Wer sorgt für s0u­be­re Luft?

Eichsfelder Tageblatt - - BLICK IN DIE ZEIT - Ma­ri­na Kormbaki

Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel ist es ge­lun­gen, die Rei­hen zu­sam­men­zu­hal­ten, nach­dem die USA das Pa­ri­ser Kli­ma­ab­kom­men auf­ge­kün­digt ha­ben. Des­sen Ziel ist es, die Er­der­wär­mung auf zwei Grad zu be­gren­zen. Noch aber sind Fra­gen zu des­sen Um­set­zung un­ge­klärt, und der glo­ba­le Aus­stoß von Treib­haus­ga­sen ver­harrt auf ho­hem Ni­veau. Kein Eu-land stößt mehr Treib­haus­ga­se aus als Deutsch­land. Laut Um­welt­bun­des­amt wur­den 2016 ins­ge­samt fast 906 Mil­lio­nen Ton­nen Treib­haus­ga­se frei­ge­setzt, et­wa vier Mil­lio­nen Ton­nen mehr als 2015. Am stärks­ten ge­stie­gen sind die Emis­sio­nen im Ver­kehr. Das na­tio­na­le Ziel, bis 2020 die Emis­sio­nen um 40 Pro­zent ge­gen­über 1990 zu re­du­zie­ren, scheint un­rea­lis­tisch: Bis­her er­gibt sich nur ei­ne Min­de­rung von 27,6 Pro­zent.

Das wol­len die Par­tei­en:

■ Die Uni­on be­tont, dass Um­welt­schutz im Ein­klang ste­hen muss mit Wirt­schafts­wachs­tum. Sie be­kennt sich zum Pa­ri­ser Kli­ma­ab­kom­men und for­dert: „Lang­fris­tig muss ein gro­ßer Teil der fos­si­len Ener­gi­en wie Koh­le, Öl und Gas durch um­welt­freund­li­che Ener­gi­en er­setzt wer­den.“Wie genau und wann das ge­sche­hen soll, ist dem Pro­gramm nicht zu ent­neh­men.

■ Die SPD hebt die Rol­le des Kli­ma­schut­zes für die Sta­bi­li­tät in der Welt und für die Ent­ste­hung von Ar­beits­plät­zen her­vor. Be­son­de­re Er­wäh­nung fin­den die durch Braun­koh­le ge­präg­ten Re­gio­nen; hier müss­ten „re­gio­nal­wirt­schaft­li­che Struk­tu­ren auf- und aus­ge­baut“wer­den, heißt es et­was wol­kig im Pro­gramm. Vom Ein­stieg in den Aus­stieg der Koh­le­ver­stro­mung ist da­rin nicht die Re­de.

■ Die Grü­nen ge­ben sich beim Kli­ma­schutz ent­schlos­sen. So soll bis 2050 die Ener­gie­ver­sor­gung für Ge­bäu­de, Mo­bi­li­tät und In­dus­trie aus­schließ­lich aus Er­neu­er­ba­ren er­fol­gen. Die 20 schmut­zigs­ten Koh­le­kraft­wer­ke sol­len so­fort ab­ge­schal­tet wer­den. Und ab 2030 sol­len nur noch ab­gas­freie Au­tos neu zu­ge­las­sen wer­den. Erst auf gro­ßen Druck der Ba­sis fan­den die­se kon­kre­ten Zah­len Ein­gang ins Pro­gramm.

■ Die Lin­ke will den „so­zia­len und öko­lo­gi­schen Um­bau von Pro­duk­ti­on und Di­enst­leis­tun­gen“, zeigt aber nicht auf, wie genau.

■ Die AFD be­zwei­felt, dass der Kli­ma­wan­del men­schen­ge­macht ist. Sie for­dert den Stopp sämt­li­cher Kli­ma­schutz­maß­nah­men.

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