Pro und Con­tra zu Pe­trys neu­er Par­tei

Wur­lit­zer steht rl­hin­ter, Droese nennt sie „Tot­ge­burt“

Dresdner Neueste Nachrichten - - SACHSEN UND MITTELDEUTSCHLAND - VON ANDRE­AS DEBSKI

DRES­DEN. Sach­sens Ex-afd-ge­ne­ral­se­kre­tär Uwe Wur­lit­zer be­stä­tig­te ges­tern in­di­rekt ei­nen ge­plan­ten Ein­tritt in die neue „Blaue Par­tei“von Ex-afd-che­fin Frau­ke Pe­try. Wur­lit­zer be­ton­te aber: „Ich bin noch kein Mit­glied.“Zugleich nann­te er die Par­tei­grün­dung ei­ne „lo­gi­sche Kon­se­quenz“– um po­li­tisch ar­bei­ten zu kön­nen, brau­che man ei­ne Par­tei. „Mein Ziel bleibt, ei­ne Ko­ali­ti­ons­und Re­gie­rungs­fä­hig­keit an­zu­stre­ben“, er­klär­te Wur­lit­zer, der als Ver­trau­ter von Frau­ke Pe­try gilt und im säch­si­schen Land­tag als frak­ti­ons­lo­ser Ab­ge­ord­ne­ter ne­ben ihr sitzt.

Frau­ke Pe­try will mit ei­ner neu­en „Blau­en Par­tei“kon­ser­va­ti­ve Wäh­ler des rech­ten Par­tei­spek­trums für sich ge­win­nen. In den kom­men­den Mo­na­ten will sie das Bür­ger­fo­rum ’Blaue Wen­de’ vor­stel­len, „in dem man sich mit und oh­ne Par­tei­buch un­ab­hän­gig von der Far­be en­ga­gie­ren kann“, sag­te Pe­try im In­ter­view mit dem Re­dak­ti­ons­Netz­werk Deutsch­land (RND).

Äu­ßerst skep­tisch sieht Sach­sens AFDLan­des­vi­ze Sieg­bert Droese das Vor­ha­ben. Er be­zeich­net die neue Pe­try-par­tei als „Tot­ge­burt“. Ak­tu­ell wür­den die Blau­en zwar von der Noch-po­pu­la­ri­tät der ab­ge­tre­te­nen Afd-che­fin ge­tra­gen, so Droese, doch mit­tel­fris­tig wer­de die Nach­fra­ge sin­ken, zu­mal es kei­nen „pro­gram­ma­ti­schen Mar­ken­kern“ge­be. Der Neu-bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te be­stä­tig­te, dass die Pe­try-plä­ne zu ei­ner Par­tei­grün­dung „schon län­ger zu spü­ren“ge­we­sen sei­en. „Sie hat­te kei­ne Mehr­heit mehr für sich in der AFD – so­wohl im Bund als auch in Sach­sen“, stell­te Sieg­bert Droese klar.

Wie er stell­te auch Chris­toph Ne­u­mann, eben­falls neu­er Afd-bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter aus Leip­zig, Pe­trys Glaub­wür­dig­keit in­fra­ge. „Die Wäh­ler ha­ben AFD ge­wählt und er­war­ten, dass ich da­für in den Bun­des­tag ge­he. Al­les an­de­re ist Be­trug am Wäh­ler, ist Ver­rat“, sag­te Ne­u­mann mit Blick auf den Rück­zug der ehe­ma­li­gen Par­tei­che­fin nach der Bun­des­tags­wahl.

Wur­lit­zer dürf­te da­ge­gen beim Auf­bau der neu­en Par­tei – wie be­reits bei der säch­si­schen AFD – ei­ne maß­geb­li­che Rol­le zu­kom­men. Auch das Ehe­paar Mus­ter ge­hört zu Pe­trys Ba­sis in Sach­sen. Kirs­ten Mus­ter ist wie Pe­try aus der Afd-frak­ti­on aus­ge­tre­ten, Micha­el Mus­ter ist Pe­trys ju­ris­ti­scher Be­ra­ter und soll die neue Par­tei an­ge­mel­det ha­ben.

Uwe Wur­lit­zer

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