Neu­er Vor­stoß: Frau­en­tag als Fei­er­tag

Land­tags­prä­si­den­tin And­ret­ta schlägt 8. März vor – Par­la­ments­jahr 2018 im Zei­chen star­ker Frau­en

Ems-Zeitung - - NORDWEST - Von Klaus Wie­sche­mey­er

HAN­NO­VER. In der De­bat­te um ei­nen neu­en Fei­er­tag für Nie­der­sach­sen schlägt die neue Land­tags­prä­si­den­tin Ga­b­rie­le And­ret­ta den In­ter­na­tio­na­len Frau­en­tag am 8. März vor. Dies sei ein „wich­ti­ges Si­gnal für die Gleich­be­rech­ti­gung von Mann und Frau“, sag­te die SPD-Po­li­ti­ke­rin ges­tern im Land­tag von Han­no­ver.

Da­mit stellt sich And­ret­ta auch ge­gen die Spit­ze der Gro­ßen Ko­ali­ti­on: SPD-Mi­nis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil und CDU-Vi­ze Bernd Al­t­hus­mann fa­vo­ri­sie­ren den Re­for­ma­ti­ons­tag am 31. Ok­to­ber. Erst An­fang Fe­bru­ar hat­ten die Re­gie­rungs­chefs Bre­mens, Ham­burgs, Schles­wig-Hol­steins und Nie­der­sach­sens den Jah­res­tag der Re­for­ma­ti­on als nord­deut­schen Fei­er­tag emp­foh­len.

Für And­ret­ta ist die De­bat­te al­ler­dings noch of­fen. Nun wol­le sie als ers­te weib­li­che Land­tags­che­fin in der Ge­schich­te Nie­der­sach­sens mit dem Vor­schlag ei­nen „St­ein ins Was­ser wer­fen“.

Al­lein steht And­ret­ta da­mit bei­lei­be nicht: Be­reits im Ja­nu­ar hat­te sich der Lan­des­frau­en­rat (LFRN) für den

8. März aus­ge­spro­chen. „Er zählt zu den we­ni­gen Ge­denk­ta­gen, die welt­weit den Kampf um Gleich­be­rech­ti­gung, De­mo­kra­tie und Teil­ha­be in al­len Le­bens­be­rei­chen und die da­mit ein­her­ge­hen­den ge­sell­schaft­li­chen Ve­rän­de­run­gen wür­di­gen“,. sag­te die LFRN-Vor­sit­zen­de Ma­ri­on Över­möh­le-Mühl­bach. Und auch in der SPD gibt es Sym­pa­thi­en für den Frau­en­tag: So spre­chen sich die SPD-Frau­en des Be­zirks We­ser-Ems eben­falls für den

8. März aus. „Die Gleich­stel­lung und die Frau­en­rech­te sind zwar for­mu­liert, aber in der Rea­li­tät noch nicht ver­wirk­licht“, so die Vor­sit­zen­de So­phia Ul­ferts-Dirk­sen. „In mei­ner Par­tei wird das sehr mun­ter dis­ku­tiert“, sagt die Ab­ge­ord­ne­te And­ret­ta.

We­nig Frau­en im Land­tag

Das Pro­blem der feh­len­den Gleich­stel­lung be­trifft nach ih­ren Wor­ten auch die Po­li­tik: 100 Jah­re nach Ein­füh­rung des Frau­en­wahl­rechts in Deutsch­lands liegt der Frau­en­an­teil in Nie­der­sach­sens Land­tag bei 26,3 Pro­zent. Das ist der dritt­nied­rigs­te Wert vor Schluss­licht Ba­den-Würt­tem­berg und Meck­len­burg-Vor­pom­mern.

And­ret­ta sieht dar­in ein struk­tu­rel­les Pro­blem, wel­ches nur mit ei­ner Wahl­rechts­än­de­rung be­sei­tigt wer­den kön­ne. Ent­spre­chend for­dert sie ein Pa­ritéGe­setz nach fran­zö­si­schem Vor­bild, bei dem Wahl­lis­ten ab­wech­selnd mit Män­nern und Frau­en be­setzt wer­den.

Wie wich­tig And­ret­ta das The­ma ist, zeigt sich bei ih­rer ers­ten po­li­ti­schen Schwer­punkt­set­zung seit ih­rem Amts­an­tritt vor drei Mo­na­ten: So soll 2018 im neu­en Land­tag zum Jahr der „Star­ken Frau­en“mit meh­ren Ver­an­stal­tun­gen wer­den. Am 8. März ist ein frau­en­po­li­ti­scher Land­tags­emp­fang ge­plant, zu dem über­wie­gend Frau­en ein­ge­la­den wer­den sol­len. Am 23. April ist un­ter an­de­rem ein Poe­try Slam mit dem Ti­tel „Frau­en an die Macht“im In­te­rims­ple­nar­saal ge­plant, am 12. No­vem­ber ein Fest­akt zum The­ma 100 Jah­re Frau­en­wahl­recht und die Er­öff­nung der Aus­stel­lung „Frau­en­Or­te“.

Fo­to: dpa

Land­tags­prä­si­den­tin Ga­b­rie­le And­ret­ta Ste­phan Weil. und Mi­nis­ter­prä­si­dent

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.