Pu­tin ver­weist 755 Us-di­plo­ma­ten des Lan­des

Kreml­chef kün­digt har­te Re­ak­ti­on auf neue Us-sank­tio­nen an – und zeigt sich ent­täuscht von Prä­si­dent Do­nald Trump

Eichsfelder Tageblatt - - Politik - Von Clau­dia Tha­ler

Mos­kau. Russ­land wird an­ge­sichts der be­ab­sich­tig­ten neu­en Us-sank­tio­nen ins­ge­samt 755 ame­ri­ka­ni­sche Di­plo­ma­ten des Lan­des ver­wei­sen. Das sag­te Kreml­chef Wla­di­mir Pu­tin der Agen­tur Tass zu­fol­ge am Sonn­tag­abend. „Wir ha­ben schon ei­ne Wei­le auf po­si­ti­ve Ve­rän­de­run­gen (sei­tens der USA) ge­war­tet. (...) Soll­te das ir­gend­wann pas­sie­ren, wird es nicht bald sein“, sag­te Pu­tin. „Wir müs­sen zei­gen, dass wir nichts un­be­ant­wor­tet las­sen.“

Mit den Maß­nah­men re­agiert Russ­land auf neue Us-sank­tio­nen, die der Se­nat am Don­ners­tag mit gro­ßer Mehr­heit be­schlos­sen hat­te, um die Anne­xi­on der Krim und die mut­maß­li­chen rus­si­schen Ha­cker- an­grif­fe wäh­rend des Us-wahl­kampfs im ver­gan­ge­nen Jahr zu ahn­den. Das Ge­setz sieht auch neue Straf­maß­nah­men ge­gen den Iran und Nord­ko­rea vor.

Die neu­en Russ­land-sank­tio­nen rich­ten sich ge­gen wich­ti­ge rus­si­sche Wirt­schafts­zwei­ge, dar­un­ter auch den für Mos­kau zen­tra­len Ener­gie­sek­tor.

Us-prä­si­dent Do­nald Trump hat den Ent­wurf zwar noch nicht un­ter­zeich­net, aber die Ab­sicht da­zu be­kun­det. Die­se Sank­tio­nen zeig­ten die ag­gres­si­ve Hal­tung der USA ge­gen­über Russ­land, hieß es in der Mit­tei­lung. Wei­te­re Ge­gen­maß­nah­men be­hal­te Mos­kau sich vor.

Die Us-sank­tio­nen sei­en zwar noch nicht in Kraft. Russ­land wol­le aber mit den Ge­gen­maß­nah­men nicht auf die Un­ter­schrift Trumps war­ten, da die Sank­tio­nen tech­nisch be­schlos­se­ne Sa­che sei­en, hat­te das Au­ßen­mi­nis­te­ri­um be­reits am Frei­tag mit­ge­teilt.

Wa­shing­ton sol­le bis zum 1. Sep­tem­ber die Zahl sei­ner Mit­ar­bei­ter in der Bot­schaft und in den Kon­su­la­ten in Russ­land auf 455 sen­ken, hat­te das Au­ßen­mi­nis­te­ri­um wei­ter an­ge­kün­digt – dies ent­spre­che der Zahl der rus­si­schen Di­plo­ma­ten in den USA. Wie vie­le Us-di­plo­ma­ten das Land ver­las­sen soll­ten, war zu die­sem Zeit­punkt nicht öf­fent­lich be­kannt. Zu­dem wür­den zum 1. Au­gust zwei Land­häu­ser bei Mos­kau ge­schlos­sen, die das Us-per­so­nal nutzt. Wei­te­re Ge­gen­maß­nah­men be­hal­te sich Russ­land vor.

In St. Pe­ters­burg stell­te Russ­land mit der bis­her größ­ten Ma­ri­ne-pa­ra­de die Macht sei­ner See­streit­kräf­te zur Schau. Pu­tin per­sön­lich nahm die Pa­ra­de von rund 50 Kriegs­schif­fen und U-boo­ten an­läss­lich des Tags der rus­si­schen Ma­ri­ne ab. Klei­ne­re Pa­ra­den fan­den un­ter an­de­rem vor den Küs­ten der rus­si­schen Ex­kla­ve Ka­li­nin­grad und der Krim so­wie - zum ers­ten Mal - auf dem rus­si­schen Ma­ri­ne­stütz­punkt im sy­ri­schen Tar­tus statt.

Be­reits An­fang Mai hat­te Russ­land mit ei­ner rie­si­gen Mi­li­tär­pa­ra­de auf dem Ro­ten Platz an den Sieg über Na­zi-deutsch­land im Zwei­ten Welt­krieg er­in­nert. Seit der Ver­schlech­te­rung sei­ner Be­zie­hun­gen mit dem Wes­ten im Ge­fol­ge des Ukrai­ne-kon­flikts ver­stärk­te es zu­dem sei­ne Mi­li­tär­ma­nö­ver.

FO­TO: DPA

„Wir ha­ben schon ei­ne Wei­le auf po­si­ti­ve Ve­rän­de­run­gen ge­war­tet“: Kreml­chef Pu­tin und Us-prä­si­dent Trump beim G-20-gip­fel.

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