Klar beat­les­las­tig

Frei­luft­kon­zert: „Die Sai­ten­schnei­der“tre­ten hin­ter der Dorf­schen­ke in Her­ber­hau­sen auf

Eichsfelder Tageblatt - - Kultur - Von Mat­thi­as Hein­zel

Her­ber­hau­sen. Die Beat­les, die Sto­nes, Cree­de­nce Cle­ar­wa­ter Re­vi­val, Manfred Mann – die se­li­gen 1960er und 1970er wur­den wach am Sonn­abend­nach­mit­tag hin­ter der Her­ber­häu­ser Dorf­schen­ke. Die Ro­rin­ger Band „Die Sai­ten­schnei­der“sorg­ten für ein paar lau­ni­ge St­un­den.

Bei an­ge­neh­men Tem­pe­ra­tu­ren im Gar­ten des Lo­kals star­te­te das Sex­tett klar beat­les­las­tig. Da­nach ging es quer durch die Ge­schich­te der Pop­mu­sik, vor al­lem aus der gol­de­nen Zeit der bri­ti­schen Pop­mu­sik vor 50 Jah­ren. Aber auch neue­re Ti­tel brach­te die Band den gut 100 Zu­hö­rern zu Ge­hör.

„Wir ha­ben Spaß an der Mu­sik“

„170 Songs ha­ben wir im Re­per­toire“, sagt Bru­no Christ nicht oh­ne Stolz. Mit­te der 1980er-jah­re, er­klärt der Gi­tar­rist und Sän­ger, in sei­nem an­de­ren Leben Me­di­zin­pro­fes­sor am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Leip­zig, ha­be er be­gon­nen, in ei­ner Band Mu­sik zu ma­chen. „Und Mit­te der 1990er-jah­re mein­ten wir, wir sei­en nun so­weit, auch öf­fent­lich

auf­tre­ten zu kön­nen.“Das funk­tio­nie­re seit Jahr­zehn­ten. Klar sei, „wir sind al­le kei­ne Pro­fis. Aber wir ha­ben al­le Spaß an der Mu­sik.“

Und die soll ihr Pu­bli­kum, auch das ten­den­zi­ell eher im ge­setz­te­ren Al­ter, zum Mit­sin­gen und Tan­zen ani­mie­ren. Das dau­er­te am Sonn­abend ein we­nig. Statt­des­sen

hat­te Dorf­schen­ken-mit­be­trei­be­rin Ve­ra Rohr­d­antz je­de Men­ge da­mit zu tun, den Grill mit Brat­würs­ten und Schwei­nesteaks zu be­stü­cken: Of­fen­bar macht Mu­sik auch hung­rig.

„Wir ha­ben ganz un­ter­schied­li­che mu­si­ka­li­sche Vor­lie­ben“, sagt Hein­rich Arend, wie Christ Gi­tar­rist und Sän­ger in der Band. „Wir spie­len ein­fach von je­dem et­was.“Ger­ne Wohl­fühl-mu­sik wie bei­spiels­wei­se von den Eagles. Auch mal deut­sche Schla­ger von Dra­fi Deut­scher oder Fred­dy Quinn. Spe­zia­li­tät der Band sei­en eher unbekannte Songs sehr be­kann­ter Bands – „zum Bei­spiel die B-sei­ten der da­ma­li­gen Hit-singles“.

Und das bis heu­te. Mit gleich vier Gi­tar­ren, Bass­gi­tar­re, Ca­jon – ei­ner Kis­ten­trom­mel – und fast im­mer mehr­stim­mi­gem Ge­sang be­ka­men die sechs Mu­si­ker ei­nen flüs­si­gen, lo­cke­ren Sound hin, zu dem sich an ei­nem lau­schi­gen Som­mer­abend gut ein küh­les Bier­chen zi­schen lie­ße. „Dorf­schen­ken“-che­fin Ka­rin Pei­ne­mann freut’s: „Die Sai­ten­schnei­der wa­ren jetzt schon zum vier­ten Mal hier.“

Pei­ne­mann ver­sucht, ein­mal im Mo­nat Mu­sik in ih­rer Kn­ei­pe an­zu­bie­ten. An­fang der Woche hat­ten so­wohl die Band als auch die Kn­ei­pen­be­trei­be­rin ar­ge Be­fürch­tun­gen, das Open-air-kon­zert könn­te im Dau­er­re­gen und ei­ner auf­ge­weich­ten Wie­se ver­sin­ken. Doch der Sonn­abend­nach­mit­tag brach­te op­ti­ma­le Be­din­gun­gen.

FO­TO: HEL­LER

„Die Sai­ten­schnei­der“sor­gen hin­ter der Dorf­schen­ke in Her­ber­hau­sen für ein paar lau­ni­ge St­un­den.

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