un­ter­liegt Korn ei­nem stren­gen Rein­heits­ge­bot: Für die Her­stel­lung dür­fen nur Wei­zen, Rog­gen, Buch­wei­zen, Ha­fer und Gers­te ver­wen­det wer­den. Die meis­ten Korn­brän­de ba­sie­ren auf Rog­gen und Wei­zen.

Das Ge­trei­de wird ge­mah­len und zu­sam­men mit hei­ßem Was­ser ent­steht ein Brei – die so­ge­nann­te Mai­sche. Die­ser wird erst Gers­ten­malz und dann He­fe zu­ge­setzt. Jetzt be­ginnt die Ver­gä­rung zu Al­ko­hol, die bis zu 72 St­un­den dau­ern kann. Der Al­ko­hol ent­weicht in Form von Dampf beim Bren­nen, er wird auf­ge­fan­gen, ab­ge­kühlt und schritt­wei­se ge­rei­nigt, bis ein Fein­de­stil­lat mit 85 Pro­zent Al­ko­hol ent­steht. An­schlie­ßend wird es mit Was­ser ver­dünnt, bis ent­we­der ein Korn mit 32 Pro­zent Al­ko­hol oder ein Dop­pel- oder Edel­korn mit 37,5 Pro­zent ent­steht.

Zur Ve­re­de­lung wird der Korn an­schlie­ßend ein­ge­la­gert: In Edel­stahl­tanks, Ei­chen­holz- oder Ton­fäs­sern ruht der Brand meist meh­re­re Mo­na­te lang. Mehr Ge­schmacks­ver­ed­lung ist nicht er­laubt. Nach dem Rein­heits­ge­bot dür­fen dem Korn kei­ne Ge­wür­ze, Aro­men oder Farb­stof­fe zu­ge­setzt wer­den. ang

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