Schlag­ab­tausch im Bier­zelt

Viel Spott für SPD bei po­li­ti­schem Ascher­mitt­woch

Ems-Zeitung - - VORDERSEITE -

AFP PAS­SAU. Die Füh­rungs­kri­se in der SPD und das lan­ge Rin­gen um ei­ne neue Bun­des­re­gie­rung ha­ben den Schlag­ab­tausch beim po­li­ti­schen Ascher­mitt­woch ge­prägt. Bei den tra­di­tio­nel­len Groß­ver­an­stal­tun­gen der Par­tei­en in Nie­der­bay­ern muss­ten vor al­lem die So­zi­al­de­mo­kra­ten in Bier­zel­ten und Kon­gress­hal­len Spott über sich er­ge­hen las­sen.

Ein­zig Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) ver­kniff sich in Demmin in Meck­len­burg-Vor­pom­mern Sei­ten­hie­be auf die SPD: „Es geht jetzt im Au­gen­blick nicht dar­um, per­ma­nent zu fra­gen, was macht der an­de­re falsch“, warn­te sie.

Der kom­mis­sa­ri­sche SPDChef Olaf Scholz warb um Zu­stim­mung zum Ko­ali­ti­ons­ver­trag mit der Uni­on. „Das ist ein Pro­gramm, dem man zu­stim­men kann“, sag­te Scholz in Vils­hofen. Die SPD ha­be zwei Drit­tel ih­res Wahl­pro­gramms durch­set­zen kön­nen, sie ha­be bei der Ver­tei­lung der Mi­nis­te­ri­en sehr gut ver­han­delt.

Beim Ascher­mitt­wochs­tref­fen der CSU in Pas­sau ver­spot­te­te de­ren Ge­ne­ral­se­kre­tär Andre­as Scheu­er die SPD als „selbst­zer­flei­schen­de Par­tei Deutsch­lands“. Der de­si­gnier­te baye­ri­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent Mar­kus Sö­der kri­ti­sier­te: „Die Cha­os­ta­ge der SPD füh­ren nicht da­zu, dass Ver­trau­en ge­stärkt wur­de.“Sö­der for­der­te ei­ne Kurs­de­bat­te auch in der Uni­on und mahn­te, die Wäh­ler der „de­mo­kra­ti­schen Rech­ten“wie­der stär­ker an­zu­spre­chen.

Der Ascher­mitt­woch hat ver­schie­de­ne Tra­di­tio­nen. Für Chris­ten be­ginnt an die­sem Tag die Fas­ten­zeit bis Os­tern. Da­bei ver­zich­ten Men­schen auf et­was, zum Bei­spiel auf Fleisch, Scho­ko­la­de oder Fern­se­hen. Der Tag heißt so, weil den Gläu­bi­gen beim Got­tes­dienst ein Kreuz aus Asche auf die Stirn ge­malt wird. Für Po­li­ti­ker hat der Tag ei­ne an­de­re Be­deu­tung. Am po­li­ti­schen Ascher­mitt­woch hal­ten Par­tei­en gro­ße Ver­samm­lun­gen ab. Mit­glie­der ver­su­chen in vie­len Re­den mit ei­ner Mi­schung aus Witz und Ernst­haf­tig­keit, die ei­ge­ne Par­tei zu lo­ben und die Geg­ner schlecht­zu­re­den. Da­bei dür­fen sie fast al­les sa­gen, oh­ne Rück­sicht auf die an­de­ren Par­tei­en. Ih­ren Ur­sprung hat die­se Tra­di­ti­on im 19. Jahr­hun­dert. Da­mals dis­ku­tier­ten bay­ri­sche Bau­ern über Po­li­tik. Rich­tig be­kannt wur­de der po­li­ti­sche Ascher­mitt­woch aber erst durch die CSU. Ihr da­ma­li­ger Chef, Franz Jo­sef

trat in ei­nem klei­nen Wirts­haus auf und tat sei­ne Mei­nung kund. Mit der Zeit mach­ten es ihm die an­de­ren Par­tei­en nach.

Fo­to: dpa

SPD-Fähn­chen ste­cken in ei­nem Bier­sei­del in Vils­hofen, wo Olaf Scholz auf­tritt.

Strauß,

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