Mehr ist mehr!

Stu­dio Pe­re­gal­li hat ei­nem Cha­let bei St. Mo­ritz Pomp und Gran­dez­za ver­ord­net

Elle Decoration (Germany) - - INHALT - Fo­tos: SI­MON UPTON

Von hier oben aus be­trach­tet, ist die Welt mit ih­ren Auf­re­gun­gen und Ablen­kun­gen sehr weit weg. Das rus­ti­ka­le Cha­let aus dem 19. Jahr­hun­dert steht ein­sam in­mit­ten der hoch­al­pi­nen Land­schaft des Obe­r­en­ga­d­ins. Rings­her­um ra­gen die schnee­be­deck­ten Gip­fel der Ber­ge in den Him­mel, in der Fer­ne glit­zert der zu­ge­fro­re­ne St. Mo­rit­zer­see im Licht der Mit­tags­son­ne. Ge­gen Abend steigt der Rauch aus den Schorn­stei­nen der im Tal ge­le­ge­nen Häu­ser auf. Ein per­fek­ter Ort, um sein Le­ben für ein paar Ta­ge oder Wo­chen im Jahr zu ent­schleu­ni­gen. „Die Na­tur bie­tet den Be­woh­nern an 365 Ta­gen im Jahr ein ma­jes­tä­ti­sches Schau­spiel“, sagt Ro­ber­to Pe­re­gal­li, der mit sei­ner Part­ne­rin Lau­ra Sar­t­ori Ri­mi­ni das In­te­ri­or des Fe­ri­en­hau­ses ent­wor­fen hat. Sei­ne Kun­den: ein ita­lie­ni­scher Ge­schäfts­mann und sei­ne Fa­mi­lie. Die Ein­rich­tungs­ex­per­ten von Stu­dio Pe­re­gal­li hat­ten für sie schon ei­ne his­to­ri­sche Vil­la in Lon­don um­ge­stal­tet. Nun wünsch­te sich die sport­li­che Fa­mi­lie ei­nen Rück­zugs­ort in der Na­tur – mit viel Platz für Freun­de, die re­gel­mä­ßig zu Be­such kom­men. Ha­ben die Gast­ge­ber und ih­re Gäs­te Lust auf Ab­wechs­lung, ma­chen sie ei­nen Ab­ste­cher nach St. Mo­ritz mit sei­nen mon­dä­nen Bars, Clubs und Re­stau­rants. Der le­gen­dä­re Win­ter­sport­ort und Treff­punkt des in­ter­na­tio­na­len Jet­sets liegt nur we­ni­ge Ki­lo­me­ter ent­fernt. „Aber hier oben hat man das

Ge­fühl, in ei­nem ver­gan­ge­nen Jahr­hun­dert zu le­ben“, sagt Ro­ber­to Pe­re­gal­li. „Ganz in der Nä­he, in Sils Ma­ria, hat der Phi­lo­soph Fried­rich Nietz­sche sein le­gen­dä­res Werk ,Al­so sprach Za­ra­thus­tra‘ ge­schrie­ben.“Mit ih­ren opu­len­ten In­te­ri­ors, die von un­ter­schied­lichs­ten Epo­chen der Kunst- und De­sign­ge­schich­te in­spi­riert sind, be­geis­tern die bei­den Chefs des Mai­län­der Stu­dio Pe­re­gal­li seit mehr als 25 Jah­ren Kun­den von Pa­ris bis New York. „Die Ver­gan­gen­heit neu in­ter­pre­tie­ren“lau­tet das Mot­to des Du­os. Auf der Su­che nach au­then­ti­schen Stil­vor­la­gen stu­dier­ten Pe­re­gal­li und Sar­t­ori Ri­mi­ni Bü­cher

In­spi­ra­ti­on der In­te­rior­de­si­gner: die Kunst frü­he­rer Epo­chen. Ih­re Mis­si­on: das his­to­ri­sche Er­be le­ben­dig ma­chen

und Fo­to­gra­fi­en mit his­to­ri­schen Mo­ti­ven aus dem En­ga­din. Nach die­sen Vor­la­gen re­kon­stru­ier­ten die Hand­wer­ker und Sti­l­ex­per­ten des Stu­dio Pe­re­gal­li höl­zer­ne Kas­set­ten­de­cken, Wand­ver­tä­fe­lun­gen und Bo­gen­tü­ren und bau­ten sie in mo­na­te­lan­ger De­tail­ar­beit ein. Das Mo­bi­li­ar ist größ­ten­teils maß­ge­fer­tigt. Ei­ni­ge An­ti­qui­tä­ten kauf­ten die In­te­rior­de­si­gner auf Auk­tio­nen und Mes­sen. In dem sorg­fäl­tig kom­po­nier­ten Am­bi­en­te bil­den Ein­zel­stü­cke mit Ge­schich­te wie der eng­li­sche Re­fek­to­ri­um­s­tisch, Stüh­le aus der na­po­leo­ni­schen Ära und Wand­tep­pi­che aus Au­bus­son nun ein har­mo­ni­sches En­sem­ble. „Un­ser Kun­de wünsch­te sich, dass sich das Haus so an­fühlt, als hät­ten es Ge­ne­ra­tio­nen vor ihm be­wohnt“, sagt Sar­t­ori Ri­mi­ni. Das Kunst­stück ist den De­ko­ra­ti­ons­pro­fis ge­glückt.

Oben: Aus­blick aus dem Mas­ter Be­droom. Mit­te: Am Kop­fen­de des flo­ren­ti­ni­schen Bet­tes aus dem 16. Jahr­hun­dert hängt ein Wand­tep­pich aus Au­bus­son. Rech­te Sei­te: Bad mit Wän­den und Bö­den aus Le­van­to-Mar­mor

Oben: In­stal­la­ti­on aus Jagd­tro­phä­en im En­tree. Rechts: Die De­cke und die Wän­de der Kü­che schmü­cken por­tu­gie­si­sche Ke­ra­mik­flie­sen aus dem 18. Jahr­hun­dert

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