Star­ker Part­ner, wün­schens­wert

Ems-Zeitung - - POLITIK - Von Tho­mas Lud­wig t.lud­wig@noz.de

Im Ren­nen um das höchs­te Staats­amt hat Em­ma­nu­el Ma­cron Auf­bruchs­stim­mung aus­ge­löst. Qua­si aus dem Nichts schaff­te er es mit sei­ner Be­we­gung En Mar­che ins Prä­si­den­ten­amt. Nun ist er mit sei­ner Re­form des Ar­beits­mark­tes auf der Ziel­ge­ra­den, der ers­ten gro­ßen in­halt­li­chen und in­nen­po­li­ti­schen Prü­fung. Wenn Ma­cron an die­sem Don­ners­tag die De­tails vor­stellt, ist der Ge­gen­wind brei­ter Ge­sell­schafts­schich­ten pro­gram­miert. Die Fra­ge ist, wie hef­tig er aus­fällt. Nicht von un­ge­fähr ließ sich Ma­cron vom Par­la­ment das Recht ein­räu­men, die Re­form mit Ver­ord­nun­gen um­zu­set­zen. Sie soll be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen er­leich­tern und Ab­fin­dun­gen bei Ent­las­sun­gen de­ckeln.

Ma­crons Be­liebt­heit hat in den ver­gan­ge­nen Wo­chen schwer ge­lit­ten. Auf den Hö­hen­flug folg­te in den Um­fra­gen der Ab­sturz. Will­kom­men in der Rea­li­tät. Mit der Ar­beits­markt­re­form wird sich zei­gen, wie stark der star­ke Mann Frank­reichs wirk­lich ist. Ge­lingt es ihm, die Bür­ger mit­zu­neh­men? Ge­kö­dert hat er sie mit dem Ver­spre­chen, dass Frank­reich in­ter­na­tio­nal wie­der ei­nen ihm ge­büh­ren­den Rang un­ter den Na­tio­nen ein­neh­men soll. Da­zu muss es wirt­schaft­lich min­des­tens auf Au­gen­hö­he zum deut­schen Nach­barn kom­men. Das ist auch im Sinn Ber­lins. Denn nur ein star­kes deutsch-fran­zö­si­sches Tan­dem kann die Sta­bi­li­sie­rung und In­te­gra­ti­on der EU vor­an­brin­gen.

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