Ju­gend­raum in 2200 St­un­den mo­der­ni­siert

Kre­be­cker Ju­gend­grup­pe bringt Frei­zeit­do­mi­zil auf Vor­der­mann / Ju­gend­li­che wol­len am 16. Sep­tem­ber das En­de der Ar­bei­ten fei­ern

Eichsfelder Tageblatt - - EICHSFELD - Von Axel Art­mann

Kre­beck. Mit Ei­gen­in­itia­ti­ve und krea­ti­ven Ide­en ha­ben die Mit­glie­der der Ju­gend­grup­pe Kre­beck den Ju­gend­raum mo­der­ni­siert. Den Ab­schluss der Ar­bei­ten wol­len sie am Sonn­abend, 16. Sep­tem­ber, mit in­ter­es­sier­ten Be­su­chern fei­ern.

„Der Raum wird lie­be­voll von uns Wohn­zim­mer ge­nannt, er hat al­les, was das ju­gend­li­che Herz be­gehrt“, sagt Erik Ot­to, der mit sei­nem Bru­der Sven die Ar­bei­ten maß­geb­lich ko­or­di­nier­te. Nach­dem sie vor zwei Jah­ren ei­nen Durch­bruch vom Ju­gend­raum in Rich­tung Gar­ten­stra­ße be­hin­der­ten­ge­recht ge­stal­tet und das an­gren­zen­de Are­al in ei­nen Auf­ent­halts­be­reich ver­wan­delt hat­ten, brach­ten sie nun den In­nen­be­reich op­tisch und en­er­ge­tisch auf Vor­der­mann.

2200 St­un­den Ei­gen­leis­tung in­ves­tier­ten die Ju­gend­li­chen seit No­vem­ber, um ihr Frei­zeit­do­mi­zil zu mo­der­ni­sie­ren. „Die gan­ze Elektrik wur­de er­neu­ert, die De­cke ab­ge­hängt und die Däm­mung er­neu­ert“, be­nennt der Kre­be­cker die ers­ten Schrit­te. Akus­tik­plat­ten sei­en mon­tiert wor­den, um den Schall­schutz zu ver­bes­sern. Au­ßer­dem wur­den die Fens­ter neu ge­dämmt. Der Ge­räuschmin­de­rung dient auch ein Li­mi­ter. „So­bald die Fens­ter ge­öff­net sind, wird die Laut­stär­ke der Mu­sik um 50 De­zi­bel ver­rin­gert“, be­schreibt der 23-Jäh­ri­ge den Ef­fekt des Ge­rä­tes.

Ein wich­ti­ges An­lie­gen der Ju­gend­li­chen war es, Ener­gie­kos­ten zu sen­ken. „Wir wol­len mit kleins­tem Auf­wand mög­lichst viel Ener­gie spa­ren“, sagt Ni­k­las Mül­ler. Die Hei­zun­gen sei­en auf elek­tri­sche Steue­rung um­ge­stellt wor­den. Sei der Haupt­schal­ter aus­ge­stellt, wer­de die Tem­pe­ra­tur auf 15 Grad her­un­ter­ge­re­gelt. Wenn er an­ge­stellt sei, wer­de für ei­ne Tem­pe­ra­tur von 22 Grad ge­sorgt. Bei ge­öff­ne­tem Fens­ter fah­re die Hei­zung eben­falls au­to­ma­tisch her­un­ter. Die Lam­pen sei­en kom­plett auf Led-tech­nik um­ge­stellt wor­den. Die Ju­gend­li­chen näh­men an ei­nem Kli­ma­schutz­pro­jekt teil, das den Ti­tel „Wir wol­len mehr“tra­ge. Da­bei ge­he es dar­um, die Um­welt zu scho­nen, Ju­lia Mül­ler, Mit­glied der Ju­gend­grup­pe Heiz-, Strom- und ge­ne­rell Ener­gie­kos­ten zu spa­ren.

Das Team er­neu­er­te auch die Toi­let­ten­räu­me und die Kü­che. Hin­gu­cker ist das rie­si­ge Graf­fi­ti ei­nes pro­fes­sio­nel­len Graf­fi­ti­künst­lers.

Die Kos­ten für den In­nen­aus­bau be­zif­fern die Ju­gend­li­chen mit rund 17000 Eu­ro. Fi­nan­ziert wur­de das Pro­jekt aus Mit­teln der Ge­mein­de Kre­beck, der Ju­gend­hil­fe des Land­krei­ses, Spen­den so­wie Er­lö­sen der Ver­an­stal­tun­gen, die das Ju­gend­raum­team aus­rich­te. Da­zu zähl­ten Kar­ne­val-dis­cos, Os­ter­feu­er und der St.-mar­tins-um­zug. Da­mit sei­en die Ar­bei­ten und Ein­rich­tungs­tei­le fi­nan­ziert wor­den, die über die rei­ne Gr­und­aus­stat­tung hin­aus­ge­hen wie das Graf­fi­ti, die The­ke und die in­di­rek­te Be­leuch­tung. Aus künf­ti­gen Er­lö­sen möch­te die Grup­pe noch ei­ne Ne­bel­ma­schi­ne an­schaf­fen.

In der Spit­ze hät­ten sich bis zu 20 Ju­gend­li­che an den Ar­bei­ten be­tei­ligt, das Kern­team ha­be aus sechs Mit­glie­dern mit teil­wei­se hand­werk­li­cher Er­fah­rung be­stan­den, be­rich­tet Jan­nes Dittrich. Au­ßer­dem hät­ten El­tern den Ju­gend­li­chen zur Sei­te ge­stan­den. Für de­ren Er­fah­run­gen in­ter­es­sie­ren sich auch Ju­gend­li­che aus an­de­ren Or­ten. Sie wür­den un­ter an­de­rem da­nach fra­gen, wie Gel­der ein­ge­wor­ben wer­den könn­ten.

Die Mit­glie­der der Grup­pe möch­ten künf­tig ein­heit­lich auf­tre­ten. Sie las­sen sich T-shirts, Pull­over, Jog­ging­ho­sen und Caps mit dem Schrift­zug des Ju­gend­raums dru­cken, der für den Zu­sam­men­halt der Ju­gend­li­chen ei­ne wich­ti­ge Rol­le spielt „Es ist ei­ne gu­te Mög­lich­keit, Freun­de zu tref­fen“, sagt Ju­lia Mül­ler. Für an­de­re ist es wich­tig, die Frei­zeit oh­ne el­ter­li­che Auf­sicht zu ge­stal­ten und Gleich­alt­ri­ge zu tref­fen, zu de­nen der Kon­takt nach der Grund­schu­le ab­ge­ris­sen sei.

Das öf­fent­li­che Pro­gramm am Sonn­abend be­ginnt um 15 Uhr. Es gibt kur­ze Re­den, Ju­gend­li­che wol­len den Gäs­ten er­läu­tern, wie sie den Um­bau ge­stal­tet ha­ben. In Ge­sprächs­run­den soll der Er­fah­rungs­aus­tausch im Vor­der­grund ste­hen. Die Ju­gend­grup­pe stellt Es­sen und Ge­trän­ke ge­gen Spen­den be­reit.

Es ist ei­ne gu­te Mög­lich­keit, Freun­de zu tref­fen.

FO­TO: BÄNSCH

Mit­glie­der der Kre­be­cker Ju­gend­grup­pe mo­der­ni­sie­ren den Ju­gend­raum.

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