Mu­si­ka­li­sche Welt­rei­se

Duo Est­rel­las be­geis­tert bei Klos­ter­kon­zert in der Du­der­städ­ter Lieb­frau­en­kir­che

Eichsfelder Tageblatt - - Eichsfeld - Von Rü­di­ger Fran­ke

Du­der­stadt. „Au­ßer­or­dent­li­che Mu­sik von au­ßer­or­dent­li­chen Künst­lern“, fass­te Schwes­ter In­ge­borg Wirz den Auf­tritt des Du­os Est­rel­las beim sieb­ten Klos­ter­kon­zert am Frei­tag­abend zu­sam­men. Die rund 60 Zu­hö­rer in der Du­der­städ­ter Lieb­frau­en­kir­che stimm­ten ihr mit lang an­hal­ten­dem Bei­fall zu.

Vio­li­nis­tin Vic­to­ria Mar­gu­syuk und Ak­kor­de­on­spie­le­rin Nast­ja Sch­kin­der nah­men ihr Pu­bli­kum mit auf ei­ne mu­si­ka­li­sche Rei­se durch die Welt. Zum Auf­takt hat­te das Duo sechs ru­mä­ni­sche Volks­tän­ze von Bé­la Bar­tók ge­wählt. Über­haupt bil­de­ten Tän­ze ei­nen Schwer­punkt des Re­per­toires. „Wir ha­ben das Pro­gramm so ge­stal­tet, dass wir den Zu­hö­rern un­ter­schied­li­che Mu­sik aus un­ter­schied­li­chen Län­dern vor­stel­len“, er­zählt Mar­gu­syuk im An­schluss an das Kon­zert. „Und wir ha­ben da­bei auch ganz vie­le Tän­ze aus al­ler Welt be­rück­sich­tigt, denn Mu­sik und Tanz ge­hö­ren ein­fach zu­sam­men.“Da­bei gibt sie zu, dass spa­ni­sche und ar­gen­ti­ni­sche Lie­der sehr stark ver­tre­ten sei­en. „Wir lie­ben die Mu­sik aus die­sen Län­dern, weil sie so emo­tio­nal und lei­den­schaft­lich ist.“

Frü­her Be­ginn in der Kind­heit

Mar­gu­syuk be­gann mit vier Jah­ren mit dem Gei­gen­spiel. „Da­nach war es schnell mein Traum, Mu­si­ke­rin zu wer­den“, er­zählt die in Mos­kau ge­bo­re­ne Rus­sin. Sie sei im­mer sehr glück­lich ge­we­sen, Gei­ge zu spie­len. „In der Zeit, als ich zwi­schen zehn und 15 Jah­ren alt war, konn­te ich mir gar nicht mehr vor­stel­len, oh­ne Gei­ge zu sein.“Ein Leben oh­ne Mu­sik sei für sie eben­falls un­vor­stell­bar. Ähn­lich sieht es die ge­bür­ti­ge Weiß­rus­sin Sch­kin­der, die mit sechs Jah­ren mit dem Ak­kor­de­on­spiel be­gann. „Ich hat­te ei­ne Leh­re­rin aus St. Pe­ters­burg“, be­rich­tet sie über ih­re An­fän­ge. „Die war sehr en­er­gisch, aber sie hat es ge­schafft, dass wir al­le uns in un­ser In­stru­ment ver­liebt ha­ben.“Als So­lis­ten hät­te sie be­reits in zahl­rei­chen Län­dern ge­spielt, be­rich­tet Mar­gu­syuk. „Wir wa­ren un­ter an­de­rem in Frank­reich, den Nie­der­lan­den, Ita­li­en und Spa­ni­en“, nennt sie ei­ni­ge Bei­spie­le. 2013 grün­de­ten die Mu­si­ke­rin­nen dann das Duo Est­rel­las.

Von Schwer­mut bis Fröh­lich­keit

„Na­tür­lich ha­ben wir auch ei­nen rus­si­schen Kom­po­nis­ten in un­se­rem Re­per­toire“, er­zähl­te Mar­gu­syuk. Al­ler­dings hät­ten sie sich bei Pe­ter Tschai­kow­sky für das ita­lie­ni­sche Tanz­lied ent­schie­den. „Der Kom­po­nist ist rus­sisch, die Me­lo­die ita­lie­nisch“, er­klärt Sch­kin­der. Tschai­kow­sky sei auf ei­ner Ita­li­en­rei­se fas­zi­niert ge­we­sen von der Mu­sik, die er dort ge­hört ha­be. Und so be­ka­men auch die Zu­hö­rer in der Lieb­frau­en­kir­che auf der mu­si­ka­li­schen Welt­rei­se zu je­dem Lied in­ter­es­san­te In­for­ma­tio­nen zu Mu­sik oder Kom­po­nist. Das Spiel des Du­os pass­te sich den Stü­cken an. So reich­te al­lein beim letz­ten Stück, den „Zi­geu­ner­wei­sen“von Pa­blo de Sa­ra­sa­te, die Band­brei­te von lang­sa­mem Schwer­mut bis zu ra­san­ter Fröh­lich­keit. Und so muss­ten sie am En­de ei­ne Zu­ga­be ge­ben, bei der sie die Zu­hö­rer mit dem „Un­ga­ri­schen Tanz Nr. 5“von Jo­han­nes Brahms noch ein­mal be­geis­ter­ten. „Zwi­schen uns und dem Pu­bli­kum fin­det ein Ener­gie­aus­tausch statt“, er­klär­te Mar­gu­syuk. „Wir ge­ben un­se­re Ener­gie und be­kom­men ein Feed­back.“Oder wie Schwes­ter Wirz es for­mu­lier­te: „Die Mu­sik lebt, wenn man sie mit dem nö­ti­gen Tem­pe­ra­ment spielt.“

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