Fi­nanz­la­ge im Ems­land ist her­vor­ra­gend

Dis­kus­si­on um Kreis­um­la­ge

Ems-Zeitung - - KREIS EMSLAND - Von To­bi­as Bö­cker­mann

Dem Land­kreis Ems­land geht es fi­nan­zi­ell her­vor­ra­gend. Das ist bei der Sit­zung des Fi­nanz­aus­schus­ses deut­lich ge­wor­den. The­ma war un­ter an­de­rem die ge­plan­te Sen­kung der Kreis­um­la­ge.

MEP­PEN. Und das, ob­wohl die­se selbst gar nicht auf der Ta­ges­ord­nung stand. Aus­schuss­vor­sit­zen­der Rolf Hops­ter (SPD) er­läu­ter­te zu Be­ginn der Sit­zung, vor­ge­se­hen sei ei­ne Be­ra­tung über die­sen An­trag erst En­de Sep­tem­ber. Den­noch nah­men meh­re­re Aus­schuss­mit­glie­der das The­ma auf.

Denn Ste­fan Focks vom Fach­be­reich Fi­nan­zen und De­zer­nent Micha­el Stef­fens in­for­mier­ten den Aus­schuss über die Jah­res­ab­schlüs­se der Jah­re 2015 und 2016 so­wie über die ak­tu­el­le Fi­nanz­la­ge im Au­gust 2017. Und die war und ist kurz ge­sagt, her­vor­ra­gend.

Al­ler­dings um­fass­ten die schrift­li­chen In­for­ma­tio­nen zu den Zah­len­wer­ken ins­ge­samt mehr als 200 DIN-A4Sei­ten, so­dass sie nur in Aus­zü­gen in der Sit­zung prä­sen­tiert wur­den.

Beim Be­schluss über den „kon­so­li­dier­ten Ge­samt­ab­schluss“des Land­krei­ses Ems­land galt es für die Aus­schuss­mit­glie­der, das Jah­res­er­geb­nis des Land­krei­ses mit­samt sei­ner aus­ge­la­ger­ten Be­trie­be wie dem Ab­fall­wirt­schafts­be­trieb oder sei­nen Stif­tun­gen zu be­wer­ten und dem Land­rat als Spit­ze der Ver­wal­tung die Ent­las­tung zu er­tei­len be­zie­hungs­wei­se die­se dem Kreis­tag zu emp­feh­len. „Der Jah­res­be­richt um­fasst den Ge­samt­kon­zern Land­kreis Ems­land“, sag­te Ste­fan Focks.

2015 er­wirt­schaf­te­te der Land­kreis mit­samt sei­ner Be­tei­li­gun­gen dem­nach ei­ne Bi­lanz­sum­me von 576 Mil­lio­nen und ei­nen Über­schuss von 13,2 Mil­lio­nen Eu­ro.

Auch 2016 sah es ähn­lich gut aus. Hier steht im Kern­haus­halt des Land­krei­ses am En­de ein Über­schuss von 15,2 Mil­lio­nen Eu­ro. Die­ser sei Aus­druck zum ei­nen ei­ner vor­sich­ti­gen Pla­nung, zum an­de­ren aber durch ver­schie­de­ne po­si­ti­ve Um­stän­de be­ein­flusst, sag­te Micha­el Stef­fens. So sei­en die Schlüs­sel­zu­wei­sun­gen des Lan­des Nie­der­sach­sen, die sich nach Zahl und Al­ter der Ein­woh­ner be­rech­nen, um rund vier Mil­lio­nen Eu­ro hö­her aus­ge­fal­len als er­war­tet.

Gleich­zei­tig sei­en Ein­nah­men aus Bau­ge­neh­mi­gun­gen für Wind­parks ge­stie­gen und die Kos­ten für die Un­ter­brin­gung von Ge­flüch­te­ten nied­ri­ger aus­ge­fal­len. Au­ßer­dem ha­be man Schul­den ge­tilgt, so­dass je­der Ems­län­der rech­ne­risch mit 84,78 Eu­ro in der Krei­de steht. Lan­des­weit ge­se­hen sind es 384 Eu­ro.

Auch 2017 sei bis­her bes­ser ver­lau­fen als er­war­tet, sag­te Stef­fens. Des­halb rech­ne die Kreis­ver­wal­tung mit ei­nem Über­schuss zum Jah­res­en­de von 29,5 Mil­lio­nen Eu­ro und da­mit noch ein­mal 7,3 Mil­lio­nen Eu­ro mehr als ge­plant. Auch hier spiel­ten die Schlüs­sel­zu­wei­sun­gen und Bau­ge­büh­ren ei­ne Rol­le, aber auch die Kreis­um­la­ge, die al­le Kom­mu­nen an den Land­kreis zah­len müs­sen, sag­te Stef­fens.

Den neu­er­li­chen Mehr­er­trag möch­te die CDU durch ei­ne Sen­kung die­ser Kreis­um­la­ge an die Kom­mu­nen zu­rück­ge­ben (wir be­rich­te­ten). Sie war An­fang 2017 be­reits

„Mit der Sen­kung der Kreis­um­la­ge auf tau­be Oh­ren ge­sto­ßen“Andrea Köt­ter, SPD

um zwei Pro­zent­punk­te ge­senkt wor­den.

Al­le Frak­tio­nen wa­ren sich ei­nig, dass die Er­trags­la­ge des Land­krei­ses ganz her­vor­ra­gend sei und kei­ner­lei Grund zum Mä­keln ge­be. Des­halb hat­te auch nie­mand et­was da­ge­gen, die Kreis­ver­wal­tung für die Haus­hal­te 2015 und 2016 zu ent­las­ten. Lob er­hielt Ste­fan Focks mit sei­nen Mit­ar­bei­tern für das um­fang­rei­che Zah­len­werk.

Al­ler­dings mo­nier­ten Andrea Köt­ter (SPD), Micha­el Fu­est (Grü­ne) und To­bi­as Kem­per (FDP), sie hät­ten die Sen­kung der Kreis­um­la­ge schon vor Jah­ren ge­for­dert und sei­en stets auf tau­be Oh­ren ge­sto­ßen. Köt­ter er­in­ner­te dar­an, Land­rat Rein­hard Win­ter ha­be bei der Ver­ab­schie­dung des ak­tu­el­len Haus­halts An­fang des Jah­res ge­zwei­felt, ob die ers­te Sen­kung um zwei Punk­te von Dau­er sein kön­ne. Nun soll­ten es so­gar vier Punk­te wer­den.

Fu­est stell­te die in Aus­sicht ge­stell­te Sen­kung in Zu­sam­men­hang mit dem Wahl­kampf. Sie sei aber den­noch rich­tig. Hei­ner Reh­nen (AfD) nann­te die Sen­kung ein fan­ta­sie­lo­ses Wahl­ge­schenk. Mehr ak­tu­el­le Nach­rich­ten le­sen Sie im In­ter­net auf noz.de

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