Stern­war­te: Bis 2005 Sitz der Astro­phy­sik

Vor knapp zehn Jah­ren wur­de die Stern­war­te nach Sa­nie­rung wie­der er­öff­net / Zwei Mil­lio­nen Eu­ro Kos­ten

Eichsfelder Tageblatt - - THEMA DES TAGES - Von Britta Bie­le­feld

Göt­tin­gen. Die Stern­war­te ist nach ei­ner rum­fang­rei­chen Sa­nie­rung 2000 wie­der er­öff­net wor­den - nach et­wa zwei Jah­ren Bau­zeit. Rund zwei Mil­lio­nen Eu­ro wa­ren da­mals in die Sa­nie­rung des his­to­ri­schen Uni­ver­si­täts­ge­bäu­des und in die Mo­der­ni­sie­rung der kom­plet­ten Haus­tech­nik gut ver­steckt und den his­to­ri­schen Ein­druck nicht stö­rend - ge­flos­sen. 200 000 Eu­ro für die Re­stau­rie­rung der Be­ob­ach­tungs­kup­pel brach­te der Ver­ein Göt­tin­ger Gauß-kup­pel­ge­mein­schaft auf. Der Te­le­sko­p­raum schlum­mer­te bis da­hin vor sich hin, der Zu­gang zum Him­mel war seit 1961 ver­sperrt. Da­mals hat­te es durch­ge­reg­net. Die 1,8 Mil­lio­nen Eu­ro der Sa­nie­rung tru­gen zu 50 Pro­zent der Bund und zu je ei­nem Vier­tel das Land Nie­der­sach­sen und die Stif­tungs­uni­ver­si­tät Göt­tin­gen. Der Uni-an­teil war durch Spon­so­ren fi­nan­ziert wor­den. Größ­ter För­de­rer: Ot­to-bock-ge­schäfts­füh­rer Hans Ge­org Nä­der.

Be­reits für das Jahr 2005 plan­te die Uni­ver­si­tät ers­te Sa­nie­rungs­schrit­te.da­mals war dort noch die Astro­phy­sik un­ter­ge­bracht, die 2005, mit der Fer­tig­stel­lung des Phy­sik-neu­baus, in den Uni-nord­be­reich um­zog. Im Jahr 2005 wur­de der 150. To­des­tag des gro­ßen Ge­lehr­ten Gauss ge­fei­ert. Er war dort als ers­ter Di­rek­tor tä­tig. Die Stern­war­te soll­te dann zu­min­dest in Tei­len für die Bür­ger zu be­sich­ti­gen sein, so der da­ma­li­ge Plan der Uni.

Seit 2008 sind statt ver­win­kel­ter klei­ner Bü­ros die vier gro­ßen, bis zu acht Me­ter ho­hen Räu­me im Mit­tel­trakt des 1816 fer­tig­ge­stell­ten Ge­bäu­des wie­der so zu se­hen, wie sie ur­sprüng­lich ge­plant wa­ren. In Rot, Grau und Zart­grün er­strah­len die Räu­me. Ei­ne Farb­ge­bung, wie es sie schon zu Gauß’ Zei­ten gab. Und im­mer stie­ßen die Hand­wer­ker wäh­rend der Sa­nie­rung auf Über­ra­schun­gen: So ent­deck­ten sie bei­spiels­wei­se in der um 1924 nach­träg­lich ein­ge­rich­te­ten Bi­b­lio­thek Wand­ma­le­rei­en, die nun zum Teil wie­der frei­ge­legt sind. Ei­ne nicht so schö­ne Über­ra­schung war­te­te auf dem Dach­bo­den: Die Bal­ken wa­ren stark von Wür­mern zer­fres­sen. Bei der Sa­nie­rung der Stern­war­te dien­ten die al­ten Bau­plä­ne der War­te als Vor­la­ge. Ei­ni­ge bau­li­che Än­de­run­gen – et­wa die nach­träg­li­che Ver­brei­te­rung der Me­ri­di­an­schlit­ze oder neu ein­ge­zo­ge­ne De­cken – konn­ten nicht mehr rück­gän­gig ge­macht wer­den. 1886 und et­wa 1924 hat­te es mas­si­ve Ein­grif­fe ge­ge­ben. Zu den vier zen­tra­len Räu­men, die als Se­mi­nar­räu­me und Bi­b­lio­thek die­nen, sind im Ost- und West­flü­gel rund 40 Bü­ros und Sit­zungs­räu­me ent­stan­den. Die Gra­du­ier­ten­schu­len der Uni und das Lich­ten­berg-kol­leg ha­ben dort ihr Do­mi­zil.

FO­TO: PFÖRT­NER

Neu­es Li­n­ole­um für die Stern­war­ten-kup­pel: Mar­kus Blu­dau, Si­grid Lütt­ge, Ul­ri­ke Bei­sie­gel, Wolf­gang Lütt­ge, Rai­ner Bol­li.

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