Tod ei­nes Sol­da­ten in Muns­ter gibt Rät­sel auf

Of­fi­ziers­an­wär­ter brach bei Marsch durch die Hei­de zu­sam­men

Eichsfelder Tageblatt - - Niedersachsen - Von Chris­ti­na Sticht

Muns­ter. Nach dem Tod ei­nes Of­fi­ziers­an­wär­ters, der bei ei­nem Fuß­marsch in Muns­ter (Land­kreis Hei­de­kreis) be­wusst­los zu­sam­men­ge­bro­chen war, sucht die Bun­des­wehr nach den Ur­sa­chen. Der Mann war zehn Ta­ge nach sei­nem Kol­laps am Sonn­abend in ei­ner Kli­nik ge­stor­ben. Wie die Bun­des­wehr wei­ter mit­teil­te, war der Mann am 19. Ju­li, ei­nem war­men Som­mer­tag, bei ei­nem Marsch vor­mit­tags nach drei Ki­lo­me­tern un­ver­mu­tet zu­sam­men­ge­bro­chen.

Wie aus der Trup­pe ver­lau­te­te, soll die ge­sam­te Marsch­stre­cke an dem Tag zwölf Ki­lo­me­ter be­tra­gen ha­ben. „Es ist üb­lich, dass al­le Sol­da­ten schritt­wei­se an Be­las­tun­gen her­an­ge­führt wer­den“, sag­te der Pres­se­of­fi­zier des Aus­bil­dungs­zen­trums Muns­ter, Ar­min Hen­sel, am Sonn­tag.

Am Nach­mit­tag des­sel­ben Tages wa­ren drei wei­te­re Sol­da­ten zu­sam­men­ge­bro­chen, die laut Bun­des­wehr in­zwi­schen aber sta­bil be­zie- hungs­wei­se auf dem Weg der Bes­se­rung sind. „Es gab ei­ne Mit­tags­pau­se mit Es­sen und Trin­ken von meh­re­ren St­un­den“, sag­te der Pres­se­of­fi­zier. Am Nach­mit­tag ha­be es sich um ei­nen wei­te­ren Ein­ge­wöh­nungs­marsch von sechs Ki­lo­me­tern oh­ne Zeit­be­gren­zung mit we­nig Ge­päck ge­han­delt. Dem Pres­se­of­fi- zier zu­fol­ge wur­den aus Da­ten­schutz­grün­den kei­ne nä­he­ren An­ga­ben zum Al­ter oder zur Her­kunft des ge­stor­be­nen Sol­da­ten ge­macht.

Er war laut Hen­sel seit dem 3. Ju­li die­ses Jah­res Sol­dat, stand al­so noch am An­fang der Aus­bil­dung. Die Bun­des­wehr sprach den Hin­ter­blie­be­nen des Man­nes ihr tie­fes Mit­ge­fühl aus. Der stell­ver­tre­ten­de Ge­ne­ral­in­spek­teur hat den In­spek­teur Heer so­wie den In­spek­teur des Zen­tra­len Sa­ni­täts­diens­tes der Bun­des­wehr be­auf­tragt, die Aus­bil­dungs­be­din­gun­gen so­wie die me­di­zi­ni­schen Ein­fluss­fak­to­ren zu un­ter­su­chen.

Die Höchst­tem­pe­ra­tur am 19. Ju­li hat­te im Raum Muns­ter 27,7 Grad Cel­si­us be­tra­gen. Ins­ge­samt wa­ren an die­sem Tag der Bun­des­wehr zu­fol­ge 43 Of­fi­ziers­an­wär­ter in die Aus­bil­dung ein­ge­bun­den. In dem Aus­bil­dungs­zen­trum Muns­ter fin­den seit 2006 zen­tra­le Lehr­gän­ge für den Füh­rungs­nach­wuchs aus ver­schie­de­nen Be­rei­chen der Bun­des­wehr statt. Bei den Of­fi­ziers­an­wär­tern steht im ers­ten Halb­jahr ein Lehr­gang mit der Über­schrift „Über­le­ben im Ein­satz – mo­di­fi­ziert“an, heißt es auf der In­ter­net­sei­te des Aus­bil­dungs­zen­trums. Am 3. Ju­li tra­ten laut Bun­des­wehr ins­ge­samt 1190 Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten ih­ren Di­enst in den Aus­bil­dungs­zen­tren in Muns­ter und im baye­ri­schen Ham­mel­burg an.

FO­TO: DPA

„Sol­da­ten wer­den an Be­las­tun­gen her­an­ge­führt“: Der Mann war am 19. Ju­li nach drei Ki­lo­me­tern un­ver­mit­telt kol­la­biert.

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