Schöf­fin gibt Af­fä­re mit An­ge­klag­tem zu

Pro­zess ge­gen mut­maß­li­che Rechts­ex­tre­mis­ten ver­tagt

Dresdner Neueste Nachrichten - - SACHSEN UND MITTELDEUTSCHLAND -

DRES­DEN. Im Pro­zess ge­gen Mit­glie­der der rechts­ex­tre­men „Frei­en Ka­me­rad­schaft Dres­den“(FKD) hat sich ei­ne zwei­te Pan­ne nun öf­fent­lich be­stä­tigt. Laut Aus­sa­gen von Pro­zess­be­tei­lig­ten hat ei­ne Schöf­fin ei­ne frü­he­re Af­fä­re mit dem Haupt­an­ge­klag­ten ein­ge­räumt. Dar­über hat­te am spä­ten Don­ners­tag­abend be­reits der MDR be­rich­tet. Das Ver­hält­nis zwi­schen dem An­ge­klag­ten und der Schöf­fin soll in die Zeit der vor­ge­wor­fe­nen Ta­ten rei­chen. Dem Ver­neh­men nach in­for­mier­te die Frau ei­nen Schöf­fen und ei­nen Er­gän­zungs­rich­ter über ihr Ver­hält­nis mit dem An­ge­klag­ten. De­ren Auf­for­de­rung, dies dem Vor­sit­zen­den Rich­ter mit­zu­tei­len, kam sie of­fen­bar nicht nach. Ver­tei­di­gung und Ne­ben­kla­ge stell­ten des­halb am Frei­tag ei­ne Rei­he von Be­fan­gen­heits­an­trä­gen. Der Pro­zess wur­de auf den Frei­tag in ei­ner Wo­che ver­tagt. Nach An­ga­ben des Land­ge­rich­tes Dres­den in die­ser Wo­che ste­hen Er­gän­zungs­schöf­fen zur Ver­fü­gung.

Rä­dels­füh­rer hat­te Zu­gang zum In­ter­net

Schon zu­vor muss­te das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um ei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pan­ne ein­räu­men. Dem­nach konn­te der mut­maß­li­che Rä­dels­füh­rer der FKD mo­na­te­lang aus der Un­ter­su­chungs­haft im nord­säch­si­schen Tor­gau via Ta­blet nach au­ßen kom­mu­ni­zie­ren. Die ge­nau­en Um­stän­de sind noch un­klar. Das Ta­blet war nur als Le­se­ge­rät für Pro­zess­un­ter­la­gen ge­dacht. Ver­mut­lich nutz­te er den Hots­pot ei­nes ins Ge­fäng­nis ge­schmug­gel­ten Mo­bil­funk­ge­rä­tes.

In dem seit mehr als ei­nem Jahr lau­fen­den Ver­fah­ren sind fünf Män­ner und ei­ne Frau we­gen Mit­glied­schaft in ei­ner kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung, ge­fähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung, Land­frie­dens­bruchs und we­gen des Her­bei­füh­rens ei­ner Spreng­stoff­ex­plo­si­on an­ge­klagt. Par­al­lel läuft ein zwei­tes Ver­fah­ren ge­gen vier Mit­glie­der der FKD.

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