125 Jah­re DNN: 1974 geht der sa­nier­te Flug­ha­fen in Be­trieb

Frei­spruch im Pro­zess um Un­ter­schl9gung

Dresdner Neueste Nachrichten - - ERSTE SEITE - VON MO­NI­KA LÖFF­LER

Geld an ei­nem Au­to­ma­ten ab­zu­he­ben ist die nor­mals­te Sa­che der Welt. Aber es gibt mehr Leu­te als man glaubt, die zwar brav ih­re Kar­te wie­der ein­ste­cken aber das Geld im Aus­ga­be­fach ver­ges­sen. Wenn sie Glück ha­ben, wird es nach ei­ni­gen Se­kun­den – die Zeit­span­ne ist von Bank zu Bank ver­schie­den – wie­der ein­ge­zo­gen. An­ders wenn der nächs­te Kun­de zu­greift. Dann ist die Kohle viel­leicht futsch.

So ging es ei­nem jun­gen Mann in ei­ner Bank­fi­lia­le auf der Kö­nigs­brü­cker Stra­ße. Er hob dort 100 Eu­ro ab und be­merk­te erst spä­ter, dass er das Geld nicht im Porte­mon­naie hat­te. Nor­ma­ler­wei­se werden Geld­au­to­ma­ten ja vi­deo­über­wacht und man kann se­hen, wer der nächs­te Kun­de ist. Nur pas­sier­te dies an ei­nem Sonn­abend und da gab es in der Fi­lia­le kei­ne Vi­deo­über­wa­chung. War­um ei­gent­lich „ar­bei­ten“Gau­ner am Wo­che­n­en­de nicht?

Da aber je­der Bank­vor­gang re­gis­triert wird, konn­te man die Per­son er­mit­teln, die zum frag­li­chen Zeit­punkt in der Fi­lia­le war: ein 55-Jäh­ri­ger, der ges­tern we­gen Un­ter­schla­gung vor dem Amts­ge­richt stand. Gerd K. soll die 100 Eu­ro ge­nom­men ha­ben. Der An­ge­klag­te wies den Vor­wurf ent­schie­den zu­rück. Er sei zwar in der Bank ge­we­sen, ha­be sich aber nur Kon­to­aus­zü­ge dru­cken las­sen.

Der 32-Jäh­ri­ge konn­te sich ge­nau er­in­nern, dass Gerd K. in der Fi­lia­le war: „Wir hat­ten so­gar Blick­kon­takt“. Wor­an er sich nicht er­in­nern konn­te, war, wann und wo ihm auf­fiel, dass das Geld fehl­te – noch in der Fi­lia­le oder erst zu Hau­se – und ob er es nicht doch in die Ho­sen­ta­sche oder den Ruck­sack ge­kramt hat­te. Der jun­ge Mann war ziem­lich durch­ein­an­der.

Er hat 100 Eu­ro ab­ge­ho­ben und die feh­len ihm, das steht fest – wo sie ge­blie­ben sind nicht. Der An­ge­klag­te kann das Geld ein­kas­siert ha­ben, muss er aber nicht. Der 32-Jäh­ri­ge kann es auch mit­ge­nom­men und dann wo­an­ders ver­lo­ren ha­ben. Des­halb wur­de Gerd K. schließ­lich frei­ge­spro­chen.

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