Ar­beits­mi­nis­ter Heil will mit Re­form­pa­ket die ge­setz­li­che Ren­te lang­fris­tig si­chern

Der Us-prä­si­dent ir­ri­tiert mit ei­nem bi­zar­ren Hin und Her beim Staats­be­such in Groß­bri­tan­ni­en auch wohl­mei­nen­de Bri­ten

Dresdner Neueste Nachrichten - - ERSTE SEITE - VON KA­TRIN PRIBYL

BER­LIN. Mit ei­nem De­mo­gra­fie­fonds, Ver­bes­se­run­gen für Müt­ter und bei der Er­werbs­min­de­rungs­ren­te so­wie Ent­las­tun­gen für Ge­ring­ver­die­ner will Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter Hu­ber­tus Heil (SPD) die ge­setz­li­che Ren­te sta­bi­li­sie­ren. Die­se sei ein „Kern­ver­spre­chen un­se­res So­zi­al­staats“, sag­te wer ges­tern in Ber­lin. Der Re­fe­ren­ten­ent­wurf des Mi­nis­te­ri­ums geht jetzt in die Res­sort­ab­stim­mung. Heil sag­te, ein Ka­bi­netts­be­schluss wer­de nach der Som­mer­pau­se an­ge­strebt. Das Ge­setz soll am 1. Ja­nu­ar 2019 in Kraft tre­ten.

Das Pa­ket, das Heil vor­stell­te, ent­hält Ele­men­te, die be­reits an­ge­kün­digt und in we­sent­li­chen Tei­len im Ko­ali­ti­ons­ver­trag von Uni­on und SPD ver­ein­bart wur­den. So will der Mi­nis­ter da­für sor­gen, dass das Ren­ten­ni­veau bis 2025 nicht un­ter 48 Pro­zent sinkt und zugleich die Bei­trä­ge für die Ren­ten­ver­si­che­rung nicht über 20 Pro­zent stei­gen.

LON­DON. Mit ei­nem nie da­ge­we­se­nen Hin und Her hat Us-prä­si­dent Do­nald Trump bei sei­nem Staats­be­such in Groß­bri­tan­ni­en auch wohl­mei­nen­de Bri­ten ir­ri­tiert. Die ab­schlie­ßend be­tont zur Schau ge­stell­te Ei­nig­keit konn­te nicht dar­über hin­weg­täu­schen, dass die viel be­schwo­re­ne „spe­cial re­la­ti­ons­hip“, die be­son­de­re Be­zie­hung zwi­schen Lon­don und Wa­shing­ton, tie­fe Ris­se be­kom­men hat.

Am Frei­tag über­schüt­te­te Trump sei­ne Gast­ge­be­rin The­re­sa May – vor der präch­ti­gen Ku­lis­se des Land­sit­zes der Pre­mier­mi­nis­te­rin in Che­quers – mit Lob und Zu­nei­gung, pries nicht nur sie als „un­glaub­li­che Frau“, son­dern hob auch das en­ge Ver­hält­nis zwi­schen den bei­den Län­dern her­vor: „Wir fei­ern un­se­re be­son­de­re Be­zie­hung“, sag­te Trump – und re­de­te spä­ter von der „höchs­ten Stu­fe von be­son­ders“.

Die Re­por­ter konn­ten ihr Er­stau­nen über die­ses Schau­spiel kaum ver­ber­gen.

Denn zu­vor hat­te ein In­ter­view Trumps mit der Bou­le­vard­zei­tung „Sun“ei­nen Eklat ver­ur­sacht. Vor­ab-aus­schnit­te aus dem Ge­spräch wur­den öf­fent­lich, als Trump und sei­ne Frau Me­la­nia noch bei ei­nem Ga­la-din­ner im Blen­heim Pa­lace, dem Ge­burts­ort von Wins­ton Chur­chill na­he Ox­ford, weil­ten. May ließ den ro­ten Tep­pich aus­rol­len und ei­ne pom­pö­se Ze­re­mo­nie ab­hal­ten – um dann aus der „Sun“zu er­fah­ren, wie Trump ih­re Br­ex­it-stra­te­gie ver­ur­teil­te und die Pre­mier­mi­nis­te­rin bloß­stell­te. Nach Freund­schaft klang das al­les nicht. Die mo­de­ra­te Br­ex­it-hal­tung von May wer­de laut Trump die Chan­cen auf ein bi­la­te­ra­les Han­dels­ab­kom­men mit den USA „wahr­schein­lich kil­len“. May ha­be sei­ne Rat­schlä­ge igno­riert. Zu­dem lob­te Trump den zu­rück­ge­tre­te­nen frü­he­ren Au­ßen­mi­nis­ter Bo­ris John­son, den größ­ten Wi­der­sa­cher von May. John­son „wä­re ein groß­ar­ti­ger Pre­mier­mi­nis­ter“, sag­te Trump.

Ges­tern Nach­mit­tag folg­te dann die Kehrt­wen­de. In ei­nem bi­zar­ren Schritt be­zeich­ne­te Trump sei­ne ei­ge­nen Aus­sa­gen als „Fake News“– ob­wohl Au­dio­mit­schnit­te des In­ter­views, das „on the re­cord“ge­führt wur­de, be­reits ver­öf­fent­licht wa­ren. Im In­ter­view sei sein Lob für May weg­ge­las­sen wor­den „So et­was nennt man Fake News.“

Spä­ter zo­gen, wäh­rend das Ehe­paar Trump zum Nach­mit­tags­tee bei Kö­ni­gin Eliz­a­beth II. ein­ge­la­den war, Zehn­tau­sen­de An­ti-trump-de­mons­tran­ten durch Lon­dons In­nen­stadt. Über der Men­schen­men­ge schweb­te ein sechs Me­ter gro­ßer Bal­lon in Form ei­nes ver­är­gert drein­bli­cken­den Trump-ba­bys mit blon­der Haar­tol­le und oran­ge­far­be­nem Ge­sicht. Auch der mus­li­mi­sche Lon­do­ner Bür­ger­meis­ter Sa­diq Khan mar­schier­te mit. Ihn hat­te Trump in der „Sun“eben­falls hef­tig an­ge­grif­fen und in­di­rekt für Ter­ror­an­schlä­ge und Kri­mi­na­li­tät in Lon­don ver­ant­wort­lich ge­macht: „Ich den­ke, dass er ei­nen sehr schlech­ten Job ge­macht hat.“

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