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Po­li­tik er­war­tet kla­re Zu­sa­gen der Her­stel­ler beim Die­sel-gip­fel Do­brindt: „Ver­damm­te Ver­ant­wor­tung, das Ver­trau­en wie­der­her­zu­stel­len“

Eichsfelder Tageblatt - - Wirtschaft - Von Tho­mas Kaufner und Ste­fan Win­ter

Ber­lin. Kurz vor dem Die­sel-gip­fel von Bun­des­re­gie­rung und In­dus­trie ver­schärft die Po­li­tik den Ton. Die Au­to­her­stel­ler hät­ten ei­ne „ver­damm­te Ver­ant­wor­tung, das Ver­trau­en wie­der­her­zu­stel­len und die be­gan­ge­nen Feh­ler zu be­he­ben“, sag­te Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Alex­an­der Do­brindt (CSU) der „Bild am Sonn­tag“. Ei­nig sind sich Po­li­ti­ker quer durch die Par­tei­en, dass die Au­to­bau­er die Kos­ten für die Nach­bes­se­rung ih­rer Au­tos tra­gen müs­sen.

Kon­zer­ne sol­len Kos­ten tra­gen

Im Kern er­war­tet Do­brindt, „dass die Fahr­zeu­ge schnells­tens auf Kos­ten der Her­stel­ler op­ti­miert wer­den“. Mo­to­ren mit Eu­ro-5- und Eu­ro-6-norm könn­ten mit neu­er Steue­rungs­soft­ware deut­lich ver­bes­sert wer­den. „Ich er­war­te beim Gip­fel da­zu ein ak­zep­ta­bles An­ge­bot der Au­to­mo­bil­in­dus­trie.“

Ähn­lich hat­te sich be­reits der nie­der­säch­si­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil (SPD) ge­gen­über dem Re­dak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land (RND) ge­äu­ßert. Als bis­her ein­zi­ger Gip­fel­teil­neh­mer hat Weil dar­über hin­aus ei­nen Fünf-punk­te-plan prä­sen­tiert, mit dem die deut­sche Au­to­in­dus­trie ins­ge­samt er­neu­ert wer­den soll. Er sieht mo­der­ne Die­sel we­gen ih­rer Spar­sam­keit als Brü­cke zum Elek­tro­an­trieb. Sein nord­rhein-west­fä­li­scher Kol­le­ge Ar­min La­schet (CDU) sieht das ähn­lich und for­der­te am Wo­che­n­en­de: „Ret­tet den Die­sel.“

Der ba­den-würt­tem­ber­gi­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann (Grü­ne) poch­te am Wo­che­n­en­de auf sub­stan­zi­el­le Er­geb­nis­se beim Tref­fen. „Ich ge­he da­von aus, dass es beim Die­sel-gip­fel die Zu­sa­ge für wirk­sa­me und nach­prüf­ba­re Schad­stoff­sen­kun­gen zü­gig für die ge­sam­te Eu­ro-5- und Eu­ro-6flot­te gibt – und dass die In­dus­trie die Kos­ten für die Nach­rüs­tung trägt.“

Daim­ler, Au­di und VW ha­ben be­reits Up­dates an­ge­kün­digt. „Die In­dus­trie ist si­cher be­reit, das Ih­re zu tun, um die­se Si­tua­ti­on zu ent­schär­fen“, sag­te Vw-mar­ken­chef Her­bert Diess. Nie­mand wol­le Fahr­ver­bo­te in den Städ­ten.

Bun­des­um­welt­mi­nis­te­rin Bar­ba­ra Hend­ricks (SPD), ne­ben Do­brindt Gast­ge­be­rin des „Na­tio­na­len Fo­rums Die­sel“am Mitt­woch, for­der­te von den Au­to­bau­ern al­ler­dings als zwei­ten Schritt auch neue Hard­ware – et­wa auf­wen­di­ge­re Ka­ta­ly­sa­tor­sys­te­me. Auch das müs­se auf Kos­ten der Her­stel­ler ge­sche­hen, sag­te sie in ARD und ZDF.

IG Me­tall für Öko­prä­mie

Ig-me­tall-chef Jörg Hof­mann blickt mit Skep­sis auf den Mitt­woch. Das Tref­fen lie­ge zu nah an der Bun­des­tags­wahl und kön­ne für tak­ti­sche Spiel­chen miss­braucht wer­den, sag­te er der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Sonn­tags­zei­tung“. Nö­tig sei­en ver­bind­li­che Zu­sa­gen der Her­stel­ler. Zu­dem müss­ten die Städ­te ih­rer Ver­pflich­tung nach­kom­men, et­was zur Ver­rin­ge­rung der Emis­sio­nen zu tun, et­wa über Ver­kehrs­leit­sys­te­me.

Wie Weil und der baye­ri­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent Horst See­ho­fer (CSU) sprach sich Hof­mann für ei­ne För­de­rung beim Kauf sau­be­rer Au­tos aus. „Das wür­de ge­ra­de de­nen hel­fen, die sich kein Neu­fahr­zeug leis­ten kön­nen, aber den­noch auf ihr Au­to an­ge­wie­sen sind.“Das Um­welt­mi­nis­te­ri­um hat sich am Wo­che­n­en­de ge­gen ei­ne sol­che „Öko­prä­mie“aus­ge­spro­chen.

Die In­dus­trie ist si­cher be­reit, das Ih­re zu tun, um die­se Si­tua­ti­on zu ent­schär­fen. Her­bert Diess Vw-mar­ken­chef

FO­TO: DPA

Aku­tes Pro­blem: In Stutt­gart und an­de­ren Städ­ten sind zu vie­le Schad­stof­fe in der Luft.

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