Plei­te­pro­fi­teur Luft­han­sa

Eichsfelder Tageblatt - - WIRTSCHAFT - Von Al­brecht Scheu­er­mann

Es kommt, wie es kom­men muss­te. Vie­le Markt­ken­ner hat­ten vor stei­gen­den Flug­prei­sen in­fol­ge der Air-ber­lin­plei­te ge­warnt – zu Recht, wie sich jetzt zeigt. Wenn plötz­lich fast 100 Flug­zeu­ge in Deutsch­land am Bo­den blei­ben und da­durch pro Tag 60 000 Sitz­plät­ze im Flug­ver­kehr nicht mehr zur Ver­fü­gung ste­hen, sind deut­lich hö­he­re Ti­cket­prei­se und aus­ge­buch­te Flü­ge die lo­gi­sche Fol­ge. Be­trof­fen sind vor al­lem Ge­schäfts­rei­sen­de im in­ner­deut­schen Flug­ver­kehr.

Um­welt­schüt­zer müss­ten sich die Hän­de rei­ben: Schließ­lich for­dern sie schon lan­ge hö­he­re Flug­prei­se, um die Freu­de am Flie­gen zu dämp­fen. Man sieht, dass dies auch oh­ne Ti­cket­steu­er mög­lich ist.

Am meis­ten Grund zur Freu­de hat je­doch die Luft­han­sa. Die Flug­ge­sell­schaft ist der Haupt­pro­fi­teur der Air-berlin-plei­te. Sie be­kommt nicht nur fast ei­ne Mo­no­pol­stel­lung im in­ner­deut­schen Luft­ver­kehr, son­dern kas­siert jetzt je­de Men­ge Geld durch die feh­len­den Flug­ka­pa­zi­tä­ten und den da­durch aus­ge­lös­ten Preis­schub. Kein Wun­der, dass auch die Ak­tie der noch vor we­ni­gen Jah­ren als ab­sturz­be­droht gel­ten­den Flug­li­nie ei­nen sen­sa­tio­nel­len Hö­hen­flug er­lebt. Al­lein in die­sem Jahr hat sie sich mehr als ver­dop­pelt.

Bei den Pas­sa­gie­ren dürf­te die­ser Er­folg je­doch ge­misch­te Ge­füh­le aus­lö­sen. Schließ­lich sind sie es, die da­für in die Ta­sche grei­fen müs­sen. Viel­leicht gibt dies An­lass, über Al­ter­na­ti­ven nach­zu­den­ken. Die Bahn bie­tet mit ih­ren Hoch­ge­schwin­dig­keits­zü­gen auf vie­len Stre­cken ganz at­trak­ti­ve Kon­kur­renz­an­ge­bo­te.

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