Mi­chel­le Oba­mas Abrech­nung mit Trump

Dresdner Neueste Nachrichten - - POLITIK - VON STE­FAN KOCH

Es ist ei­ne ver­nich­ten­de Kri­tik. Mi­chel­le Oba­ma wirft Do­nald Trump ei­ne schein­hei­li­ge und ge­ra­de­zu ge­fähr­li­che Kam­pa­gne ge­gen ih­re Fa­mi­lie vor. In ih­rem neu­en Buch, das am Di­ens­tag auf den Markt kommt, er­in­nert die frü­he­re First La­dy an die üb­len Me­tho­den, mit de­nen der da­ma­li­ge Ge­schäfts­mann ge­gen Ba­rack Oba­ma hetz­te, um des­sen Le­gi­ti­mi­tät als Prä­si­dent zu un­ter­gra­ben. Das wer­de sie dem heu­ti­gen Prä­si­den­ten nie ver­zei­hen, so Oba­ma.

Der Zeit­punkt könn­te nicht bes­ser sein. Un­mit­tel­bar nach den Zwi­schen­wah­len gibt Oba­ma ih­re Me­moi­ren her­aus, und vie­le Ame­ri­ka­ner war­ten ge­spannt auf ih­re Abrech­nung mit Do­nald Trump. Die ers­ten Aus­zü­ge, die vor­ab be­kannt wer­den, ha­ben es in sich: Als sie er­fah­ren ha­be, dass Trump Nach­fol­ger ih­res Ehe­man­nes im Prä­si­den­ten­amt wer­de, ha­be sie nur noch ver­sucht, nicht mehr dar­an zu den­ken.

Über Jah­re ha­be ih­re Fa­mi­lie in Sor­ge vor At­ten­ta­ten ge­lebt, da Trump die so­ge­nann­te „Bir­t­her“-de­bat­te mehr­fach be­feu­ert ha­be. Die Ver­schwö­rungs­theo­rie, Oba­ma sei wo­mög­lich gar nicht in den USA ge­bo­ren wor­den und übe das höchs­te Staats­amt da­her zu Un­recht aus, ha­be wie ein Schat­ten über den ers­ten Amts­jah­ren ge­le­gen, da die­se Kam­pa­gne geis­tig Ver­wirr­te zu Ge­walt­fan­ta­si­en hät­te an­sta­cheln kön­nen.

Das Buch „Be­co­m­ing“sei für sie ei­ne zu­tiefst per­sön­li­che Er­fah­rung ge­we­sen, da sie erst­mals in­ten­siv über ih­ren un­er­war­te­ten Le­bens­weg nach­den­ken konn­te.

Als Kind ei­ner Ar­bei­ter­fa­mi­lie von der be­rüch­tig­ten South Si­de in Chi­ca­go hat­te es

Oba­ma aus ei­ge­nen Kräf­ten an die Uni­ver­si­tä­ten von Prin­ce­ton und Har­vard ge­schafft. „Ich hof­fe, mein Weg in­spi­riert Le­ser, den Mut zu fin­den, das zu wer­den, wur­de am

17. Ja­nu­ar 1964 in Chi­ca­go ge­bo­ren. Oba­ma stu­dier­te Rechts­wis­sen­schaf­ten in Har­vard. Nach ih­rem Ab­schluss ar­bei­te­te sie in ei­ner Kanz­lei, wo sie ih­ren spä­te­ren Ehe­mann Ba­rack Oba­ma ken­nen­lern­te. Nach der Wahl Oba­mas zum Prä­si­den­ten der USA fiel ihr die Rol­le als First La­dy im Wei­ßen Haus zu. was im­mer sie wol­len.“Vor knapp 30 Jah­ren trat sie ei­nen Job bei ei­ner re­nom­mier­ten An­walts­kanz­lei in Chi­ca­go an und lern­te dort ih­ren spä­te­ren Mann Ba­rack ken­nen, der da­mals als Stu­dent in ih­rer Kanz­lei ein Prak­ti­kum ab­sol­vier­te.

So be­ein­dru­ckend sich ih­re Bio­gra­fie be­reits liest, so we­nig dürf­te die Kar­rie­re der 54-Jäh­ri­gen be­reits be­en­det sein: Ihr Buch „Be­co­m­ing“wird von vie­len Be­ob­ach­tern eher als ers­ter Schritt in ei­ne neue Rich­tung wahr­ge­nom­men. Dem­ent­spre­chend spek­ta­ku­lär ist auch das In­ter­es­se an den ers­ten Prä­sen­ta­tio­nen, die we­nig mit ei­ner Buch­vor­stel­lung ge­mein ha­ben. Oba­ma star­tet ih­re Le­se­tour kom­men­de Wo­che in ei­nem Sta­di­on in Chi­ca­go, das meh­re­re Zehn­tau­send Men­schen fasst. Die Ti­ckets für die vor­de­ren Plät­ze kos­ten meh­re­re Tau­send Dol­lar.

Al­ler­dings stellt Oba­ma auch klar, dass sie kei­ner­lei Am­bi­tio­nen hat, bei der nächs­ten Prä­si­dent­schafts­wahl im No­vem­ber 2020 ge­gen Do­nald Trump zu kan­di­die­ren.

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