Schwarz und Grün sind sich nicht grün

Par­tei­en ge­hen auf Dis­tanz zu­ein­an­der

Ems-Zeitung - - NORDWEST - Von Klaus Wie­schmey­er

HAN­NO­VER. An­dert­halb Mo­na­te vor der Land­tags­wahl in Nie­der­sach­sen wer­den die Grä­ben zwi­schen CDU und Grü­nen tie­fer. „Mit die­sen Grü­nen in Nie­der­sach­sen ist ei­ne Ko­ali­ti­on un­denk­bar“, sag­te Spit­zen­kan­di­dat Bernd Al­t­hus­mann am Di­ens­tag­abend vor Par­tei­freun­den in Han­no­ver.

Da­mit schwin­den die Aus­sich­ten auf ein grün-schwar­zes Bünd­nis nach der Land­tags­wahl am 15. Ok­to­ber wei­ter: Be­reits im Früh­jahr hat­ten füh­ren­de Grü­nen-Po­li­ti­ker um Agrar­mi­nis­ter Chris­ti­an Mey­er mit ei­nem Po­si­ti­ons­pa­pier die gro­ßen Dif­fe­ren­zen zur Uni­on the­ma­ti­siert. Die Grü­nen wer­fen der CDU ei­nen Rechts-, die CDU wirft den Grü­nen ei­nen Links­ruck vor.

Da­bei läuft es an­dern­orts ganz gut: Noch im Ja­nu­ar hat­te sich die CDU bei ih­rer Klau­sur­ta­gung in Wals­ro­de vom hes­si­schen CDU-In­nen­mi­nis­ter er­klä­ren las­sen, wie gut die schwarz-grü­ne Re­gie­rung dort funk­tio­nie­re. Auch in Ba­den-Würt­tem­berg ar­bei­tet die grün-schwar­ze Re­gie­rung rei­bungs­arm. Ist die Aus­schlie­ße­ri­tis al­so nur wahl­kampf­be­ding­tes Ge­tö­se? Nein. Spä­tes­tens seit dem Über­tritt der Ab­ge­ord­ne­ten El­ke Twes­ten von den Grü­nen zur CDU ist das Ver­hält­nis schlecht.

Die Grü­nen in Nie­der­sach­sen sei­en zu­letzt im­mer wei­ter nach links ge­rückt, klagt Al­t­hus­mann. Vor al­lem der Grü­nen-Par­tei­tag Mit­te Au­gust in Göt­tin­gen ha­be ihn „doch sehr nachdenklich ge­macht“, er­klär­te Al­t­hus­mann ge­gen­über un­se­rer Re­dak­ti­on. Die „Wort­wahl“der da­mals ge­wähl­ten Lis­ten­kan­di­da­ten ma­che es schwie­rig, mit den Grü­nen zu­sam­men­zu­ar­bei­ten. Aus­drück­lich meint Al­t­hus­mann da­mit auch den Grü­nen-Agrar­mi­nis­ter Chris­ti­an Mey­er, der in Göt­tin­gen von „schwarz-gel­ben Het­zern“ge­spro­chen hat­te. Al­t­hus­mann kün­dig­te zu­dem an, nach ei­nem Re­gie­rungs­wech­sel die För­de­rung links­au­to­no­mer kul­tu­rel­ler Zen­tren auf den Prüf­stand zu stel­len.

Auch die Grü­nen se­hen kaum noch Ge­mein­sam­kei­ten für ei­ne mög­li­che Ko­ali­ti­on. Zwar müss­ten De­mo­kra­ten im­mer mit­ein­an­der re­den kön­nen. Doch „wir ha­ben we­nig Schnitt­men­gen mit der rechts­ori­en­tier­ten CDU“, sagt Grü­nen-Par­tei­che­fin Me­ta Jans­sen-Kucz. Auch Chris­ti­an Mey­er hält ein Bünd­nis für „ex­trem un­wahr­schein­lich“.

Tat­säch­lich dürf­te Mey­er selbst auch ein Grund da­für sein: Die CDU will ihn un­be­dingt aus dem Amt ha­ben, bei den Grü­nen gilt er für Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen als ge­setzt.

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