HAP­PY HOLIDAYS

In­te­rior­de­si­gner Mar­tyn L. Bul­lard liebt die gro­ße Ges­te. Da­mit war er genau die rich­ti­ge Wahl für das Som­mer­haus ei­ner rei­se­lus­ti­gen sechs­köp­fi­gen Fa­mi­lie

Elle Decoration (Germany) - - WOHNEN - Fo­tos: TIM STREET-PORTER

Ei­ne al­te Vil­la voll skur­ri­ler Kost­bar­kei­ten, von ei­ner ex­zen­tri­schen Tan­te ver­erbt – das war der Traum, den sich ein Un­ter­neh­mer­paar aus Pro­vi­dence/Rho­de Is­land im­mer wie­der aus­mal­te. Bis ei­nes Ta­ges die Rea­li­tät dem sehr na­he kam: Die äl­tes­te Re­si­denz im vor­neh­men Küs­ten­städt­chen Nar­ra­gan­sett, in dem die bei­den vie­le Som­mer ih­rer Kind­heit ver­bracht hat­ten, stand zum Ver­kauf. „In­dian Rock“, ei­ne vik­to­ria­ni­sche Vil­la, die er­ha­ben in der Dü­nen­land­schaft di­rekt über dem At­lan­tik thront. Das Paar schlug so­fort zu. Für die Ein­rich­tung des his­to­ri­schen Schmuck­stücks fiel ih­re Wahl auf In­te­rior­de­si­gner Mar­tyn La­wrence Bul­lard, ist er doch genau der Rich­ti­ge für ef­fekt­vol­les De­sign im For­mat ex­zen­tri­scher Tan­ten. Der in Los An­ge­les le­ben­de Bri­te ge­stal­tet mit sei­nem Stil- und Mus­ter­mix nicht nur Bou­ti­quen und Ho­tels auf der gan­zen Welt, son­dern re­gel­mä­ßig auch Vil­len von Stars und Pro­mi­nen­ten wie Cher oder Tom­my Hil­fi­ger. Die Auf­trag­ge­ber ver­trau­ten ihm blind. „Ich konn­te mei­ner Fan­ta­sie frei­en Lauf las­sen“, schwärmt Bul­lard. Wich­tig war ihm, den vik­to­ria­ni­schen Charme der Vil­la mo­dern um­zu­set­zen und so ein zeit­ge­mä­ßes Som­mer­haus für die sechs­köp­fi­ge Fa­mi­lie und ih­re zwei Hun­de zu kre­ieren. Wän­de wur­den ent­fernt, Räu­me ge­öff­net und ver­grö­ßert. Bei der Gestal­tung spiel­ten Ta­pe­ten in un­ter­schied­li­chen Looks die Haupt­rol­le. „Auch im 19. Jahr­hun­dert wa­ren Ta­pe­ten mo­dern“, er­klärt Bul­lard. „So konn­ten wir das vik­to­ria­ni­sche Flair des Hau­ses per­fekt un­ter­strei­chen.“So gut wie je­der Raum der 1100-Qua­drat­me­ter-Vil­la er­hielt ei­ne

„De­sign ist gut, wenn es Emo­tio­nen aus­löst. Des­halb sind In­te­ri­ors mit Uner­war­te­tem im­mer ein Er­folg“

Ta­pe­te, ei­ni­ge Zim­mer wur­den gar bis un­ter die De­cke ta­pe­ziert. Ins­ge­samt 27 ver­schie­de­ne Mo­del­le hat Bul­lard aus­ge­wählt, in al­len er­denk­li­chen Far­ben und Mus­tern – schwarz-weiß ge­streift, ge­blümt, mar­mo­riert oder mit ge­gen­ständ­li­chen Mo­ti­ven be­druckt. „Je­der Raum hat so sei­ne ganz ei­ge­ne Per­sön­lich­keit“, er­klärt Bul­lard. Nur das Trep­pen­haus, das sich über drei Stock­wer­ke er­streckt, hat er be­wusst in ru­hi­gen Weiß und Grau-Nuan­cen ge­hal­ten. Das far­ben­fro­he In­te­ri­or für die ein­zel­nen Räu­me stell­te Bul­lard dem Look der je­wei­li­gen Ta­pe­te ent­spre­chend zu­sam­men. Er stö­ber­te in An­ti­klä­den und bei Auk­tio­nen in Ame­ri­ka und Eu­ro­pa, um pas­sen­de Uni­ka­te zu fin­den oder skur­ri­le Samm­lun­gen auf­zu­kau­fen – wie et­wa die 59 vik­to­ria­ni­schen Hand­spie­gel oder ei­ne ra­re Ta­xi­der­mie-Kol­lek­ti­on aus dem iri­schen Na­tu­ral His­to­ry Mu­se­um. Statt mit De­tails des ty­pi­schen Strand­haus-Looks zu ar­bei­ten, setz­te Bul­lard auf de­zen­te meer­blaue Ak­zen­te im gan­zen Haus und auf et­li­che Wand­spie­gel, die ge­schickt den At­lan­tik von drau­ßen nach drin­nen brin­gen. „De­sign funk­tio­niert nur, wenn es Emo­tio­nen aus­löst“, weiß Mar­tyn L. Bul­lard. Und genau dar­in ist er so gut wie un­schlag­bar.

„Ta­pe­ten sind die Ba­sis der Ein­rich­tung. Sie ge­ben je­dem Raum ei­ne ganz ei­ge­ne Per­sön­lich­keit“

Links: Im Sa­lon tref­fen Ze­bra-Muster auf meer­blau­es Le­der – Sitz­grup­pe von Mar­tyn L. Bul­lard. Un­ten: Die schwar­zen Kan­ten der Strei­fen­ta­pe­te (Lee Jo­fa) be­to­nen die Raum­struk­tur

Links: Das Blau der Chris­to­pher-Pe­a­cock-Kü­che stimm­te Bul­lard auf die Far­be des At­lan­tiks ab. Un­ten: Ta­pe­te von Co­le & Son, Tisch von Je­an-Marc Fray

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