Hil­fe bei Ent­wick­lungs­fra­gen und Er­zie­hungs­pro­ble­men

Fach­leu­te der Ca­ri­tas Süd­nie­der­sach­sen un­ter­stüt­zen Fa­mi­li­en in schwie­ri­gen Pha­sen vor Ort

Eichsfelder Tageblatt - - EICHSFELD - Von Clau­dia Nacht­w­ey

Gie­bol­de­hau­sen. „El­tern sind heu­te ei­ner In­fo-flut zum The­ma Ent­wick­lung des Kin­des aus­ge­setzt. Vie­le wer­den da­durch ver­un­si­chert“, hat der So­zi­al­päd­ago­ge Mar­kus Pior­u­n­ek fest­ge­stellt. Als Er­zie­hungs­be­ra­ter der Ca­ri­tas Süd­nie­der­sach­sen un­ter­stützt er El­tern in Du­der­stadt und Gie­bol­de­hau­sen.

Im Fa­mi­li­en­zen­trum St. An­to­ni­us ist Pior­u­n­ek schon be­kannt von El­tern­aben­den und Ver­an­stal­tun­gen, bei de­nen die Ent­wick­lung der Kin­der im Mit­tel­punkt stand – die phy­si­sche eben­so wie die psy­chi­sche. Auch die Be­ra­tungs­stun­den der Ca­ri­tas, die in Du­der­stadt und in Gie­bol­de­hau­sen an­ge­bo­ten wer­den, wür­den in­zwi­schen gut an­ge­nom­men, sagt Pior­u­n­ek. Die Sor­gen der El­tern be­tref­fen ent­we­der die kör­per­li­che Ent­wick­lung des Kin­des oder Er­zie­hungs­fra­gen. Meis­tens kom­men die El­tern von sich aus, manch­mal wird ei­ne Be­ra­tung auch von den Er­zie­hern im Kin­der­gar­ten,

Mar­kus Pior­u­n­ek, Mit­ar­bei­ter der Be­ra­tungs­stel­le für Kin­der, Ju­gend­li­che und El­tern (Er­zie­hungs­be­ra­tung) des Ca­ri­tas­ver­ban­des Süd­nie­der­sach­sen e.v. im In­ter­view.

von Leh­rern oder so­gar vom Ju­gend­amt emp­foh­len, so die Er­fah­rung des Fach­manns.

„Der Ver­gleich un­ter­ein­an­der ist ex­tre­mer ge­wor­den“, hat auch Mo- ni­ka Ni­ckel, stell­ver­tre­ten­de Lei­te­rin der Kin­der­ta­ges­stät­ten der Ge­mein­de St. Lau­ren­ti­us Gie­bol­de­hau­sen, fest­ge­stellt. El­tern ori­en­tier­ten sich oft an den Ent­wick­lun­gen an­de­rer Kin­der, um die Ent­wick­lun­gen des ei­ge­nen Kin­des zu be­ur­tei­len. „Da­bei hö­ren sie zu we­nig auf ihr Bauch­ge­fühl“, meint Pior­u­n­ek. Er möch­te El­tern da­bei hel­fen, ih­re ei­ge­nen Kom­pe­ten­zen wie­der­zu­ent­de­cken. Manch­mal sei aber auch pro­fes­sio­nel­le Hil­fe nö­tig.

Be­son­ders bei ei­ner Tren­nung der El­tern wür­den Kin­der oft Pro­ble­me ent­wi­ckeln, mit de­ren Be­wäl­ti­gung die El­tern manch­mal über­for­dert sei­en. Al­ler­dings müss­ten die Be­trof­fe­nen auch be­reit sein, sich bei Pro­ble­men be­ra­ten zu las­sen. „Es kos­tet Mut, sich ein­zu­ge­ste­hen, dass man Hil­fe braucht“, sagt Pior­u­n­ek. El­tern soll­ten aber nicht war­ten, bis ih­nen die Pro­ble­me völ­lig über den Kopf wach­sen wür­den. Er bie­tet Hil­fe an, die bei Prä­ven­ti­on be­ginnt und bis zur Fa­mi­li­en­be­ra­tung mit Ein­be­zie­hung von Fach­leu­ten und Ärz­ten wei­ter­füh­ren kann.

„Als Er­zie­hungs­be­ra­ter un­ter­lie­ge ich der Schwei­ge­pflicht. Die El­tern ent­schei­den, wer bei ei­nem Ge­spräch mit ein­be­zo­gen wird, ob ein Leh­rer, Er­zie­her oder Psy­cho­lo­ge da­bei sein soll­te“, er­klärt Pior­u­n­ek. Ni­ckel be­grüßt da­bei die Hil­fe vor Ort. „Wir krie­gen mit, wenn es in ei­ner Fa­mi­lie Pro­ble­me gibt und kön­nen in be­stimm­ten Si­tua­tio­nen den El­tern ei­ne Er­zie­hungs­be­ra­tung emp­feh­len und auch un­se­re Hil­fe an­bie­ten“, sagt Ni­ckel. Wäh­rend die per­sön­li­che Be­ra­tung in­zwi­schen gut an­ge­nom­men wer­de, kam kei­ne Re­so­nanz auf das An­ge­bot zu ei­ner of­fe­nen Ge­sprächs­run­de mit in­ter­es­sier­ten El­tern im Fa­mi­li­en­zen­trum.

Die Idee da­zu war ent­stan­den, nach­dem bei zu­vor an­ge­bo­te­nen The­men­aben­den ein re­ger Aus­tausch statt­ge­fun­den ha­be, sagt Ni­ckel. „Wir pro­bie­ren ver­schie­de­ne Stra­te­gi­en aus, um den Fa­mi­li­en Hil­fe an­zu­bie­ten. Und auch die El­tern kön­nen ih­re Ide­en ein­brin­gen, wenn sie Aus­tausch su­chen oder In­ter­es­se an be­stimm­ten The­men ha­ben“, ap­pel­lie­ren Ni­ckel und Pior­u­n­ek an die Be­trof­fe­nen, ih­re Wün­sche zu äu­ßern.

FOTO: BÄNSCH

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