Der Herr der Sch­lin­ge

Dresdner Neueste Nachrichten - - MEDIEN - VON NI­NA MAY

Man stel­le sich den Chef ei­nes Strea­m­ing­por­tals als Gol­lum vor. „Mein Schatzzz“, zischt er und rauft sich die we­ni­gen noch ver­blei­ben­den Haa­re. All die ge­müt­li­chen Hob­bits wol­len sich beim Bin­ge­watching amü­sie­ren. Von wah­ren Aben­teu­ern ha­ben sie in­des ge­nug, seit die­ser Sa­che da­mals mit dem Ring und dem Vul­kan. Des­halb ver­lan­gen sie nach Ge­schich­ten, die sie schon ken­nen. Nur en­den sol­len sie bit­te nie­mals.

Des­halb knüpft Gol­lum, nen­nen wir ihn den Chef von Ama­zon Pri­me, an ein be­währ­tes Er­folgs­re­zept an: Die Vor­ge­schich­te zu J. R. R. Tol­ki­ens le­gen­dä­rer Fan­ta­sy-tri­lo­gie „Herr der Rin­ge“soll zur Fern­seh­se­rie wer­den, De­tails ste­hen noch aus. Gol­l­ums Schatz ist Mil­lio­nen schwer: Die Ki­noad­ap­tio­nen von Pe­ter Jack­son aus den Jah­ren 2001 bis 2003 ha­ben welt­weit mehr als 6 Mil­li­ar­den Dol­lar ein­ge­spielt. Bis zu 250 Mil­lio­nen Dol­lar sol­len Tol­ki­ens Er­ben für die Rech­te ver­langt ha­ben.

Ei­ner die­ser ewig grü­beln­den El­ben mag ein­wen­den, dass Jack­sons Fil­me äs­the­ti­sche Maß­stä­be setz­ten, die sich nur schwer über­tref­fen lie­ßen. Die Zwer­ge, die von Na­tur aus an­de­rer An­sicht sind als die El­ben, schwär­men je­doch von ge­füll­ten Schatz­kam­mern. Bei „Har­ry Pot­ter“ha­be man schließ­lich selbst aus ei­nem Schul­buch ei­nen ei­ge­nen Film ge­macht, bei „Ga­me of Thro­nes“sei­en meh­re­re Spin-offs an­ge­kün­digt, und das „Star-wars“-uni­ver­sum wer­de auch lang­sam un­über­sicht­lich. Gan­dalf be­en­det die Dis­kus­si­on mit ei­nem Ide­en­feu­er­werk: Der Zau­be­rer preist die ma­gi­sche Kraft der sich stets im Kreis dre­hen­den Ge­schich­te, Herr der Sch­lin­ge.

Wenn der Ober­schur­ke Sau­ron ge­cas­tet wird: Ke­vin Spacey hat gera­de freie Spit­zen.

Dapd

Gol­lum will sei­nen Schatz

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