Re­for­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um kos­tet über sechs Mil­lio­nen Eu­ro mehr

Dresdner Neueste Nachrichten - - SACHSEN UND MITTELDEUTSCHLAND -

WIT­TEN­BERG. Das 500-jäh­ri­ge Re­for­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um in die­sem Jahr kommt die Evan­ge­li­sche Kir­che in Deutsch­land (EKD) weit­aus teu­rer zu ste­hen als ge­plant. Der Etat von 30 Mil­lio­nen Eu­ro reicht nicht, wei­te­re 6,5 Mil­lio­nen Eu­ro wer­den nö­tig. Vor al­lem das Fest­wo­chen­en­de in Wit­ten­berg ver­ur­sach­te hö­he­re Kos­ten. Wei­te­re 3,5 Mil­lio­nen Eu­ro sind für Son­der­aus­ga­ben ein­kal­ku­liert.

Für die Mehr­aus­ga­ben nann­te die EKD vor al­lem zwei Grün­de. Ers­tens: Deut­lich ge­stie­ge­ne Si­cher­heits­maß­nah­men an­ge­sichts grö­ße­rer Ter­ror­be­dro­hung. Zwei­tens: Aus­ge­blie­be­ne Ein­nah­men. Sie re­sul­tie­ren vor al­lem aus Fehl­kal­ku­la­tio­nen bei den Be­su­cher­zah­len und Kar­ten­ver­käu­fen. So blieb die Welt­aus­stel­lung Re­for­ma­ti­on in Wit­ten­berg mit knapp 300 000 Be­su­chern hin­ter den Pro­gno­sen zu­rück. Auch die sechs mit­tel­deut­schen „Kir­chen­ta­ge auf dem Weg“ so­wie das Fest­wo­chen­en­de En­de Mai in Wit­ten­berg ver­fehl­ten klar die er­war­te­ten Teil­neh­mer­zah­len.

Die gu­te Nach­richt für die Lan­des­kir­chen: Die Mehr­kos­ten blei­ben nicht an ih­nen hän­gen. Das De­fi­zit soll kom­plett aus den Ekd-rück­la­gen (der­zeit 80 Mil­lio­nen Eu­ro) fi­nan­ziert wer­den. Ei­ne Aus­sa­ge über Ge­samt­kos­ten für das Ju­bi­lä­ums­jahr oder gar die ge­sam­te Re­for­ma­ti­ons­de­ka­de seit 2008 ist da­ge­gen of­fen. Laut ei­nem Be­richt der „West­deut­schen All­ge­mei­nen Zei­tung“ge­hen gro­be Schät­zun­gen von 250 Mil­lio­nen Eu­ro aus.

Trotz­dem sieht die EKD kei­nen Grund zur Kri­tik. „Ich wür­de die­se Fi­nan­zie­rung, wie ich dies auch im Un­ter­neh­men tun wür­de, nicht Kos­ten nen­nen wol­len“, sag­te Ekd-rats­mit­glied Andre­as Bar­ner, „son­dern ei­ne be­wuss­te In­ves­ti­ti­on in die Sicht­bar­ma­chung der Kir­che, in die Sicht­bar­ma­chung des christ­li­chen Glau­bens“.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.