Wo bleibt das Ein­wan­de­rungs­ge­setz?

Ems-Zeitung - - WIRTSCHAFT - Von Uwe West­dörp u.west­do­erp@noz.de

Der klu­ge Mann baut vor. Er war­tet nicht, bis sich Pro­ble­me tür­men, son­dern ver­sucht, sie gar nicht erst ent­ste­hen zu las­sen. Dem­ent­spre­chend be­müht sich die Bun­des­re­gie­rung seit Jah­ren, dem sich ab­zeich­nen­den Fach­kräf­te­man­gel in der Wirt­schaft zu be­geg­nen. Die bis­he­ri­ge Bi­lanz fällt durch­wach­sen aus.

Im Grun­de ist die La­ge blen­dend: Die deut­sche Wirt­schaft wächst und wächst und wächst – nun schon das ach­te Jahr in Fol­ge. 44,2 Mil­lio­nen Men­schen sind er­werbs­tä­tig und tra­gen so zum Brut­to­so­zi­al­pro­dukt bei. Mehr noch: Die Zahl der Ar­beits­lo­sen ist auf 2,5 Mil­lio­nen ge­sun­ken. Und Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel sagt, sie hal­te Voll­be­schäf­ti­gung für mög­lich.

Den­noch be­rei­tet der Ar­beits­markt Sor­gen. Be­reits jetzt kön­nen in et­li­chen Bran­chen aus Man­gel an qua­li­fi­zier­ten Be­wer­bern nicht mehr al­le Stel­len be­setzt wer­den. Und die­se Ent­wick­lung wird sich ver­stär­ken – schon al­lein, weil die Be­völ­ke­rung über­al­tert.

Es reicht des­halb nicht mehr, Bil­dung und Qua­li­fi­zie­rung vor­an­zu­trei­ben und die Ver­ein­bar­keit von Be­ruf und Fa­mi­lie zu ver­bes­sern. Die­se Po­ten­zia­le sind teils schon ge­ho­ben oder zu klein. Zu­sätz­lich muss Deutsch­land sich ver­stärkt um qua­li­fi­zier­te Ar­beits­kräf­te aus dem Aus­land be­mü­hen. Ein Ein­wan­de­rungs­ge­setz, wie es et­wa Ka­na­da und die USA ken­nen, ist über­fäl­lig. Höchs­te Zeit, dass sich was tut.

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