Mehr Waf­fen­fun­de am Fach­ge­richts­zen­trum Dres­den

Be­am­te ha­ben in die­sem Jahr schon 7912 ge­fähr­li­che Ge­gen­stän­de ein­ge­zo­gen

Dresdner Neueste Nachrichten - - ERSTE SEITE - VON THO­MAS BAU­MANN-HART­WIG

DRES­DEN. Jus­tiz­be­diens­te­te ha­ben bei Ein­lass­kon­trol­len am Fach­ge­richts­zen­trum Dres­den in die­sem Jahr schon 7912 Ge­gen­stän­de ein­ge­zo­gen. Dar­un­ter be­fan­den sich ei­ne Schuss­waf­fe, ein Schlag­ring und drei Mes­ser im Sin­ne des Waf­fen­ge­set­zes. Im ver­gan­ge­nen Jahr wa­ren 6207 Ge­gen­stän­de be­schlag­nahmt wor­den, dar­un­ter ein Schlag­ring, zwei Elek­tro­scho­cker und ein Mes­ser. Das teil­te am Frei­tag der Prä­si­dent des So­zi­al­ge­richts Dres­den Fried­rich Schil­ling mit. Im Fach­ge­richts­zen­trum in der Al­bert­stadt sind das So­zi­al­ge­richt, das Ar­beits­ge­richt und das Ver­wal­tungs­ge­richt un­ter­ge­bracht.

Schil­ling zu­fol­ge wird je­der Be­su­cher, der das Ge­bäu­de be­tre­ten will, kon­trol­liert. Die Kon­trol­len sei­en per­so­nal­in­ten­siv und müss­ten im Schicht­dienst ge­leis­tet wer­den. Drei Jus­tiz­be­diens­te­te wür­den da­für be­nö­tigt und min­des­tens ei­ne Frau pro Schicht. Das Per­so­nal wer­de re­gel­mä­ßig für die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit den Be­su­chern ge­schult, er­klär­te der Ge­richts­prä­si­dent.

Der Ein­lass des Fach­ge­richts­zen­trums sei im Ok­to­ber ex­tra um­ge­baut wor­den, da­mit der Vor­raum den Vor­ga­ben des Si­cher­heits­kon­zep­tes bes­ser ent­spricht.

Zu den Ge­gen­stän­den, die die Jus­tiz­be­diens­te­ten Be­su­chern ab­ge­nom­men Fried­rich Schil­ling Ge­richts­prä­si­dent ha­ben, ge­hö­ren laut Schil­ling al­le Din­ge, die als Waf­fe ver­wen­det wer­den könn­ten: Zum Bei­spiel Glas­fla­schen, Fin­ger­na­gel­sche­ren oder -fei­len. Die­se wür­den aber nur vor­über­ge­hend ein­ge­sam­melt und den Be­sit­zern beim Ver­las­sen des Ge­richts­ge­bäu­des wie­der aus­ge­hän­digt. Bei Waf­fen­fun­den da­ge­gen wer­de die Po­li­zei vom Per­so­nal um­ge­hend ver­stän­digt.

Die Kon­trol­len sei­en kein Selbst­zweck, er­klärt Schil­ling und ver­weist auf ei­nen Vor­fall, der sich vor we­ni­gen Wo­chen zu­ge­tra­gen hat­te. Nach ei­ner Ver­hand­lung am Ar­beits­ge­richt, die mit ei­nem Ver­gleich en­de­te, ha­be der be­klag­te Ar­beit­ge­ber sei­nen Ar­beit­neh­mer vor dem Ge­richts­saal mit ei­nem Me­tall­ab­fall­ei­mer at­ta­ckiert. „Der An­grei­fer wur­de da­nach von der Po­li­zei in Emp­fang ge­nom­men.“

Vie­le Be­trof­fe­ne stün­den vor Ge­richt un­ter psy­chi­schem Druck. „Da wer­den manch­mal Emo­tio­nen frei. Die Kon­trol­len ver­rin­gern das Ri­si­ko von Ge­walt­aus­brü­chen“, be­grün­det der Ge­richts­prä­si­dent den Auf­wand.

Für den Check von voll ver­schlei­er­ten Frauen sei ein ex­tra Raum im Ein­gangs­be­reich ein­ge­rich­tet wor­den. Zwei aus­ge­bil­de­te weib­li­che Be­diens­te­te wür­den die­sen Per­so­nen­kreis kon­trol­lie­ren. „Pro­ble­me sind da­bei noch nie auf­ge­tre­ten“, er­klär­te Schil­ling.

Die Kon­trol­len ver­rin­gern das Ri­si­ko von Ge­walt­aus­brü­chen.

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