Schau­burg-sa­nie­rung ver­zö­gert sich

Der Um­bau der Schau­burg geht gut vor­an / Er­öff­nungs­ter­min aber nicht zu hal­ten

Dresdner Neueste Nachrichten - - ERSTE SEITE - VON CHRIS­TI­AN RUF

DRES­DEN. Die Sa­ni­e­rong der Dresd­ner „Schao­borg“ver­zö­gert sich: Der

15. Ok­to­ber ist als Wie­der­er­öff­nongs-ter­min nicht mehr zo hal­ten, räom­te Schao­borg-chef Ste­fan Os­ter­tag ein. Den­noch will er an die­sem TAG den 90. Ge­borts­tag des Film­thea­ters fei­ern.

Die Bau­bran­che boomt in Deutsch­land – und ge­nau das macht der Schau­burg ein biss­chen zu schaf­fen. „Die Be­stell­fris­ten für ei­ni­ge Ma­te­ria­li­en sind mitt­ler­wei­le enorm“, mein­te ges­tern Schau­burg-chef Ste­fan Os­ter­tag, der zu­dem flachs­te, es sei fast wie zu Ddr-zei­ten, als man auf den be­stell­ten Tra­bant auch „ein biss­chen“war­ten muss­te. Aber das ist nicht der Grund, wes­halb der an­vi­sier­te Er­öff­nungs­ter­min am 15. Ok­to­ber nicht zu hal­ten ist. Es dau­ert eben, wenn ein Film­thea­ter­bau, der 90 Jah­re auf dem Bu­ckel hat und nur ge­le­gent­lich auf­ge­hüb­scht wur­de, nun nicht nur grund­le­gend sa­niert, son­dern um­fas­send er­wei­tert wird.

Was ur­sprüng­lich 1927 mal mit ei­nem Saal mit ei­nem Fas­sungs­ver­mö­gen von knapp 1000 Sitz­plät­zen be­gann und dann 1994 in drei Sä­le auf­ge­split­tet wur­de, wird nun – nen­nen wir das Ding beim Na­men – zum „Mul­ti­plex“. Die neue Schau­burg wird fünf Sä­le ha­ben! Ein Saal wird wie schon der Lang-saal un­ter­ir­disch sein, wo­für der In­nen­hof um­ge­gra­ben wer­den muss, ein wei­te­rer mit rund 160 Plät­zen wird ganz oben zu fin­den sein. Um ihn ein­zu­bau­en, muss­te ein Drit­tel des Dachs ab­ge­deckt wer­den – das dann der Som­mer so mies wer­den wür­de, war nicht ab­zu­se­hen, aber we­nigs­tens ge­lang es, „das Was- ser drau­ßen zu hal­ten“, wie Os­ter­tag er­klär­te. Ei­nem Teil der Schau­burg wur­de al­so re­gel­recht ein Dach­ge­schoss auf­ge­setzt, das sich auch op­tisch ab­he­ben wird – und zwar so­wohl farb­lich als auch vom Ma­te­ri­al her. An­ge­dacht ist ei­ne zwei­scha­li­ge Me­tall­ver­klei­dung, wie Ben­ja­min Grill und Hen­drik Ne­u­mann von „G.n.b.h.“-ar­chi­tek­ten mit­teil­ten.

In al­len Sä­len wer­den die Ab­stän­de zwi­schen den Sitz­rei­hen grö­ßer sein als bis­her, ent­spre­chend wird der Ser­gio Leo­ne“-saal zwar im­mer noch der größ­te Saal blei­ben, aber ei­nen Tick we­ni­ger Plät­ze bie­ten. Ne­ben dem Lang-saal wird noch und ein wei­te­rer Saal so ein­ge­rich­tet, dass es mög­lich ist, 3D-fil­me ab­zu­spie­len. Da ge­he das Ki­no ein biss­chen mit der Zeit, auch wenn die Er­fah­rung leh­re, dass „es vie­le El­tern in der Neu­stadt zu schät­zen wis­sen, dass in der Schau­burg Fil­me ein­fach 2D ge­spielt wer­den“, wie Os­ter­tag mit­teil­te. Über­haupt wird das bis­her vom Pro­gramm­ki­no do­mi­nier­te Kon­zept weit­ge­hend bei­be­hal­ten, wie er zu­dem ver­si­cher­te. Al­le Sä­le be­kom­men ei­ne ge­fal­te­te Wand­be­span­nung, nur beim gro­ßen Ser­gio-leo­ne-saal hat man sich für ei­ne glat­te Wand­be­span­nung ent­schie­den. Als Stoff wur­de Samt ge­wählt, das ist gut für die Akus­tik. In je­dem Saal ist die Wand­be­span­nung an­ders­far­big, im Fritz-lan­gSaal bei­spiels­wei­se grün.

Auch bei der Farb­ge­stal­tung au­ßen wie in­nen im Foy­er gibt es Neu­ig­kei­ten zu ver­mel­den. Mög­lichst nah ans Ori­gi­nal soll­te es ge­hen – im­mer in Ab­stim­mung mit den Be­hör­den, et­wa dem Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge. Und mag der Er­öff­nungs­ter­min nicht zu hal­ten sein, bei den Kos­ten, die sich „im nied­ri­gen sie­ben­stel­li­gen Be­reich“be­we­gen, lie­ge der Bau im Plan. Gleich­wohl wird der Ge­burts­tag der Schau­burg am 15. Ok­to­ber we­nigs­tens ein biss­chen ge­fei­ert. Es gibt Füh­run­gen um 15, 16 und 17 Uhr, ei­ne klei­ne Aus­stel­lung im Foy­er und auf die Bau­ge­rüst­hül­len sol­len Kurz­fil­me pro­ji­ziert wer­den.

Fo­tos: Dietrich Flecht­ner

Un­ge­wöhn­li­cher Blick zur Lein­wand: Auch der Ser­gio-leo­ne-saal wird um­ge­stal­tet, die Ar­chi­tek­ten ha­ben sich für die Be­su­cher et­was ein­fal­len las­sen.

Schau­burg-chef Ste­fan Os­ter­tag (Mi.) mit den Ar­chi­tek­ten Ben­ja­min Grill (li.) und Hen­drik Ne­u­mann.

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