Beim Arzt kom­men Pri­v0t­p0ti­en­ten Im­mer vor mir dr0n. Än­dert sich d0s?

Eichsfelder Tageblatt - - BLICK IN DIE ZEIT - Va­le­rie Höh­ne

War­te­zei­ten, Fach­arzt­ter­mi­ne, Chef­arzt­be­hand­lung: Stu­di­en zei­gen im­mer wie­der, dass sich ge­setz­lich kran­ken­ver­si­cher­te Patienten schlech­ter ver­sorgt füh­len. Wie und ob das Ge­sund­heits­sys­tem re­for­miert wer­den soll, ist ei­ne lan­ge und oft dis­ku­tier­te Fra­ge. Seit ein paar Jah­ren wird im­mer wie­der als mög­li­che Al­ter­na­ti­ve die Bür­ger­ver­si­che­rung ge­nannt.

Das wol­len die Par­tei­en:

■ Die Uni­on lehnt die Ein­füh­rung ei­ner Bür­ger­ver­si­che­rung ab: „Un­ser Ge­sund­heits­we­sen hat sich mit der frei­be­ruf­li­chen Ärz­te­schaft, sei­ner Selbst­ver­wal­tung und mit sei­nen ge­setz­li­chen und pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­run­gen be­währt“, steht in ih­rem Wahl­pro­gramm.

■ Die FDP möch­te den Wett­be­werb zwi­schen den ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si- che­run­gen ver­stär­ken. Sie setzt sich ne­ben der pri­va­ten Kran­ken­kas­se für ei­ne frei­heit­li­che ge­setz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung ein. „Ei­ner als ,Bür­ger­ver­si­che­rung‘ ge­tarn­ten staat­li­chen Zwangs­kas­se er­tei­len wir ei­ne kla­re Ab­sa­ge“, schreibt die Par­tei. Un­ab­hän­gig vom Ein­kom­men sol­len die Bür­ger wäh­len kön­nen, ob sie sich pri­vat oder ge­setz­lich ver­si­chern las­sen.

■ Das se­hen SPD, Lin­ke und Grü­ne an­ders. Die drei Par­tei­en wol­len ei­ne Bür­ger­ver­si­che­rung ein­füh­ren und be­kla­gen zu­dem ei­ne „ZweiKlas­sen-me­di­zin“. Auch Be­am­te und Selbst­stän­di­ge sol­len künf­tig über die Bür­ger­ver­si­che­rung ab­ge­si­chert sein. In der Aus­ge­stal­tung un­ter­schei­den sich die drei Par­tei­en.

■ Spd-ge­sund­heits­ex­per­te Karl Lau­ter­bach geht da­von aus, dass die Bei­trä­ge für die pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung nach Ein­füh­rung ei­ner Bür­ger­ver­si­che­rung stark stei­gen wür­den, sie soll aber nicht ab­ge­schafft wer­den.

■ Die Grü­nen wol­len, dass die Arzt­ho­no­ra­re in Zu­kunft nicht mehr ab­hän­gig von der Ver­si­che­rungs­art sind. Auch sie wol­len die pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­run­gen nicht auf­lö­sen.

■ An­ders sieht das die Lin­ke. Sie schreibt: „Wir wol­len, dass al­le in Deutsch­land le­ben­den Men­schen Mit­glied der so­li­da­ri­schen Ge­sund­heits­ver­si­che­rung wer­den, auch die der­zeit Pri­vat­ver­si­cher­ten.“

■ Die AFD will, dass sich Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer die Kos­ten wie­der pa­ri­tä­tisch tei­len. An­sons­ten sind auch sie für die Bei­be­hal­tung des jet­zi­gen Sys­tems.

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