Wa­shing­ton ver­lässt die Unesco

USA und Is­r2el wer­fen der Be­hör­de 2nti­is­r2e­li­sche Ten­den­zen vor

Dresdner Neueste Nachrichten - - BLICKPUNKT - VON NA­TA­LIE SCHUPP

WA­SHING­TON. Die USA zie­hen sich aus der Unesco zu­rück. Grund für den Rück­zug aus der Kul­tur- und Bil­dungs­be­hör­de der Ver­ein­ten Na­tio­nen sei­en die an­ti­is­rae­li­sche Vor­ein­ge­nom­men­heit und die Not­wen­dig­keit ei­ner „grund­sätz­li­chen Re­form“der Or­ga­ni­sa­ti­on, teil­te das USAu­ßen­mi­nis­te­ri­um am Don­ners­tag mit. Man ha­be die schei­den­de Unesco-di­rek­to­rin Iri­na Bo­ko­wa über die Ent­schei­dung in­for­miert. Die USA woll­ten ei­nen Sta­tus als „dau­er­haf­ter Be­ob­ach­ter“ein­neh­men. Am Abend kün­dig­te auch die Re­gie­rung Is­ra­els an, aus der Un-or­ga­ni­sa­ti­on aus­zu­tre­ten.

Der über­ra­schen­den Be­kannt­ga­be der bei­den Staa­ten vor­her­ge­gan­gen war ein Streit über die Unesco-mit­glied­schaft der pa­läs­ti­nen­si­schen Au­to­no­mie­be­hör­de. Aus Us-re­gie­rungs­krei­sen ver­lau­te­te, die USA sei­en deut­lich ver­är­gert we­gen Unesco-re­so­lu­tio­nen, die jü­di­sche Ver­bin­dun­gen zu hei­li­gen Stät­ten ver­leug­ne­ten. Auch Ver­wei­se auf Is­ra­el als Be­sat­zungs­macht sorg­ten für Är­ger. „Die Unesco ist zu ei­nem Schlacht­feld für die öf­fent­li­che Be­schimp­fung Is­ra­els ge­wor­den und hat ih­re wah­re Rol­le und ih­re wah­ren Zie­le ver­nach­läs­sigt“, sag­te Is­ra­els Un-bot­schaf­ter Dan­ny Da­non am Don­ners­tag in New York nach ei­ner Mit­tei­lung. Der Rück­zug der USA sei ein „Wen­de­punkt“.

Nach An­ga­ben des Us-au­ßen­mi­nis­te­ri­ums wird der Rück­zug am 31. De­zem­ber 2018 in Kraft tre­ten. Aus Us-re­gie­rungs­krei­sen ver­lau­te­te, Au­ßen­mi­nis­ter Rex Til­ler­son ha­be die Ent­schei­dung ge­trof­fen. Sie sei nicht mit an­de­ren Län­dern be­spro­chen wor­den.

Die USA hat­ten ih­re Bei­trags­zah­lun­gen an die Unesco be­reits 2011 aus­ge­setzt, nach­dem die Or­ga­ni­sa­ti­on für den Bei­tritt der Pa­läs­ti­nen­ser­be­hör­de ge­stimmt hat­te. Da­durch sind die USA der­zeit mit rund 550 Mil­lio­nen Dol­lar im Zah­lungs­rück­stand. Sie un­ter­hiel­ten aber wei­ter­hin ein Bü­ro bei der Unesco in Pa­ris.

Vie­le be­trach­te­ten die Ab­stim­mung für ei­ne Auf­nah­me Pa­läs­ti­nas als Be­weis für an­ti­is­rae­li­sche Vor­ein­ge­nom­men­heit in­ner­halb der Ver­ein­ten Na­tio­nen. Die Unesco ist vor al­lem für ihr Welt­kul­tur­er­be-pro­gramm be­kannt, mit dem sie kul­tu­rel­le Stät­ten und Tra­di­tio­nen welt­weit schüt­zen will.

Die Unesco-ge­ne­ral­se­kre­tä­rin Iri­na Bo­ko­wa be­zeich­ne­te den Schritt der Us­re­gie­rung als „sehr be­dau­er­lich“. Sie er­in­ner­te an die lang­jäh­ri­ge en­ge Part­ner­schaft mit den USA. In den USA be­fin­den sich den An­ga­ben nach 23 Unesco­welt­er­be­stät­ten.

Die neue Vor­sit­zen­de der SPD-BUN­des­tags­frak­ti­on, Andrea Nah­les, kri­ti­sier­te die An­kün­di­gung der USA. Mit dem Aus­tritt aus der Unesco er­wei­se die Trump-ad­mi­nis­tra­ti­on dem Frie­den kei­nen Di­enst, er­klär­te sie in Ber­lin: „Prä­si­dent Trump führt die USA im­mer wei­ter in die Iso­la­ti­on.“

Die USA hat­ten sich be­reits in den 1980er-jah­ren aus der Unesco ver­ab­schie­det, weil Wa­shing­ton sie als schlecht ver­wal­tet und po­li­ti­sches Werk­zeug ih­rer Geg­ner be­trach­te­te. 2003 trat das Land der Un-or­ga­ni­sa­ti­on dann je­doch wie­der bei.

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