Das nächs­te gro­ße Ding: Block­chain

Sie könn­te die Welt ver­än­dern wie einst das In­ter­net: Die Block­chain-tech­no­lo­gie ist nicht nur das tech­ni­sche Herz der vir­tu­el­len Wäh­rung Bit­co­in. Sie gilt als Schlüs­sel für die vier­te in­dus­tri­el­le Re­vo­lu­ti­on. Han­deln im Netz wird si­che­rer. Aber Ban­ken un

Eichsfelder Tageblatt - - BLICK IN DIE ZEIT - Von Dirk Schma­ler

Andre­as Mu­cke ge­hör­te zu den Ers­ten. Wup­per­tals Ober­bür­ger­meis­ter be­zieht seit der Sil­ves­ter­nacht ge­nau den Strom, den er sich aus­ge­sucht hat. Ökostrom, und zwar, das war ihm wich­tig, di­rekt von ei­nem Er­zeu­ger aus der Re­gi­on.

Stau­nend blickt der Rest der Strom­bran­che jetzt auf die­sen ers­ten Bio­wo­chen­markt für elek­tri­sche Ener­gie. Die Stadt­wer­ke im Ber­gi­schen Land ha­ben hier ei­ne von Öko­freun­den seit Lan­gem ge­heg­te Fan­ta­sie Rea­li­tät wer­den las­sen. Man könn­te auch sa­gen, die Stadt­wer­ke ha­ben sich selbst aus dem Spiel ge­nom­men. Statt den Ökostrom der Wind­rad­bau­ern oder der klei­nen Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen-be­trei­ber ein­fach auf­zu­kau­fen und ins­ge­samt zu ver­mark­ten, über­las­sen die Stadt­wer­ke es den Kun­den, sich auf ei­ner völ­lig neu­en In­ter­net­platt­form tat­säch­lich selbst ih­ren per­sön­li­chen Strom­mix zu­sam­men­zu­stel­len.

Die An­bie­ter dür­fen ih­re je­weils ganz ei­ge­nen Prei­se fest­le­gen. Das Ge­schäft läuft di­rekt zwi­schen Er­zeu­ger und Kun­de – die Stadt­wer­ke bie­ten nur noch die Platt­form.

„Das Kon­zept hat die Kraft, den Strom­ver­trieb der Zu­kunft zu re­vo­lu­tio­nie­ren“, sagt Stadt­wer­ke-vor­stands­vor­sit­zen­der Andre­as Feicht. Und er könn­te da­mit so­gar recht ha­ben – weil sein An­ge­bot die lo­gi­sche Fort­füh­rung der Ener­gie­wen­de dar­stellt. Nach­dem die Strom­pro­duk­ti­on in Deutsch­land im­mer mehr mit klei­nen Er­zeu­gern er­gänzt wird, kann nun auch der Ver­trieb de­zen­tral or­ga­ni­siert wer­den. „Es gibt An­fra­gen von Ver­sor­gern aus ganz Deutsch­land und auch aus dem Aus­land“, sagt Stadt­wer­ke-spre­cher Hol­ger Ste­phan.

Nicht nur die Ener­gie­bran­che blickt in die­sen Ta­gen fas­zi­niert nach Wup­per­tal. Die Stadt­wer­ke ste­hen mit ih­rem An­ge­bot plötz­lich an der Spit­ze ei­ner Tech­no­lo­gie­be­we­gung, die welt­weit mitt­ler­wei­le qua­si­re­li­giö­se Zü­ge trägt.

Die Di­rekt­ver­mark­tung des Ökostroms ba­siert auf der­sel­ben Tech­no­lo­gie, die das Herz­stück der künst­li­chen Wäh­rung Bit­co­in bil­det – und zur­zeit welt­weit die Fan­ta­si­en der Chef­eta­gen und It-ent­wick­ler quer durch die Bran­chen an­regt. Sie heißt: Block­chain.

Glaubt man den Ex­per­ten, könn­te die Block­chain-tech­no­lo­gie in den nächs­ten Jah­ren un­se­re ge­sam­te Welt ver­än­dern: das heu­ti­ge Ban­ken­sys­tem zum Ein­sturz brin­gen, Be­hör­den über­flüs­sig ma­chen und das Ge­schäfts­ge­ba­ren neu ord­nen, rund um den Glo­bus.

Da­bei ist Block­chain ei­gent­lich nur ein Pro­gram­mier­code. Ein Pro­gramm in ei­nem Netz­werk von Mil­lio­nen von Com­pu­tern, das aus den un­zäh­li­gen Da­ten im Netz be­glau­big­te Do­ku­men­te ma­chen kann. Nach und nach ent­steht so ei­ne de­zen­tra­le Da­ten­bank, fäl­schungs­si­che­rer, als es der Amts­stem­pel je war.

Es ist, als ha­be das In­ter­net nach 30 Jah­ren Wild­west erst­mals so et­was ge­schaf­fen wie ei­ne ver­läss­li­che Ord­nung, ei­nen Hal­te­punkt, ei­ne un­be­stech­li­che In­stanz.

Ein Block­chain-netz­werk funk­tio­niert – ver­ein­facht ge­sagt – wie ein in viel­fa­cher Aus­füh­rung ge­führ­tes Kas­sen­buch. In die­sen Kl­ad­den kön­nen In­for­ma­tio­nen so ge­spei­chert wer­den, dass sie nicht mehr ver­än­dert wer­den kön­nen. Die Block­chain macht so di­rek­te und si­che­re Ge­schäf­te mög­lich – auch un­ter Par­tei­en, die ei­gent­lich nur we­nig Grund ha­ben, sich ge­gen­sei­tig zu ver­trau­en.

Ur­sprüng­lich wur­de der Mecha­nis­mus er­dacht, um die Kryp­towäh­rung Bit­co­in da­vor zu schüt­zen, dass je­mand sein vir­tu­el­les Geld zwei­mal aus­gibt. Mitt­ler­wei­le hat die Ge­schäfts­welt er­kannt, dass wo­mög­lich nicht die vir­tu­el­le Wäh­rung selbst den Fort­schritt bringt, son­dern die Tech­nik da­hin­ter.

Tä­tigt je­mand per In­ter­net ei­ne Trans­ak­ti­on – si­chert er sich et­wa die Rech­te an 50 Ki­lo­watt­stun­den Ökostrom vom Bau­ern –, wird die­se In­for­ma­ti­on in ei­ner Da­tei co­diert, ver­packt und auf al­len Com­pu­tern des Netz­werks ge­spei­chert. Je­de wei­te­re Trans­ak­ti­on wird wie­der­um ver­teilt und an den vor­he­ri­gen Block an­ge­hängt. So ent­steht ei­ne Ket­te von In­for­ma­ti­ons­blö­cken, die durch die brei­te Ver­tei­lung und den stän­di­gen Ab­gleich im Netz­werk nicht un­be­merkt ver­än­dert wer­den kann. Am En­de wird der tat­säch­lich ge­lie­fer­te Strom ver­läss­lich ab­ge­rech­net – oh­ne Zwi­schen­händ­ler. Oder das Geld wird ab­ge­bucht. Oder ein Ver­trag tritt in Kraft. Oder ei­ne Lie­fer­ket­te wird do­ku­men­tiert. Oder, oder, oder.

Der Hy­pe ist rie­sig

In den De­bat­ten um Di­gi­ta­li­sie­rung schlägt wie­der ein­mal die St­un­de der Gu­rus. „Block­chain wird ei­ne Schlüs­sel­tech­no­lo­gie des In­ter­nets für die kom­men­den zehn bis zwan­zig Jah­re sein“, sagt Phil­ipp Sand­ner vom Frank­furt School Block­chain Cen­ter.

Mit der Mei­nung ist er nicht al­lein. Der Hy­pe um die neue Tech­nik er­in­nert schon an die Dot­com-eu­pho­rie um die Jahr­tau­send­wen­de. Da­mals reich­te es oft schon, ei­ne In­ter­net­adres­se im Na­men zu tra­gen, um an den Ka­pi­tal­märk­ten Mil­lio­nen ein­zu­sam­meln. Auch heu­te spie­len In­ves­to­ren ver­rückt. Grün­der, die das Zau­ber­wort „Block­chain“sa­gen, kön­nen plötz­lich über Mil­lio­nen und Aber­mil­lio­nen ih­nen zu­flie­ßen­der Gel­der ge­bie­ten. Wer­den für 2018 noch In­ves­ti­tio­nen von 1,8 Mil­li­ar­den Us-dol­lar in die Tech­no­lo­gie er­war­tet, sol­len es bis 2021 be­reits 8,1 Mil­li­ar­den Dol­lar sein.

Das tra­di­ti­ons­rei­che Fo­to­gra­fie­un­ter­neh­men Ko­dak kämpf­te ge­ra­de noch fast aus­sichts­los mit der Di­gi­ta­li­sie­rung - dank neu­er Block­chain-plä­ne aber avan­cier­te es in­ner­halb we­ni­ger Wo­chen plötz­lich zum Hoff­nungs­trä­ger der Tech­no­lo­gie­jün­ger. In den USA hat sich vor ei­ni­gen Wo­chen der Eis­tee-her­stel­ler Long Is­land Iced Tea Corp. In Long Block­chain Corp. um­be­nannt. In­ner­halb von ei­nem Tag leg­te der

Bör­sen­kurs um 500 Pro­zent zu – ob­wohl mit der Um­be­nen­nung kein er­kenn­ba­rer Wech­sel der Fir­men­stra­te­gie ver­bun­den ist.

„Es gibt un­be­strit­ten ei­nen Hy­pe um das The­ma“, er­klärt Nils Ur­bach. Der Pro­fes­sor für Wirt­schafts­in­for­ma­tik an der Uni­ver­si­tät Bey­reuth kennt sich mit der neu­en Tech­nik aus. Er hat das Fraun­ho­fer Block­chain Lab mit­ge­grün­det und er­forscht die An­wen­dungs­mög­lich­kei­ten der neu­en Tech­no­lo­gie. Zur Zeit hat er un­zäh­li­ge An­fra­gen. Aus der Wirt­schaft, von Me­di­en, aus der Po­li­tik. Al­le wol­len wis­sen, was es mit Block­chains auf sich hat.

Laut der ak­tu­el­len You­gov-stu­die „Po­ten­zi­al­ana­ly­se Block­chain“glau­ben 61 Pro­zent der Ent­schei­der aus der deut­schen Wirt­schaft, dass die Tech­no­lo­gie ih­re Bran­che in den nächs­ten fünf Jah­ren deut­lich ver­än­dern wird. Be­ra­tungs­un­ter­neh­men ha­ben ei­ge­ne Ab­tei­lun­gen auf­ge­baut, die nur da­zu da sind, ih­ren Kun­den die Chan­cen und Ri­si­ken der neu­en Tech­nik für ih­re Bran­che zu er­klä­ren. Selbst Ezb-prä­si­dent Ma­rio Draghi nann­te die Tech­nik in die­ser Wo­che „sehr nütz­lich“.

Ur­bach kann die Auf­re­gung ver­ste­hen – auch wenn vie­les noch nicht aus­ge­reift sei. Der For­scher sieht ne­ben der Ener­gie­bran­che ei­ne gan­ze Rei­he wei­te­rer Wirt­schafts­fel­der, die durch die Block­chain-tech­no­lo­gie grund­le­gend ver­än­dert wer­den könn­ten.

■ Lo­gis­tik: Wa­ren­strö­me ab­zu­bil­den und trans­pa­rent zu ma­chen er­for­dert heu­te noch viel Per­so­nal und Do­ku­men­te. Per Block­chain wä­re es leicht mög­lich, die Ent­ste­hung, die Her­kunft und den Trans­port von Le­bens­mit­teln ver­läss­lich für den Kun­den für je­de Frucht oder je­des Stück Fleisch im Su­per­markt zu do­ku­men­tie­ren. Auch, ob die Kühl­ket­te un­ter­bro­chen wur­de, könn­te so au­to­ma­tisch un­lösch­bar fest­ge­hal­ten wer­den. Der Nut­zer müss­te per Smart­pho­ne den Code fo­to­gra­fie­ren – und be­kä­me den un­ge­schön­ten Lie­fer­weg an­ge­zeigt.

■ In­ter­net der Din­ge: For­scher und It-spe­zia­lis­ten träu­men schon län­ger von der so­ge­nann­ten „Ma­schi­ne­nöko­no­mie“– al­so ei­ner Wirt­schaft, in der Com­pu­ter und Ro­bo­ter un­ter­ein­an­der Ge­schäf­te ma­chen. Die Block­chain lie­fert da­für wich­ti­ge Vor­aus­set­zun­gen. So könn­ten Au­to­her­stel­ler ir­gend­wann ih­re au­to­nom fah­ren­den Au­tos nicht mehr ver­kau­fen, son­dern ein­fach bau­en und auf die Stra­ße set­zen. Pro­gram­miert mit dem Auf­trag, Geld zu ver­die­nen, wür­den sie Fahr­diens­te an­bie­ten und von dem er­wirt­schaf­te­ten Geld tan­ken oder sich wa­schen las­sen. Die Block­chain-tech­nik wür­de im Ver­bor­ge­nen ge­währ­leis­ten, dass die Ge­schäf­te zwi­schen Ma­schi­nen am En­de noch nach­voll­zieh­bar blei­ben.

■ Ro­bo­tik: Ma­schi­nen und Ro­bo­ter könn­ten künf­tig pass­ge­nau für je­de Nut­zung ver­mie­tet wer­den. Auch die ge­mein­schaft­li­che Nut­zung et­wa in der Nach­bar­schaft kann so fair ge­stal­tet wer­den. Die Block­chainTech­nik ge­währ­leis­tet, dass nur die tat­säch­li­che Ein­satz­zeit ab­ge­rech­net wird. Auch für ei­ne be­reits dis­ku­tier­te Ro­bo­ter­steu­er könn­te ei­ne un­trüg­lich do­ku­men­tier­te Nut­zungs­zeit die Grund­la­ge bil­den.

■ Iden­ti­tä­ten: Aus­weis­do­ku­men­te, Zeug­nis­se oder Grund­buch­ein­trä­ge könn­ten zu­sam­men mit ei­ner Be­glau­bi­gung der Be­hör­de in der Block­chain hin­ter­legt wer­den. Will der Ar­beit­ge­ber das Abi-zeug­nis se­hen, be­kommt er den Zu­gang zu der Da­tei samt Be­glau­bi­gung – und kann dank Block­chain si­cher sein, dass al­les stimmt. Auch die Ar­beit von No­ta­ren könn­te die Block­chain zu­min­dest teil­wei­se er­set­zen.

■ Ban­ken: Das Kern­ge­schäft der Ban­ken ist durch die Block­chain be­droht. Die Tech­no­lo­gie sorgt da­für, dass Da­ten on­li­ne nicht nur ko­piert, son­dern tat­säch­lich Wer­te von A nach B trans­fe­riert wer­den kön­nen. Kauft ein Nut­zer et­was, wird das im Block­chain-netz­werk viel­tau­send­fach ge­spei­chert. Ver­sucht der Nut­zer an­schlie­ßend bei ei­nem wei­te­ren Kauf ein zwei­tes Mal, sein Geld aus­zu­ge­ben, wird das vir­tu­el­le Kas­sen­buch zei­gen, dass er das Geld nicht mehr be­sitzt. Das Ge­schäft kommt nicht zu­stan­de. Ei­ne Bank wä­re für Über­wei­sun­gen nicht mehr nö­tig.

■ Geis­ti­ges Ei­gen­tum: Auch für den Han­del mit Musik, Tex­ten oder Fil­men kön­nen sich neue Ge­schäfts­mo­del­le er­ge­ben. Mu­si­ker kön­nen ih­re Ar­beit di­rekt an das Pu­bli­kum ver­kau­fen – und mit je­dem ab­rech­nen. Die Mu­si­ke­rin Björk et­wa ar­bei­tet be­reits an ei­nem Block- chain-mo­dell, mit dem ihr und ih­rer Band di­rekt das Geld für den ge­stream­ten Song über­wie­sen wird – vor­bei an al­len Plat­ten­fir­men, Zwi­schen­händ­lern oder auch Strea­m­ing­diens­ten wie Spo­ti­fy und App­le Mu­sic.

Wäh­rend die Tech­nik in klas­si­schen Bran­chen vor al­lem Ra­tio­na­li­sie­rungs­po­ten­zi­al ver­spricht, sind es ne­ben den Ban­ken aus­ge­rech­net die Ge­win­ner der ers­ten In­ter­net­wel­le, de­ren Ge­schäfts­mo­dell von der Block­chain be­droht wer­den könn­te. „Zen­tra­le Platt­for­men wie Face­book, Ebay, Airb­nb, Rei­se­ver­kaufspor­ta­le oder Uber, die vor ei­ni­gen Jah­ren gan­ze Bran­chen durch­ein­an­der­ge­wir­belt ha­ben, könn­ten nun zum Op­fer der neu­en Tech­nik wer­den“, sagt Ex­per­te Ur­bach. Er spricht von der „zwei­ten Wel­le der Dis­rup­ti­on“. Der Grund: Die­se Fir­men ver­die­nen ihr Geld als Mitt­ler – zwi­schen Käu­fer und Ver­käu­fer, Ur­lau­ber und Mie­ter, Fahr­gast und Fah­rer. Per Block­chain könn­ten die­se hoch­au­to­ma­ti­sier­ten Di­enst­leis­tun­gen weg­fal­len – wenn An­bie­ter und Käu­fer mas­sen­haft di­rekt zu­ein­an­der­fin­den. Björk macht es vor. „Die Block­chain ist die nächs­te Stu­fe der Re­vo­lu­ti­on nach der Ein­füh­rung des In­ter­nets“, meint et­wa die Grün­de­rin Kai­di Ruusa­leepp vom Block­chain-start-up Fun­der­beam.

Die Block­chain ist die nächs­te Stu­fe der Re­vo­lu­ti­on nach der Ein­füh­rung des In­ter­nets. Kai­di Ruusa­leepp, Grün­de­rin

Noch fehlt die Kil­ler-app

Noch aber ist die Kil­ler­an­wen­dung nicht ge­fun­den, die die Da­ten­bank nutz­bar macht – so wie der Brow­ser das In­ter­net für die Mas­sen er­schließ­bar mach­te. Auch recht­lich stel­len sich neue Fra­gen. Mit Block­chain-ge­trie­be­nen „Smart Contracts“et­wa könn­te man Geld­über­wei­sun­gen an tech­ni­sche Vor­gän­ge knüp­fen. Kauft man et­wa ein Au­to auf Ra­ten, könn­te der in­tel­li­gen­te Tür­öff­ner am Au­to nur so lan­ge funk­tio­nie­ren, wie die Bank die mo­nat­li­chen Zah­lun­gen re­gis­triert. Das mag prak­tisch für Gläu­bi­ger sein, recht­lich wä­re es heu­te nicht zu­läs­sig. Und ob die Block­chain letzt­lich wirk­lich nicht ma­ni­pu­lier­bar ist, wird auch an­ge­zwei­felt.

„Es wird nicht al­les funk­tio­nie­ren“, sagt For­scher Ur­bach. Durch­set­zen wer­de sich die Tech­nik trotz­dem. „Das In­ter­net als sol­ches war ja auch am An­fang nur et­was für Tech­nik­freaks.“

FO­TO: FO­TO­LIA

Ein­mal aus­wei­sen: Um die Iden­ti­tät nach­zu­wei­sen, kön­nen in der Block­chain be­reits ge­prüf­te Aus­wei­se oder an­de­re Do­ku­men­te samt Be­glau­bi­gung ab­ge­legt wer­den. Schlecht für die Ban­ken: Mit der Block­chain las­sen sich Über­wei­sun­gen tä­ti­gen oh­ne ei­ne Bank als Mitt­ler. Schlecht für In­ter­net­platt­for­men: Un­ter­neh­men wie Ebay sind Mitt­ler zwi­schen Käu­fer und Ver­käu­fer – und könn­ten von der Block­chain er­setzt wer­den. Schlecht für Spo­ti­fy: Die Block­chain soll Sän­ge­rin Björk Geld brin­gen – für je­den Son­ga­bruf im Netz. Er­leich­ternd für Lo­gis­tik: Wer Wa­ren­strö­me do­ku­men­tie­ren will, spart mit Block­chains viel Pa­pier und Ar­beits­kraft – und ge­winnt an Si­cher­heit.

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Ökostrom di­rekt vom Er­zeu­ger: Die Block­chain er­öff­net neue Ver­mark­tungs­mög­lich­kei­ten für Ökostrom­an­bie­ter.

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„Zwei­te Wel­le der Dis­rup­ti­on“: Fraun­ho­fer-wis­sen­schaft­ler Nils Ur­bach.

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