Cdu­kan­di­da­ten buh­len um die Gunst der Frauen

Ers­ter ge­mein­sa­mer Auf­tritt von Kramp-kar­ren­bau­er, Merz und Spahn – Ge­sund­heits­mi­nis­ter hat of­fen­bar nur we­nig Chan­cen

Dresdner Neueste Nachrichten - - POLITIK - VON DA­NIE­LA VA­TES

BER­LIN. An­ne­gret Kramp-kar­ren­bau­er setzt sich an die Spit­ze. Sie kommt durch die Sei­ten­tür ins Foy­er der Cdu-zen­tra­le. Zwei gro­ße Män­ner bil­den die Nach­hut. Ei­ner sehr hager, ei­ner kräf­ti­ger, ein biss­chen wie Per­so­nen­schüt­zer. Aber Fried­rich Merz und Jens Spahn kom­men dann auch noch mit auf die Büh­ne.

Die drei sind auf dem Weg zu ei­ner Vor­stands­sit­zung der Frau­en­u­ni­on. Es ist der ers­te ge­mein­sa­me Auf­tritt der drei Kan­di­da­ten für den Cdu-vor­sitz, des­we­gen gibt es vor­her noch ein Pres- se­state­ment. In ei­nem Mo­nat wird der Cdu-par­tei­tag ent­schie­den ha­ben, wer nach An­ge­la Mer­kel die Par­tei­füh­rung über­neh­men soll. In der Mit­te steht nun Kramp-kar­ren­bau­er, sie hat das ers­te Wort. Sie ist Vi­ze­vor­sit­zen­de der Frau­en­u­ni­on, und die hat sich oh­ne­hin be­reits für sie aus­ge­spro­chen. Die Jun­ge Uni­on, die bis­lang am ehes­ten Spahn zu­neig­te, ist von Merz’ Kan­di­da­tur über­rascht wor­den und hat sich noch nicht po­si­tio­niert. Der Ge­sund­heits­mi­nis­ter liegt in dem Ren­nen der­zeit ab­ge­schla­gen auf dem drit­ten Platz. Ei­gent­lich, heißt es in der CDU, sei es nur noch ein Zwei­kampf zwi­schen Merz und Kramp-kar­ren­bau­er.

Kramp-kar­ren­bau­er sagt: „Oh­ne Frauen ist kein Staat zu ma­chen. Oh­ne Frauen ist kei­ne Volks­par­tei zu ma­chen.“50 Pro­zent Frauen ge­be es in der Be­völ­ke­rung, nur 26 Pro­zent in der CDU und nur 20 Pro­zent in der Bun­des­tags­frak­ti­on. „Da ist viel Luft nach oben“, be­fin­det sie. Und: „Ge­gen und oh­ne Frauen ist kei­ne Wahl zu ge­win­nen.“

Bei den Kan­di­da­ten ist je­weils auch noch et­was Luft, zu­min­dest schei­nen sie das so zu se­hen. Kramp-kar­ren­bau­er hat in ei­nem Faz-in­ter­view ein le­bens­lan­ges Ein­rei­se­ver­bot für straf­fäl­lig ge­wor­de­ne Flücht­lin­ge ins Gespräch ge­bracht. Sie gilt bei ih­ren Geg­nern als zu Mer­kel­nah. Spahn hat selbst schon fest­ge­stellt, dass er ein Sym­pa­thie­pro­blem hat. Vor dem Auf­tritt bei der Frau­en­u­ni­on er­klärt er, dass er sich ja viel um Pfle­ge­the­men küm­me­re und Gleich­stel­lung wich­tig fin­de. In ei­nem In­ter­view hat er zu­dem ge­for­dert, dass Kin­der­lo­se mehr in die Pfle­ge- und Ren­ten­ver­si­che­rung ein­zah­len soll­ten als El­tern.

Merz hat der Kanz­le­rin noch mal ex­tra te­le­fo­nisch sei­nen Wil­len zur Zu­sam­men­ar­beit ver­si­chert, nach­dem es Spe­ku­la­tio­nen gab, sei­ne Wahl be­deu­te auch ei­nen Sturz der Kanz­le­rin. Auf der Büh­ne steht er links und nimmt den Vor­wurf auf, zu lan­ge weg­ge­we­sen zu sein aus der Po­li­tik, und be­tont, er sei ja zu­vor 20 Jah­re Ab­ge­ord­ne­ter ge­we­sen. Und in sei­nem Job ha­be er auch mit­be­kom­men, dass die Ver­ein­bar­keit von Fa­mi­lie und Be­ruf ei­ne wich­ti­ge Sa­che sei. „Oh­ne Frauen geht es nicht“, sagt Merz. Es sei in Ord­nung, dass die Po­li­tik der Wirtschaft da Vor­schrif­ten ma­che. „Aber es wä­re bes­ser, wenn die Po­li­tik da mit gu­tem Vor­bild vor­an­geht“, sagt Merz.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.