Farm statt Vil­la

Ein Haus­be­such bei Schau­spie­le­rin Aman­da Sey­fried

Elle Decoration (Germany) - - INHALT - Fo­tos: STE­PHEN KENT JOHN­SON Sty­ling: ROBERT RUFINO

Wo und vor al­lem wie wür­den wir woh­nen, wenn wir ab­so­lut frei ent­schei­den könn­ten? Wenn Bud­get, Be­ruf, Be­zie­hun­gen kei­ner­lei Gren­zen setz­ten. Aman­da Sey­fried, je­ne Hol­ly­wood-Actri­ce mit den un­glaub­li­chen grü­nen El­fen-Au­gen, hat sich ent­schie­den für ein Farm­haus in Up­sta­te New York, 1920 aus Na­tur­stei­nen ge­baut. Zwei Scheu­nen ge­hö­ren da­zu, ein klei­ner Ort ist in der Nä­he, sonst sind hier, gut zwei Au­to­stun­den von Man­hat­tan ent­fernt, vor al­lem Wäl­der, sanf­te Hü­gel, viel Grün. Die ur­sprüng­li­che Land­schaft der Cats­kills war es auch, die Sey­fried an­zog. Und das Haus! „Noch be­vor ich es be­trat, wuss­te ich, dass ich es ha­ben woll­te“, er­zählt die 32-Jäh­ri­ge, die ge­ra­de in Da­vid Lynchs „Twin Peaks“-Re­vi­val be­ein­druckt. Ob­wohl ih­re Ar­beit in Ka­li­for­ni­en ver­or­tet ist, ist die Farm für sie nicht nur Fe­ri­en­haus, son­dern „ho­me away from ho­me“. Nach­dem Sey­fried letz­tes Jahr Schau­spiel­kol­le­ge Tho­mas Sa­doski hei­ra­te­te und sie ein Töch­ter­chen be­ka­men, gilt das um­so mehr. Mit der Re­no­vie­rung des An­we­sens hat­te Aman­da Sey­fried die Ar­chi­tek­tin und In­te­rior­de­si­gne­rin Sarah Za­mes mit de­ren Fir­ma Ge­ne­ral As­sem­bly be­auf­tragt. Nor­ma­ler­wei­se wird bei sol­chen Pro­jek­ten am En­de ein fer­tig ein­ge­rich­te­tes Heim an den Kli­en­ten über­ge­ben – durch­ge­stylt bis zur ge­fal­te­ten Ser­vi­et­te.

Ei­ne der bei­den Scheu­nen wur­de zum Gäste­haus, in der an­de­ren ste­hen Sey­frieds Pfer­de

Auch Sey­fried hat­te ih­re frü­he­re Woh­nung in Man­hat­tan und die Vil­la in L. A. bis ins letz­te De­tail aus­stat­ten las­sen. Dies­mal aber such­te sie nach ei­ner an­de­ren Er­fah­rung: „Ich woll­te se­hen, wie es ist, ein Haus Schritt für Schritt ein­zu­rich­ten, sein In­ne­res lang­sam wach­sen und sich ent­wi­ckeln zu las­sen.“Sarah Za­mes’ Auf­trag war es al­so, die per­fek­te Ba­sis da­für zu schaf­fen, erst ein­mal Licht und Luft in die Räu­me des al­ten Ge­mäu­ers zu brin­gen. „Im Erd­ge­schoss mit sei­nen di­cken Mau­ern konn­ten wir den Grund­riss nicht än­dern“, er­zählt Za­mes. Al­so plan­te sie statt­des­sen smar­te Ein­bau­ten und er­neu­er­te sämt­li­che Ober­flä­chen, um die Räu­me kla­rer und mo­der­ner zu ge­stal­ten. Im Ober­ge­schoss konn­te sie auch Grund­le­gen­des ver­än­dern: Aus drei Schlaf­zim­mern wur­den zwei, die De­cken wur­den bis zum Dach­ge­bälk ge­öff­net. Den­noch sind die Räu­me nicht sehr groß. „Aber Aman­da in­ter­es­siert eher der Cha­rak­ter ei­nes Rau­mes als sei­ne Grö­ße“, sagt Za­mes, die die­se Hal­tung mit fei­nen De­tails be­lohn­te. So spie­geln bei­spiels­wei­se maß­ge­fer­tig­te Re­ga­le die For­men der Fens­ter­öff­nun­gen. Au­ßer­dem hat Za­mes im­mer wie­der hand­ge­mach­te Flie­sen ein­ge­setzt: „Ich lie­be es, da­mit ei­nen Raum zu de­fi­nie­ren oder zu be­gren­zen.“Sey­fried selbst er­gänz­te dann noch Tex­ti­li­en, per­sön­li­che Fund­stü­cke und Kunst.

Le­be­we­sen ka­men auch da­zu – aus­ge­setz­te Kat­zen, Zie­gen und Hüh­ner, die sie ge­ret­tet hat, ge­hö­ren nun eben­so zu den Farm­be­woh­nern wie Sey­frieds Pfer­de und ihr Aus­tra­li­scher Schä­fer­hund Finn. Ei­ne der Scheu­nen ließ die Schau­spie­le­rin schließ­lich noch zum Gäste­haus um­bau­en. Ein Traum­pro­jekt für die In­te­ri­or-Ex­per­tin Sarah Za­mes. Sie er­setz­te al­te Scheu­nen­to­re durch Glas, um die Ver­bin­dung zur Na­tur her­zu­stel­len und er­gänz­te wei­ße Mau­ern, um das Holz von Bo­den und De­cke zu be­to­nen, Foh­len­stäl­le wur­den Gäs­te­zim­mer. Za­mes war selbst schon Gast hier: um ihr Werk zu ge­nie­ßen. Und weil es im­mer noch klei­ne Auf­ga­ben zu er­le­di­gen gibt. Mit Glück bleibt das so … Aber auch Sey­fried hat auf ih­rer Farm im­mer et­was zu tun: Sie ver­sorgt die Pfer­de, pflanzt Blau­bee­ren, bäckt ih­re köst­li­chen Pies. Und Hol­ly­wood ist weit, weit weg.

Hand­ge­mach­te Flie­sen sind ein wie­der­keh­ren­des Schmu­ck­ele­ment – im ge­sam­ten Haus

Gro­ßes Bild: Un­ter dem Bett sind Ze­ment­flie­sen (von Com­mu­ne) in den Holz­bo­den ein­ge­las­sen – sie wir­ken wie ein Tep­pich und struk­tu­rie­ren den Raum. Links: Ein Mix aus un­ter­schied­li­chen sinn­li­chen Stof­fen sorgt in der Lounge-Ecke für Ge­müt­lich­keit. So­fa...

Oben: Den Kü­chen­block im Gäste­haus, einst ei­ne Scheu­ne, hat Sarah Za­mes ent­wor­fen. Im Hin­ter­grund tren­nen al­te Stall­tü­ren zwei Schlaf­zim­mer ab – frü­her wa­ren dort die Bo­xen für die Foh­len

Be­kannt wur­de Aman­da Sey­fried durch das Film­mu­si­cal „Mam­ma Mia!“, im Som­mer ist sie im zwei­ten Teil zu se­hen. Links: Im Ess­zim­mer ih­res Hau­ses be­to­nen Wän­de in „Pa­vi­li­on Gray“(von Far­row & Ball) das dunk­le Holz der Mö­bel

Rechts: Das Bad un­term Dach ist mit Flie­sen von He­ath Ce­ra­mics aus­ge­legt. Der Wasch­tisch ist maß­ge­fer­tigt, das Mit­ter­nachts­blau sei­ner Bei­ne kor­re­spon­diert mit dem der Wan­ne. Un­ten: Der Holz­ofen ist noch ori­gi­nal, die Ter­ra­kot­taf­lie­sen an Wand und...

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