Sechs Ohr­d­ru­fer Wolfs­misch­lin­ge wer­den ge­tö­tet

Ar­ten­schutz erllubt Kreu­zung lus Wolf unr Hunr nicht

Dresdner Neueste Nachrichten - - SACHSEN UND MITTELDEUTSCHLAND - VON DIRK LÖHR

ER­FURT/OHR­D­RUF. Die Wöl­fin auf dem Ohr­d­ru­fer Trup­pen­übungs­platz (Land­kreis Go­tha) ist nicht mehr al­lein un­ter­wegs. Sie wer­de auf ih­ren Streif­zü­gen von sechs Jung­tie­ren be­glei­tet, teil­te das Thü­rin­ger Um­welt­mi­nis­te­ri­um ges­tern in Er­furt mit. Das ha­be die Aus­wer­tung von Auf­nah­men aus Fo­to­fal­len er­ge­ben. Bei den Nach­kom­men han­de­le es sich nach In­for­ma­ti­on der Do­ku­men­ta­ti­ons- und Be­ra­tungs­stel­le des Bun­des zum The­ma Wolf (DBBW) zwei­fels­frei um Hy­bri­de, al­so ei­ne Kreu­zung aus Wolf und Haus­hund. Die vier weib­li­chen und zwei männ­li­chen Jung­tie­re wür­den auf ein Al­ter von et­wa fünf Mo­na­ten ge­schätzt.

Nach Rück­spra­che mit den Ex­per­ten der DBBW wer­de nun die Tö­tung der Wel­pen vor­be­rei­tet. Die Emp­feh­lung der Ex­per­ten sei ein­deu­tig; aus Ar­ten­schutz­grün­den müss­ten die Jung­tie­re „aus der Na­tur ent­nom­men wer­den“, hieß es aus dem Mi­nis­te­ri­um. Nur so kön­ne die Wild­tier­po­pu­la­ti­on Wolf vor dem Ein­drin­gen von Haus­hund-ge­nen ge­schützt wer­den. Da der Ak­ti­ons­ra­di­us der Tie­re schnell wach­se und sie be­reits im Win­ter ge­schlechts­reif wür­den – und dann auch ei­ge­ne Re­vie­re such­ten – müs­se mög­lichst schnell ge­han­delt wer­den.

Ein Be­täu­ben der Tie­re und ihr Trans­port in ein Ge­he­ge sei aus Sicht der DBBW kei­ne tier­schutz­ge­rech­te Al­ter­na­ti­ve. Er­fah­run­gen aus Sach­sen zeig­ten, dass die dort ge­fan­ge­nen Hy­bridwel­pen sehr un­ter der Ge­he­ge-hal­tung ge­lit­ten hät­ten, recht­fer­tig­te Thü­rin­gens obers­te Na­tur­schutz­be­hör­de die ge­plan­te Tö­tung.

Bis­her wur­den 65 Scha­fe und 14 Zie­gen ge­ris­sen

Seit An­fang Ju­li 2017 hat­ten sich die Über­grif­fe auf Nutz­tie­re rund um den Stand­ort­übungs­platz Ohr­d­ruf ge­häuft. Ins­ge­samt sei­en dort in­zwi­schen 65 Scha­fe und 14 Zie­gen ge­ris­sen wor­den oder muss­ten nach den Atta­cken not­ge­tö­tet wer­den. In zwei von 13 Fäl­len konn­te nach Mi­nis­te­ri­ums­an­ga­ben die Ohr­d­ru­fer Wöl­fin mit­tels Dna-ana­ly­se ein­deu­tig als Ver­ur­sa­che­rin nach­ge­wie­sen wer­den. In den ver­gan­gen Wo­chen hat­ten Schä­fer und Land Lö­sun­gen für ei­ne ei­nen bes­se­ren Schutz der Her­den ver­ab­re­det. So ha­be das Um­welt­mi­nis­te­ri­um den Schä­fern kos­ten­los meh­re­re Zaun-sets leih­wei­se zur Ver­fü­gung ge­stellt. Dar­über hin­aus be­wach­ten seit we­ni­gen Ta­gen an­ge­mie­te­te Her­den­schutz­hun­de die Scha­fe in der Nacht, so die Lan­des­be­hör­de. Die Thü­rin­ger CDU for­der­te, recht­li­che Grund­la­gen zur Re­gu­lie­rung von Wolfs­be­stän­den zu schaf­fen. Das sei nö­tig, „be­vor un­be­herrsch­ba­re Si­tua­tio­nen ent­ste­hen“, sag­te der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der Land­tags­frak­ti­on, Egon Pri­mas.

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