80 Sei­ten Klein­ge­druck­tes sind zu viel

Ver­brau­cher­zen­tra­le mahnt Paypal ab – Ge­schäfts­be­din­gun­gen sind un­zu­mut­bar

Eichsfelder Tageblatt - - WIRTSCHAFT - Von Chris­toph Dern­bach

Berlin. Ver­brau­cher­schüt­zer ha­ben den On­lin­ebe­zahl­dienst Paypal we­gen sei­ner 80 Sei­ten um­fas­sen­den all­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen (AGB) ab­ge­mahnt. Das be­rich­ten die Zei­tun­gen der Fun­ke Me­di­en­grup­pe.

Paypal ver­sto­ße mit sei­nen AGB ge­gen den ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­nen Grund­satz der Trans­pa­renz, sag­te Ca­ro­la El­brecht vom Bun­des­ver­band der Ver­brau­cher­zen­tra­len (VZ­BV) in Berlin.

„Dru­cken Ver­brau­cher die AGB zu Hau­se ein­sei­tig im DINA4-for­mat aus, be­kom­men sie 80 Sei­ten Pa­pier auf cir­ca 24 Me­tern. Das ist aus Ver­brau­cher­sicht un­zu­mut­bar und muss ge­än­dert wer­den“, sagt die Rechts­re­fe­ren­tin für das Pro­jekt „Markt­wäch­ter Di­gi­ta­le Welt“beim VZ­BV.

Paypal hat nach An­ga­ben des Ver­bands bis En­de Fe­bru­ar Zeit, auf die Ab­mah­nung zu re­agie­ren. Wenn der On­lin­ebe­zahl­dienst nicht an­ge­mes­sen re­agie­re, wer­de der VZ­BV vor Ge­richt ge­hen, sagt El­brecht.

Der Fi­nanz­dienst­leis­ter Paypal, der in Deutsch­land rund 18,9 Mil­lio­nen Kun­den hat, prüft die An­ge­le­gen­heit, will sich aber zum ge­gen­wär­ti­gen Zeit­punkt nicht da­zu äu­ßern, sag­te ei­ne Spre­che­rin des Un­ter­neh­mens.

Die Ver­brau­cher­schüt­zer se­hen in den lan­gen AGB ei­nen Ver­stoß ge­gen das Wett­be­werbs­recht. „Hier liegt nach un­se­rer Auf­fas­sung nicht nur we­gen for­ma­ler Un­ver­ständ­lich­keit der AGB, son­dern ge­ra­de auch we­gen des er­for­der­li­chen Zeit­um­fangs, um das voll­stän­di­ge Re­gel­werk le­sen und ver­ste­hen zu kön­nen, ein Wett­be­werbs­ver­stoß vor“, sag­te El­brecht. Des­halb wer­de Paypal zur Ab­ga­be ei­ner Un­ter­las­sungs­er­klä­rung auf­ge­for­dert.

Ins­ge­samt um­fas­se der Text der AGB 20000 Wör­ter und 1000 Sät­ze, wo­von der längs­te Satz aus 111 Wör­tern be­ste­he. Bei ei­ner Le­se­ge­schwin­dig­keit von 250 Wor­ten pro Mi­nu­te be­nö­tig­ten Ver­brau­cher 80 Mi­nu­ten, um die Ge­schäfts­be­din­gun­gen voll­stän­dig zu le­sen, sag­te Ver­brau­cher­schüt­ze­rin El­brecht. Nut­zer von Smart­pho­neApps müss­ten 330-mal den Bild­schirm her­un­ter­scrol­len, um ans Tex­ten­de zu ge­lan­gen.

FO­TO: DPA

Auf dem Smart­pho­ne müss­ten Nut­zer 330-mal scrol­len, um die all­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen kom­plett zu le­sen.

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