Auf den Fel­dern droht To­tal­aus­fall

Land­wir­te spre­chen von „au­ßer­ge­wöhn­li­cher Not­si­tua­ti­on“bei Ern­te nach Hoch­was­ser und Re­gen

Eichsfelder Tageblatt - - Niedersachsen - Von Hei­ko Ran­der­mann

Han­no­ver. Hoch­was­ser und star­ke Re­gen­fäl­le in den letz­ten Wo­chen ha­ben auch den Land­wir­ten in Nie­der­sach­sen er­heb­lich zu­ge­setzt. In den Ge­bie­ten, in de­nen Fel­der über­flu­tet wor­den sei­en, „kommt es auf er­heb­li­chen Flä­chen zum To­tal­aus­fall“der Ern­te, sag­te Land­vol­kVi­ze­prä­si­dent Ul­rich Löhr. Der­ar­ti­ge Schä­den sei­en oft­mals auch nicht über Ver­si­che­run­gen ab­ge­deckt.

Wie groß die Schä­den ins­ge­samt sein wer­den, sei bis­lang noch nicht ab­seh­bar, so Löhr. Das hän­ge von der je­wei­li­gen La­ge des Felds, der Be­schaf­fen­heit des Bo­dens, aber auch von den an­ge­bau­ten Pflan­zen ab. Wäh­rend Zu­cker­rü­ben und Mais ein paar Ta­ge un­ter Was­ser über­ste­hen kön­nen, wür­den Wei­zen und Raps sehr schnell Scha­den neh­men. Auch Kar­tof­feln ver­tra­gen Feuch­tig­keit nicht gut, sind aber oft in lo­cke­ren Bö­den an­ge­baut, die Was­ser schnell wei­ter­lei­ten, wenn das Feld nicht kom­plett über­schwemmt ist. Für die be­trof­fe­nen Land­wir­te sei ei­ne Über­schwem­mung ei­ne dra­ma­ti­sche Er­fah­rung, da die Ern­te kurz be­vor­stand.

„Das ist wie ein 10000-Me­ter­ren­nen, bei dem man schon das Ziel im Blick hat und dann ei­nen Tritt in die Ha­cken be­kommt“, so Löhr. An­ders als bei Ha­gel­scha­den, ge­gen den die meis­ten Land­wir­te ver­si­chert sei­en, sei die­se Art von Schä­den oft­mals nicht ab­ge­deckt. „Das wird dann für die Be­trof­fe­nen dra­ma­tisch.“

Auch in Ge­bie­ten, die nicht di­rekt vom Hoch­was­ser be­trof­fen sind, ha­ben die star­ken Re­gen­fäl­le für Pro­ble­me ge­sorgt. Weil die Bö­den auf­ge­weicht und da­her mit schwe­ren Ma­schi­nen nicht be­fahr­bar sind, kann die Ern­te nicht an­lau­fen. Löhr deu­te­te an, dass ei­ni­ge Land­wir­te auf Hil­fen vom Land an­ge­wie­sen sein könn­ten. „Wir sind land­wirt­schaft­li­che Un­ter­neh­mer. Da gibt es im­mer ein Auf und Ab“, be­ton­te der Land­volk-vi­ze­prä­si­dent. Nicht je­de die­ser Schwan­kun­gen müs­se der Staat auf­fan­gen. Stark­re­gen und Flut hät­ten aber zu ei­ner au­ßer­ge­wöhn­li­chen Not­si­tua­ti­on für ei­ni­ge ge­führt.

FO­TO: SCHAAR­SCHMIDT

„Dra­ma­ti­sche Er­fah­rung“: Das Land will jetzt erst ein­mal die ent­stan­de­nen Schä­den er­fas­sen.

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