Frank­furt, ganz oben

Ei­ne Woh­nung im 29. Stock und das Ge­heim­nis der Ge­müt­lich­keit

Elle Decoration (Germany) - - INHALT - Fo­tos: MICHA­EL ONDRUCH Styling: HEI­KE HEIM

Die Welt aus ei­ner ganz an­de­ren Per­spek­ti­ve zu be­trach­ten, die­ser Ge­dan­ke hat Andre­as Zim­mer fas­zi­niert. Und so tausch­te der Un­ter­neh­mer die über Jahr­zehn­te ge­schätz­te Be­hag­lich­keit von Alt­bau­woh­nun­gen ge­gen die küh­le Mo­der­ni­tät des 2017 fer­tig­ge­stell­ten Hen­nin­ger Turms ein. Ein Hoch­aus von 140 Me­tern mit­ten im Stadt­teil Sach­sen­hau­sen. „Es ist un­glaub­lich hier oben“, schwärmt Zim­mer, der in vier­ter Ge­ne­ra­ti­on den fa­mi­li­en­ei­ge­nen Tex­til­ver­lag Zim­mer + Rho­de führt. Sieht er aus den Pan­ora­ma­fens­tern sei­nes Apart­ments, liegt ihm nicht nur die Stadt zu Fü­ßen, es bie­tet sich ihm auch ein groß­ar­ti­ges Wet­ter- und Licht­schau­spiel. „Ich könn­te den gan­zen Tag am Fens­ter ver­brin­gen. Al­lein das Licht! Es ver­än­dert sich bei­na­he un­un­ter­bro­chen, es bil­den sich Wol­ken, sie zie­hen vor­bei… In der Stadt denkt man ja im­mer, das Wet­ter bleibt den gan­zen Tag gleich – be­trach­tet man das Gan­ze aber aus 100 Me­ter Hö­he, ist es in stän­di­ger Ve­rän­de­rung.“Um nichts vom Frei­luft­ki­no rund­her­um zu ver­pas­sen, hat Zim­mer sein Apart­ment so ge­stal­tet, dass über­all der Blick nach

drau­ßen ge­fei­ert wird: Aus Fens­ter­ni­schen wur­den Sitz­ecken, und im Win­ter­gar­ten hat er sei­nen Ess­platz mit Pan­ora­ma­blick ein­ge­rich­tet. Viel­leicht ein Zitat an den al­ten Hen­nin­ger Turm der Braue­rei, der bei Frank­fur­tern auch we­gen sei­nes Dreh­re­stau­rants so be­liebt war?! Der küh­len Klar­heit des sach­li­chen Neu­baus setz­te Zim­mer die Wär­me von Holz und – na­tür­lich! – Tex­ti­li­en ent­ge­gen. Meist ha­ben

Der Aus­blick ist auf­re­gend – und gleich­zei­tig be­ru­hi­gend. So still wie hier oben ist Frank­furt sel­ten

die Stof­fe sei­ner Wahl Mus­ter und sinn­li­che Struk­tu­ren. Das liebt er. Auch an den Wän­den sind es Stof­fe, die die Bli­cke auf sich zie­hen: Wer­ke der re­nom­mier­ten Tex­til­künst­le­rin Shei­la Hicks. „Die Struk­tu­ren, die durch die Be­ar­bei­tung der Ma­te­ria­li­en ent­ste­hen, die Ge­schich­te, die so ei­ne We­b­ar­beit er­zählt“, so Andre­as Zim­mer, „das spricht mich viel mehr an als mo­der­ne Kunst.“

Mit Ein­bruch der Däm­me­rung ver­än­dert sich die ge­sam­te Sze­ne­rie, und die Stadt wird zum Lich­ter­meer

Sitz­run­de mit „Round“-So­fas und Ho­cker „Ball“von Zim­mer + Roh­de

Schließt man den Vor­hang „Ca­pri“, wird das coo­le Bad zum Bou­doir

Gip­fel­tref­fen der Stoff­struk­tu­ren – High­light ist der Samt der „Cir­cle“Ho­cker. Über dem Bett Ar­bei­ten von Shei­la Hicks

Un­ten Tru­bel, oben Ru­he: Hoch zu le­ben, das ge­fällt Andre­as Zim­mer

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