Got­torf darf Ho­fer­bild be­hal­ten

Dresdner Neueste Nachrichten - - KULTUR -

Das Lan­des­mu­se­um Got­torf darf das mut­maß­li­che Ns-raub­kunst-ge­mäl­de „Mäd­chen mit Gera­nie“des ex­pres­sio­nis­ti­schen Ma­lers Karl (1878-1955) wei­ter­hin aus­stel­len. „Die vier En­kel­kin­der von Max Se­lig ha­ben uns mit­ge­teilt, dass das Werk in un­se­rem Be­sitz ver­blei­ben darf – dar­über freu­en wir uns na­tür­lich sehr“, sag­te Di­rek­to­rin Kirs­ten Bau­mann in Schles­wig. Im Zu­ge von lang­wie­ri­gen Pro­ve­ni­en­z­for­schun­gen hat­te das Lan­des­mu­se­um die Her­kunft des Bil­des zum Teil ge­klärt und die En­kel des frü­he­ren jü­di­schen Ei­gen­tü­mers dar­über in­for­miert.

Der in Düsseldorf le­ben­de jü­di­sche Kauf­mann und Pri­vat­samm­ler Max Se­lig hat­te dem­nach spä­tes­tens im Ju­ni 1929 das Ge­mäl­de in der Ga­le­rie Flecht­heim in Düsseldorf er­wor­ben. In der Po­grom­nacht vom 9. zum 10. No­vem­ber 1938 wur­de der ge­sam­te pri­va­te Be­sitz von Se­lig zer­stört und ge­plün­dert. Dar­un­ter be­fand sich nach An­ga­ben sei­nes An­walts Her­mann Gah­len im Rah­men der Wie­der­gut­ma­chungs­ver­hand­lun­gen „ein gro­ßer Karl Ho­fer“. Ob da­mit das „Mäd­chen mit Gera­nie“ge­meint war und es sich bis 1938 im Be­sitz von Se­lig be­fand oder ob es be­reits zu­vor ver­kauft wur­de, ist auch nach den For­schun­gen des Mu­se­ums un­klar.

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