Gu­te Prin­zes­sin, bö­se Me­di­en?

Ems-Zeitung - - EINBLICKE - Von Me­la­nie Hei­ke Schmidt mh.schmidt@noz.de

Ist das Ge­den­ken an La­dy Di über­trie­ben? Nein, ist es nicht. Tat­säch­lich hat die jun­ge Prin­zes­sin die Her­zen be­rührt. Sie war ei­ne von uns, ein wahr ge­wor­de­ner Mäd­chen-Traum, ei­ne Iko­ne.

Mit Dia­nas Rei­fe wur­den ih­re The­men erns­ter. Ihr Kampf ge­gen Land­mi­nen war ei­ne Zä­sur, heu­te sind die­se Mi­nen von 161 Staa­ten ge­äch­tet. Dia­na, gu­te Prin­zes­sin in ei­ner bö­sen Welt. Die auch ihr zu­setz­te: Dia­na litt un­ter ih­rer Ehe, ei­ner Ne­ben­buh­le­rin, ei­ner knall­har­ten Schwie­ger­mut­ter, ei­ner Ess­stö­rung.

Das wis­sen wir aus den Me­di­en. Denn zur Hoch­zeit be­kam die 20-Jäh­ri­ge nicht nur Rang und Ti­tel, son­dern auch das zwei­fel­haf­te Glück glo­ba­ler Neu­gier. Die Welt lechz­te nach Klatsch, nach Fo­tos. Dia­na, das Op­fer.

Sind die bö­sen Me­di­en al­so schuld an ih­rem tra­gi­schen Schick­sal? So ein­fach ist es nicht. Die Me­di­en­welt ist ge­trie­ben von Nach­fra­ge und An­ge­bot. Bes­ser ist es, Fra­gen zu stel­len: Wä­ren Land­mi­nen heu­te ge­äch­tet, wenn nie­mand be­rich­tet hät­te? Was hat­ten Dia­nas Ehe­pro­ble­me da­mit zu tun? Wo ver­läuft die Gren­ze zwi­schen an­ge­mes­se­ner Be­richt­er­stat­tung und Sen­sa­ti­ons­lust? In Zei­ten von Smart­pho­nes, Droh­nen und Youtu­be sind sol­che Fra­gen ak­tu­el­ler denn je.

Dia­na starb auch des­halb, weil Pa­pa­raz­zi sie ge­jagt ha­ben, weil die Welt ein Fo­to woll­te. Ihr Tod ist ei­ne Tra­gö­die. Und ei­ne Mah­nung, ver­ant­wor­tungs­voll mit der ei­ge­nen Neu­gier um­zu­ge­hen.

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