Dsc-vol­ley­bal­le­rin­nen star­ten mit Ti­tel­am­bi­tio­nen

Dsc-vol­ley­bal­le­rin­nen star­ten mor­gen Abend in Pots­dam in die neue Bun­des­li­ga­sai­son

Dresdner Neueste Nachrichten - - ERSTE SEITE - VON AS­TRID HOF­MANN

DRES­DEN. Ka­pi­tän Myr­the Schoot macht aus ih­ren Ge­füh­len kei­nen Hehl: „So ei­ne Sai­son wie die ver­gan­ge­ne möch­te ich nicht noch ein­mal er­le­ben. Ich will nicht wie­der Drit­ter wer­den. Da bin ich in Dres­den mit drei Meis­ter­ti­teln und ei­nem Po­kal­sieg schon ein biss­chen ver­wöhnt“, sagt die nie­der­län­di­sche Na­tio­nal­spie­le­rin vorm Start ih­rer Dsc-vol­ley­bal­le­rin­nen in die neue Sai­son. Aber das Gu­te sei, nun ha­be man wie­der was zu ge­win­nen. Dar­in sieht die 29-jäh­ri­ge Li­be­ra, die in Dres­den schon in ih­re sechs­te Sai­son geht und sich hier in­zwi­schen ganz zu Hau­se fühlt, ei­ne gro­ße Mo­ti­va­ti­on.

Ob­wohl die frisch ge­ba­cke­ne Vi­ze-eu­ro­pa­meis­te­rin erst vor we­ni­gen Ta­gen zur Mann­schaft stieß, hat sie so­fort ein „rich­tig gu­tes Ge­fühl“. Ehr­gei­zig, hung­rig auf Er­folg sei­en die Mä­dels, sie wür­den hart ar­bei­ten und viel Ener­gie ver­sprü­hen, fin­det Schoot und be­tont, wie warm und herz­lich sie von al­len auf­ge­nom­men wur­de. Der Te­am­geist scheint al­so be­reits zu Be­ginn der Sai­son zu stim­men. Und die Mi­schung auch. Mit zehn Ab­gän­gen – üb­ri­gens dies­mal fast al­le vom Ver­ein ge­wollt – und acht Neu­zu­gän­gen hat Trai­ner Alex­an­der Waibl ei­nen Um­bruch im Ka­der for­ciert.

Auf­fäl­lig ist, dass er vor al­lem jun­ge, ta­len­tier­te Spie­le­rin­nen mit viel Po­ten­zi­al an die El­be lock­te. Der Al­ters­durch­schnitt liegt in die­sem Jahr bei nicht mal 23 Jah­ren (22,8). Mit den meis­ten von ih­nen lie­ßen sich Zwei­jah­res­ver­trä­ge ab­schlie­ßen. „Wir woll­ten mehr Kon­ti­nui­tät, län­ger­fris­tig mit den Mä­dels ar­bei­ten“, er­läu­tert der Chef­coach die Phi­lo­so­phie. Im 13-er Auf­ge­bot sind Spie­le­rin­nen aus acht Na­tio­nen ver­tre­ten. Al­len Zweif­lern und Kri­ti­kern zum Trotz hat er da­bei auch die Frak­ti­on der Schmet­ter­lin­ge ver­grö­ßert, die ihr Vol­ley­ball-abc in der haus­ei­ge­nen Ta­len­te­schmie­de er­lern­ten. Zu den ge­stan­de­nen Ma­re­en Apitz und Kat­ha­ri­na Schwa­be ge­sell­ten sich mit Bar­ba­ra We­z­or­ke, Mi­chel­le Pet­ter und der 17-jäh­ri­gen Ri­ca Maa­se, die den di­rek­ten Sprung vom Nach­wuchs- zum Erst­li­ga­team schaff­te, drei wei­te­re ehe­ma­li­ge Vco-ath­le­tin­nen. Na­tür­lich wird es Ge­duld brau­chen für die wei­te­re Ent­wick­lung die­ser Ta­len­te. Vom Po­ten­zi­al, das in ih­nen steckt, ist der Coach über­zeugt. Wie beim ge­sam­ten Team. Schon die Vor­be­rei­tung hat dies an­ge­deu­tet. Mit ei­nem Sieg beim Tur­nier in Po­len ab­sol­vier­te die neu­for­mier­te Mann­schaft ei­ne her­vor­ra­gen­de Ge­ne­ral­pro­be. Mit der fin­ni­schen Dia­go­nal­an­grei­fe­rin Piia Kor­ho­nen wur­de ei­ne Dsc­spie­le­rin als MVP des ge­sam­ten Wett­be­werbs aus­ge­zeich­net. Mit der 20-Jäh­ri­gen scheint dem Trai­ner ein Glücks­griff ge­lun­gen zu sein. Die neu­en Mit­tel­blo­cke­rin­nen Iva­na Mrdak und Sa­sa Plan­in­sec zeig­ten, dass die Dresd­ne­rin­nen auf der Mit­te durch­schlags­kräf­ti­ger sind. Und mit Zu­spie­le­rin Ma­di­son Bugg, die ne­ben Ma­re­en Apitz die Fä­den im Spiel zie­hen soll, dürf­te der Vor­jah­res­drit­te noch we­ni­ger aus­re­chen­bar sein als bis­her.

Ei­nen Qua­li­täts­sprung hat es aber auch im Trai­ner­team ge­ge­ben. Mit dem ita­lie­ni­schen Co-trai­ner Andrea Eba­na und dem slo­we­ni­schen Ath­le­tik-coach Goran Mla­de­nic hat Waibl Un­ter­stüt­zung von zwei fach­lich ver­sier­ten, un­heim­lich en­ga­gier­ten und er­fah­re­nen Ex­per­ten be­kom­men. „Die Ar­beit mit ih­nen macht su­per Spaß. Es passt her­vor­ra­gend, auch mensch­lich“, schwärmt der Chef, der aber kei­nes­falls die an­de­ren bei­den un­ter­schla­gen möch­te. „Till Mül­ler ge­hört schon lan­ge zum Team, ab­sol­viert seit ver­gan­ge­ner Sai­son den Trans­fer vom Scout zum Co­trai­ner sehr er­folg­reich. Nicht zu­letzt un­ter­stützt uns auch der un­ver­wüst­li­che Uli Rath noch zwei­mal in der Wo­che.“

Bei al­len ist in den letz­ten Ta­gen die Vor­freu­de auf die neue Spiel­zeit zu spü­ren ge­we­sen. „Auch bei mir krib­belt es wie­der, ob­wohl man nach so vie­len Jah­ren et­was ge­las­se­ner an die Sa­che her­an­geht. Denn man hat ja schon vie­les er­lebt und man weiß, dass man selbst nach manch schwie­ri­gem Sai­son­start mit har­ter Ar­beit am En­de zum Ziel kommt“, weiß Waibl. Und dass die­ses Ziel „Meis­ter­ti­tel“heißt, dar­an lässt der 49-Jäh­ri­ge kei­nen Zwei­fel. Die Kon­kur­ren­ten im Kampf um die Scha­le sei­en im We­sent­li­chen die alt­be­kann­ten. Ne­ben Ti­tel­ver­tei­di­ger Schwe­rin zählt der dienst­äl­tes­te Bun­des­li­ga-trai­ner na­tür­lich auch Stutt­gart so­wie Vils­bi­burg da­zu.

Auch Auf­takt­geg­ner Pots­dam (Sonn­abend, 19 Uhr) will er nicht au­ßer Acht las­sen. „Das ist ein Kon­kur­rent, mit dem wir in den letz­ten Jah­ren im­mer zu kämp­fen hat­ten und der uns gleich viel ab­ver­lan­gen wird. Ein Spa­zier­gang ist al­so dort nicht zu er­war­ten. Wenn wir je­doch an die Leis­tun­gen an­knüp­fen kön­nen, die wir zu­letzt in der Vor­be­rei­tung ge­zeigt ha­ben, dann kön­nen wir dort ge­win­nen“, hofft der Chef auf ei­nen gu­ten Start. Da­bei muss er noch auf Ri­ca Maa­se (Bän­der­ver­let­zung), Do­mi­ni­ka Stru­mi­lo (Rü­cken­pro­ble­me) und wohl auch auf Mar­rit Jas­per (im Trai­ning um­ge­knickt) ver­zich­ten.

Fo­tos (2): Mat­thi­as Riet­schel

Das DSC-TEAM 2017/18: hin­te­re Rei­he von links: Do­mi­ni­ka Stru­mi­lo, Iva­na Mrdak, Piia Kor­ho­nen, Eva Ho­da­no­va, Ri­ca Maa­se, Bar­ba­ra We­z­or­ke, mitt­le­re Rei­he von links: Mas­kott­chen Bur­ny, Sa­sa Plan­in­sec, Ma­re­en Apitz, Mi­chel­le Pet­ter, Kat­ha­ri­na Schwa­be, Ma­di­son Bugg, Trai­ner Alex­an­der Waibl, Ge­schäfts­füh­re­rin San­dra Zim­mer­mann, vor­de­re Rei­he von links: Ath­le­tik­trai­ner Goran Mla­de­nic, Phy­sio­the­ra­peut Chris­toph Hart­mann, Phy­sio­the­ra­peut Mar­cus Hip­pe, Scout Till Mül­ler, Co-trai­ner Andrea Eba­na.

Will mit dem DSC wie­der wei­ter nach oben: Trai­ner Alex­an­der Waibl.

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