Nach­mit­tags­tief

Eichsfelder Tageblatt - - WIRTSCHAFT & BÖRSE -

Kurz ha­ben sich die Bör­sia­ner er­schro­cken. Am Mitt­woch um 14.30 Uhr deut­scher Zeit gab das Ar­beits­mi­nis­te­ri­um in den USA die In­fla­ti­ons­sta­tis­tik be­kannt. Dem­nach sind die Ver­brau­cher­prei­se in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten im Ja­nu­ar um 2,1 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat ge­stie­gen – das ist mehr als Ana­lys­ten er­war­tet hat­ten. Für die Bör­sen be­deu­tet das erst mal nichts Gu­tes. Denn ei­ne ho­he In­fla­ti­on zwingt die No­ten­bank zu ei­ner stren­ge­ren Geld­po­li­tik. Die Fe­deral Re­ser­ve (Fed) könn­te al­so, so fürch­ten An­le­ger, die Zin­sen schnel­ler an­he­ben. Und das macht Ak­ti­en als An­la­ge­form we­ni­ger in­ter­es­sant. Der Dax stürz­te in­fol­ge der Nach­richt um

200 Punk­te ab, fing sich dann aber schnell wie­der. Denn der Blick an die Bör­se in den USA zeig­te, dass die An­le­ger dort die Teue­rung we­sent­lich ge­las­se­ner sa­hen. Er­leich­tert klet­ter­te der Dax den Nach­mit­tag über im­mer wei­ter nach oben – und schloss bei 12 339 Punk­ten mit ei­nem Plus von 1,17 Pro­zent.

Thyssenkrupp hat ei­gent­lich ganz gu­te Zah­len vor­ge­legt. Die Ge­schäf­te mit Stahl lau­fen dank Preis­stei­ge­run­gen der­zeit bes­ser als er­war­tet. Der ope­ra­ti­ve Ge­winn der Spar­te konn­te im ers­ten Quar­tal des Ge­schäfts­jah­res fast ver­sechs­facht wer­den. Auch beim Auf­zug­ge­schäft hat der Kon­zern das Plus aus­ge­baut. Pro­ble­me macht aber der An­la­gen­bau. Die Toch­ter In­dus­tri­al So­lu­ti­ons be­kommt we­nig Auf­trä­ge. Des­halb wur­den im ver­gan­ge­nen Jahr in dem Be­reich schon 1500 Jobs ge­stri­chen. Das Spar­pro­gramm soll das Er­geb­nis in Zu­kunft spür­bar ver­bes­sern – doch bis­her läuft es noch nicht. Die Ak­tio­nä­re straf­ten das und ver­kauf­ten ih­re Ak­ti­en – der Kurs rutsch­te am Mitt­woch um 0,7 Pro­zent ab.

An­sons­ten gab es im Dax ges­tern nur Ge­win­ner. Die Ver­sor­ger RWE und Eon setz­ten ih­ren Er­ho­lungs­kurs fort – sie schnit­ten zu­sam­men mit der Com­merz­bank und Prosie­bensat1 am Mitt­woch am bes­ten ab. Ak­tio­nä­re im Me­dien­sek­tor hof­fen auf stei­gen­de An­zei­gen- und Wer­be­ein­nah­men in die­sem Jahr. Dar­auf deu­ten Aus­sa­gen gro­ßer Wer­be­agen­tu­ren hin.

Die Uhr an­hal­ten woll­te ges­tern si­cher­lich Fos­sil. Der Kurs der Ak­tie im Nas­daq stieg ges­tern zwi­schen­zeit­lich um mehr als 70 Pro­zent. Und dass, ob­wohl der ame­ri­ka­ni­sche Uh­ren­her­stel­ler wei­ter Ver­lust macht – im vier­ten Quar­tal stieg das Mi­nus auf 80 Mil­lio­nen Dol­lar. Aber die An­le­ger hat­ten noch Schlim­me­res er­war­tet – und sie schau­en hoff­nungs­voll ins neue Ge­schäfts­jahr. Denn so lang­sam soll­te das Kos­ten­sen­kungs­pro­gramm grei­fen. Vor vier Jah­ren stan­den Fos­sil-ak­ti­en noch bei fast 100 Eu­ro – selbst nach dem star­ken An­stieg von ges­tern lie­gen sie jetzt nur bei 11 Eu­ro.

WIRTSCHAFTSREDAKTION

An­ne Grü­ne­berg

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