Ra­de­beuls La­ter­nen sol­len nachts wie­der leuch­ten

S0ch­sens EX-DGB-CHEF schenkt der St0dt ein W0ld­grund­stück ober­h0lb der Ter­r0s­sen­str0­ße

Dresdner Neueste Nachrichten - - ERSTE SEITE - VON SIL­VIO KUHNERT

RADEBEUL. „Si­cher le­ben“– un­ter die­ses Mot­to stellt die Cdu-stadt­rats­frak­ti­on in Radebeul ih­re For­de­rung, die Nacht­ab­schal­tung von La­ter­nen zu be­en­den. Au­ßer­dem soll die Lößnitz­stadt wie­der ein ei­ge­nes Po­li­zei­re­vier er­hal­ten.

RADEBEUL. Ein Wald­grund­stück ober­halb der Ter­ras­sen­stra­ße ge­hört jetzt der Stadt Radebeul. Das klingt erst ein­mal nicht spek­ta­ku­lär. Je­doch hat der rund 9800 Qua­drat­me­ter gro­ße Fle­cken am Hang Ge­schich­te. „Die­ses Grund­stück ist Teil des ehe­ma­li­gen Parks des An­we­sens der Fa­mi­lie Gold­schmidt“, klärt Han­jo Lu­cas­sen, frü­her Chef des Deut­schen Ge­werk­schafts­bun­des (DGB) in Sach­sen, auf. Ihm ge­hör­te bis ges­tern das Are­al. Mit sei­ner Un­ter­schrift beim No­tar wur­de die Schen­kung an die Stadt Radebeul be­sie­gelt.

Wer durch den Busch streift, kann Res­te von Trep­pen­an­la­gen und Ter­ras­sen ent­de­cken. „Es sind so­gar noch Frag­men­te ei­nes Spring­brun­nens zu er­ken­nen“, sag- te Lu­cas­sen. Das Are­al war einst Be­stand­teil des ehe­mals kö­nig­li­chen Eck­bergs. En­de des 19. Jahr­hun­derts ging das aus­ge­dehn­te Wein­berg­grund­stück in den Be­sitz der Ber­li­ner Ban­kiers­fa­mi­lie Gold­schmidt über, die es als Som­mer­sitz nutz­ten, die Gold­schmidt-vil­la bau­te und ei­nen Park mit exo­ti­schen Ge­wäch­sen an­le­gen ließ. Ei­ni­ge die­ser Pflan­zen sei­en in dem Wald noch vor­han­den, so Lu­cas­sen. Nach der Macht­er­grei­fung der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten wur­de die Fa­mi­lie ver­folgt und all ihr Hab und Gut ge­raubt. Gold­schmidts schaff­ten es Mit­te der 1930er Jah­re nach Frank­reich zu flie­hen. In den 1950er Jah­ren über­nahm die DDR-GE­werk­schaft FDGB Vil­la und Grund­stück. Nach der Wen­de ver­such­te der DGB in dem Ge­bäu­de ei­ne Bil­dungs­stät­te zu ins- tal­lie­ren. Da sich aber die Klä­rung der Ei­gen­tums­ver­hält­nis­se in die Län­ge zog, schau­te sich der Ge­werk­schafts­bund nach ei­nem an­de­ren Ob­jekt um. Lu­cas­sen er­warb ein Ge­bäu­de an der Ter­ras­sen­stra­ße so­wie ein Stück des Wal­des. Da sein Le­bens­mit­tel­punkt jetzt in Wis­mar liegt, hat er das Wohn­haus ver­kauft und den Wald der Stadt ge­schenkt.

Die Lößnitz­stadt möch­te dem­nächst mit Wald­pfle­ge­ar­bei­ten be­gin­nen, wie OB Bert Wend­sche (par­tei­los) in­for­mier­te. Da der Kom­mu­ne be­reits der Wein­berg und ein Wald­grund­stück links und rechts des eins­ti­gen Par­kes ge­hört, run­det das Ge­schenk das städ­ti­sche Ei­gen­tum ab. Es er­öff­net zu­dem neue Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten für die be­nach­bar­ten Wein­ter­ras­sen und von Wan­der­we­gen.

Foto: S. Kuhnert

Mit ih­ren Un­ter­schrif­ten be­sie­geln Han­jo Lu­cas­sen und OB Bert Wend­sche (r.) die Schen­kung ei­nes Wald­grund­stücks mit Ge­schich­te an die Stadt Radebeul.

Foto: Pe­ters

Chris­ti­an Sa­cher und der Stifter der Ge­denk­ta­fel Ma­thi­as Claus (r.).

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.