Fil­me im Dia­log mit Ob­jek­ten

Mu­se­um Folk­wang zeigt Alex­an­der Klu­ges „Plu­ri­ver­sum“

Eichsfelder Tageblatt - - KULTUR -

Es­sen. Das Mu­se­um Folk­wang prä­sen­tiert an­läss­lich des 85. Ge­burts­tags von Alex­an­der Klu­ge die ers­te gro­ße Mu­se­ums­aus­stel­lung des Fil­me­ma­chers und Au­tors. Für Plu­ri­ver­sum (15. Sep­tem­ber – 7. Ja­nu­ar ) hat Klu­ge durch­weg neue Ar­bei­ten ge­schaf­fen und ver­legt sein Werk erst­mals in ein Mu­se­um.

Er in­stal­liert in sechs mul­ti­me­dia­len Räu­men neue fil­mi­sche Bild­mon­ta­gen zu­sam­men mit Ob­jek­ten, dar­un­ter ei­ne Fo­to­gra­fie von Thomas De­mand, Glas­plat­ten von Kers­tin Brätsch und Li­tho­gra­fi­en von Paul Klee. Klu­ge ge­währt zu­dem zum ers­ten Mal Ein­bli­cke in bis­her un­ver­öf­fent­lich­te Ma­te­ria­li­en und Film­samm­lun­gen, die zwi­schen 1985 und 2007 ent­stan­den sind.

Klu­ges Werk krei­se um die gro­ßen The­men der Mo­der­ne, so die Aus­stel­lungs­ma­cher. Der Au­tor sam­me­le sei­ne Roh­stof­fe aus his­to­ri­schen Er­eig­nis­sen, kos­mi­schen Be­ge­ben­hei­ten, in­di­vi­du­el­len Er­leb­nis­sen, und ent­wi­cke­le mit den Mit­teln der Montage neue Wer­ke. Ähn­lich brin­ge er als Fil­me­ma­cher Tex­te und Bil­der in Kon­stel­la­tio­nen zu­ein­an­der. Dar­über hin­aus be­steht sein Werk aus li­te­ra­ri­schen und wis­sen­schaft­li­chen Pu­bli­ka­tio­nen. Für die Aus­stel­lung im Mu­se­um Folk­wang hat Klu­ge sei­ne Kern­the­men in sechs Räu­men kon­zen­triert. Erst- mals tre­ten die Fil­me in Dia­log mit Ob­jek­ten, Kurz­ge­schich­ten, den Kunst­wer­ken an­de­rer Künst­ler und wer­den zu Dia­gram­men und Bil­dern. Den Aus­stel­lungs­raum er­obert sich Klu­ge als Me­di­um – als ei­nen Ort, um neue Zu­sam­men­hän­ge her­zu­stel­len. Er ist sich „si­cher, dass sich Mu­se­en heut­zu­ta­ge zu Werk­stät­ten wan­deln“.

Viel­fäl­ti­ge Ko­ope­ra­tio­nen Klu­ges

Ein Schwer­punkt der Prä­sen­ta­ti­on sind die viel­fäl­ti­gen Ko­ope­ra­tio­nen Klu­ges, das Zu­sam­men-den­ken mit Wis­sen­schaft­lern und Künst­lern. Hel­ge Schnei­der, Sa­rah Mor­ris, Thomas Thie­de, Thomas De­mand, Ger­hard Rich­ter und An­selm Kie­fer. In Raum 6 – „Uns trennt von ges­tern kein Ab­grund, son­dern die ver­än­der­te La­ge“– wer­den dar­über hin­aus Wer­ke aus der un­mit­tel­ba­ren Zu­sam­men­ar­beit Klu­ges mit den Künst­le­rin­nen Kers­tin Brätsch und Ade­le Rö­der ge­zeigt.

Die be­glei­ten­de Ver­an­stal­tungs­rei­he „Im Rausch der Ar­beit“wid­met sich dem Wir­ken, Den­ken und künst­le­ri­schen Pro­zess des Fil­me­ma­chers. Am 21. Sep­tem­ber spricht der Phi­lo­soph Ge­or­ges Di­di-hu­ber­man über die Flücht­lings­fra­ge, mit der sich Klu­ge der­zeit in sei­nem Werk be­schäf­tigt. chb

FO­TO: DPA

Alex­an­der Klu­ge er­klärt im Folk­wang Mu­se­um die Funk­ti­ons­wei­se sei­ner Ar­rif­lex 35 Film­ka­me­ra.

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