Kein Festival-er­satz in die­sem Jahr

Ver­an­stal­ter ent­schei­den sich ge­gen Al­ter­na­tiv-event zum 11. Min­ge­röder Musikfestival

Eichsfelder Tageblatt - - Eichsfeld - Von Na­di­ne Ecker­mann

Min­ge­ro­de. Ei­nen Er­satz für das wet­ter­be­dingt ab­ge­sag­te 11. Min­ge­röder Musikfestival wird es nach An­ga­ben der Ver­an­stal­ter nicht ge­ben. Die Or­ga­ni­sa­to­ren ha­ben am Sonn­abend be­kannt ge­ge­ben, dass we­der ein Aus­weich­ter­min noch ei­ne Al­ter­na­tiv­ver­an­stal­tung ge­plant sei­en.

Ei­ne kurz­fris­ti­ge Neu-ter­mi­nie­rung ei­ner Ver­an­stal­tung die­ser Grö­ßen­ord­nung sei nicht ein­fach mög­lich, er­klä­ren die Ver­an­stal­ter. Es be­deu­te für die Eh­ren­amt­li­chen im­mer ei­nen gro­ßen Auf­wand, das Festival zu stem­men – un­ter an­de­rem müss­ten Hel­fer ent­spre­chend Ur­laub neh­men und die Lie­fe­ran­ten und Part­ner vor­be­rei­tet wer­den. Ein zwei­tes Mal sei dies in die­sem Jahr nicht mehr mög­lich. Au­ßer­dem sei­en die Ver­an­stal­ter im­mer be­strebt, Termin-kol­li­sio­nen zu ver­mei­den, so­dass die Aus­wahl mög­li­cher Zeit­punk­te oh­ne­hin be­schränkt sei.

Festival im kom­men­den Jahr?

Ob es nach dem Aus­fall in die­sem Jahr im kom­men­den Som­mer wie­der ein Musikfestival ge­be, sei eben­falls noch nicht zu be­ant­wor­ten. „Das ist wie in je­dem Jahr von ver­schie­de­nen Fak­to­ren ab­hän­gig“, heißt es in ei­ner Mit­tei­lung in den so­zia­len Netz­wer­ken. Dar­in kün­digt das Or­ga­ni­sa­ti­ons­team an, sich da­zu En­de des Jah­res äu­ßern zu wol­len. Ob­wohl die Si­tua­ti­on in die­sem Jahr „spe­zi­ell“sei, ist dies nichts Un­ge­wöhn­li­ches. Auch in den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat­ten es sich die Eh­ren­amt­li­chen of­fen­ge­hal­ten, ob es zu ei­ner Wie­der­ho­lung kom­men wer­de. Das Festival sei im Lau­fe der Zeit im­mer grö­ßer ge­wor­den, und vor ei­ner Ent­schei­dung ha­be im­mer die Frage nach aus­rei­chen­der Un­ter­stüt­zung ge­stan­den, be­rich­tet Mit-or­ga­ni­sa­tor An­dré Schwed­helm. So sei es auch in die­sem Jahr, sagt er und weist dar­auf hin, dass das Team ei­ne „gro­ße So­li­da­ri­tät und viel Ver­ständ­nis er­fah­ren“ha­be. So ha­be der FC Min­ge­ro­de, zu dem der Sport­platz in Min­ge­ro­de ge­hört, die Ent­schei­dung, das Festival statt­fin­den zu las­sen oder ab­zu­sa­gen, voll­ends dem Kul­tur­ver­ein über­las­sen.

Auch hät­ten zahl­rei­che Hel­fer pa­rat ge­stan­den, die die Schä­den des Un­wet­ters hät­ten be­sei­ti­gen wol­len. Eben­falls im Zu­sam­men­spiel mit an­de­ren Ver­ei­nen und Part­nern sei es ge­lun­gen, be­reits ein­ge­kauf­te Wa­ren sinn­voll zu ver­tei­len, so­dass sie nicht ver­der­ben soll­ten. Das Or­ga­ni­sa­ti­ons­team hat­te un­ter an­de­rem rund 200 Ki­lo­gramm Pom­mes Fri­tes, 80 Li­ter Ketch­up, Senf und Mayon­nai­se und Kon­zen­trat für 500 Li­ter Trin­keis ein­ge­kauft. „Vie­les konn­ten wir ab­be­stel­len, aber eben nicht al­les“, sagt Schwed­helm. Er rich­tet sei­nen Dank un­ter an­de­rem an Part­ner und Spon­so­ren, die sich „äu­ßerst ku­lant“ge­zeigt hät­ten. Wie hoch die Kos­ten für den Kul­tur­ver­ein sei­en, las­se sich noch nicht be­zif­fern. „Dass das Festival aus­fal­len muss, ist scha­de. Auch, weil wir aus dem Er­lös im­mer Pro­jek­te im Ort un­ter­stüt­zen konn­ten“, er­klärt Schwed­helm. In die­sem Jahr sei dies nun ein­fach nicht mög­lich.

Schä­den re­gu­lie­ren

Noch im­mer sei das Team da­bei, Ge­sprä­che zu füh­ren, „um den ent­stan­de­nen Scha­den zu re­gu­lie­ren und mög­lichst klein zu hal­ten“. Zu­dem be­schäf­ti­gen sich die Min­ge­röder da­mit, wie sie zu­künf­tig auch für Si­tua­tio­nen wie das Un­wet­ter ge­wapp­net sein könn­ten. Der star­ke Re­gen hat­te den Sport­platz über Ta­ge hin­weg so sehr auf­ge­weicht, dass ein Be­fah­ren – selbst nach Ta­gen der Tro­cken­heit – un­mög­lich ge­we­sen wä­re. Die Si­cher­heit der Be­su­cher hät­te eben­falls nicht ge­währ­leis­tet wer­den kön­nen. In je­dem Fall hät­ten die Kos­ten für Auf­bau, Durch­füh­rung und Ab­bau deut­lich hö­her ge­le­gen als in den ver­gan­ge­nen Jah­ren. „Die Kos­ten wä­ren ex­plo­diert“, sind sich die Ver­an­stal­ter ei­nig. So hat­ten sie sich Mit­te der Woche für ei­ne Ab­sa­ge ent­schie­den. Mut für die Zu­kunft ge­be ih­nen der star­ke Zu­spruch trotz der Ab­sa­ge. Je­der von ih­nen ha­be „wahr­schein­lich Hun­der­te Nachrichten“be­kom­men, in de­nen das Ver­ständ­nis über den Festival-aus­fall aus­ge­drückt wor­den war.

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