… aber war­um sind die Rän­ge leer?

Et­li­che Plät­ze blei­ben wäh­rend der Wett­kämp­fe in Pyeongchang un­be­setzt

Ems-Zeitung - - DIALOG - Von Tho­mas Weiß

Lang­lauf, 10 Ki­lo­me­ter Frei­stil, Frau­en. – Fa­vo­ri­tin­nen: Hei­di Weng, Ma­rit Björ­gen (bei­de Nor­we­gen), Char­lot­te Kal­la (Schwe­den), Jes­si­ca Digg­ins (USA). – Deut­sche Star­te­rin­nen: San­dra Ring­wald (Scho­nach­Rohr­hards­berg), Ste­fa­nie Böh­ler (Ibach), Vic­to­ria Carl (Zel­la-Meh­lis). – Olym­pia­sie­ge­rin 2010 (klas­sisch): Jus­ty­na Ko­walc­zyk (Po­len).

9.15 Uhr, Bi­ath­lon: Ein­zel, 15 Ki­lo­me­ter, Frau­en. – Fa­vo­ri­tin­nen: Lau­ra Dahl­mei­er (Par­ten­kir­chen), Dar­ja Dom­rat­sche­wa (Weiß­russ­land), Do­ro­thea Wie­rer (Ita­li­en). – Deut­sche Star­te­rin­nen: Lau­ra Dahl­mei­er (Par­ten­kir­chen), Ma­ren Ham­mer­schmidt (Win­ter­berg), Fran­zis­ka Preuß (Haag), Fran­zis­ka Hil­de­brand (Claust­halZel­ler­feld). – Olym­pia­sie­ge­rin 2014: Dar­ja Dom­rat­sche­wa (Weiß­russ­land).

12 Uhr, Bi­ath­lon: Ein­zel, 20 Ki­lo­me­ter, Män­ner. – Fa­vo­ri­ten: Mar­tin Four­ca­de (Frank­reich), Jo­han­nes Thing­nes Bö (Nor­we­gen), Tar­jei Bö (Nor­we­gen), Ja­kov Fak (Slo­we­ni­en). – Deut­sche Star­ter: Si­mon Sch­empp (Uhin­gen), Arnd Peif­fer (Claus­thal-Zel­ler­feld), Erik Les­ser (Fran­ken­hain), Jo­han­nes Kühn (Reit im Winkl). – Olym­pia­sie­ger 2014: Mar­tin Four­ca­de (Frank­reich).

12 Uhr, Eis­schnell­lauf: 10 000 Me­ter, Män­ner. – Fa­vo­ri­ten: Sven Kra­mer (Nie­der­lan­de), Ted-Jan Blo­e­men (Ka­na­da), Jor­rit Berg­s­ma (Nie­der­lan­de). – Deut­sche Star­ter: Patrick Be­ckert (Er­furt), Mo­ritz Geis­rei­ter (In­zell). – Olym­pia­sie­ger 2014: Jor­rit Berg­s­ma (Nie­der­lan­de).

13.30 Uhr Ro­deln: Staf­fel, Mi­xed. – Fa­vo­ri­ten: Deutsch­land, Ös­ter­reich, Ka­na­da, USA. – Deut­sche Star­ter: Jo­han­nes Lud­wig (Ober­hof), Na­ta­lie Gei­sen­ber­ger (Mies­bach), Wendl/Arlt (Berch­tes­ga­den/Schö­nau am Kö­nigs­see). – Deutsch­land. Män­ner. – Yun Sung­bin (Süd­ko­rea), Mar­tins Du­kurs (Lett­land), Axel Jungk (Ober­bä­ren­burg), Ni­ki­ta Tre­gu­bow (OAR). – Deut­sche Star­ter: Axel Jungk (Ober­bä­ren­burg), Chris­to­pher Gro­theer (Ober­hof), Alex­an­der Gass­ner (Win­ter­berg). – Olym­pia­sie­ge­rin 2014: of­fen - Alex­an­der Tret­ja­kow (Russ­land - nach Do­ping-Ver­ge­hen noch IOCEnt­scheid).

2 und 5.15 Uhr Ski al­pin: Sla­lom, Frau­en. – Fa­vo­ri­tin­nen: Mi­kae­la Shif­frin (USA), Pe­tra Vl­ho­va (Slo­wa­kei), Wen­dy Hol­de­ner (Schweiz). – Deut­sche Star­te­rin­nen: Le­na Dürr (Ger­me­ring), Chris­ti­na Gei­ger (Oberst­dorf), Ma­ri­na Wall­ner (In­zell). – Olym­pia­sie­ge­rin 2014: Mi­kae­la Shif­frin (USA).

3 Uhr, Ski al­pin: Su­per-G, Män­ner. – Fa­vo­ri­ten: Ak­sel Lund Svindal (Nor­we­gen), Kje­til Jans­rud (Nor­we­gen), Vin­cent Kriech­mayr (Ös­ter­reich). – Deut­sche Star­ter: Tho­mas Dre­ßen (Mit­ten­wald), Jo­sef Ferstl (Ham­mer), Andre­as San­der (En­ne­pe­tal). – Olym­pia­sie­ger 2014: Kje­til Jans­rud (Nor­we­gen).

4.15 Uhr, Snow­board: Cross, Frau­en. – Fa­vo­ri­tin­nen: Mi­che­la Moio­li (Ita­li­en), Chloe Tre­speuch (Frank­reich). – Deut­sche Star­te­rin: Ja­na Fi­scher (Löf­fin­gen). – Olym­pia­sie­ge­rin 2014: Eva Sam­ko­va (Tsche­chi­en). PYEONGCHANG. Auch ges­tern bei der Nor­di­schen Kom­bi­na­ti­on: mas­sen­wei­se lee­re Tri­bü­nen­plät­ze. Als Eric Fren­zel sei­nen Tri­umph fei­er­te und von sei­nem Trai­ner­und Be­treu­er­team über­schwäng­lich ge­fei­ert wur­de, war das Al­pen­sia Lang­lauf­sta­di­on schon wie­der gäh­nend leer. Die Fern­seh­bil­der von Käl­te und Wind, von Tris­tesse und To­te-Ho­seS­tim­mung lö­sen in den so­zia­len Netz­wer­ken fast schon ei­nen Sturm der Ent­rüs­tung aus. Stim­mungs­arm, lang­wei­lig, nicht olym­pia-wür­dig, so lau­ten die Kom­men­ta­re. Sie zie­len zwei­fels­oh­ne in die rich­ti­ge Rich­tung, doch die Prä­zi­si­on ei­ner Schuss­sal­ve von Lau­ra Dahl­mei­er ha­ben sie nicht.

Es gibt sie näm­lich, die Sport­ar­ten, bei de­nen in Korea der Bär steppt. Beim Shorttrack in al­ler­ers­ter Li­nie und auch bei den an­de­ren Eis­spor­ten herrscht je­ne At­mo­sphä­re, die Ath­le­ten bei ih­rem Kar­rier­ehö­he­punkt zu Höchst­leis­tun­gen ani­miert – ver­mut­lich des­halb, weil der Zu­schau­er ein Hal­len­dach über dem Kopf hat und lan­ge nicht so frie­ren muss wie ein Fan in ei­nem der Frei­luft­sta­di­en. Das hat auch Al­fons Hör­mann, der Prä­si­dent des Deut­schen Olym­pi­schen Sport­bun­des, bei sei­ner Rund­tour durch al­le olym­pi­schen Sport­stät­ten er­lebt. Beim Snow­board am Vor­mit­tag herr­sche grund­sätz­lich ei­ne sehr aus­ge­las­se­ne und fröh­li­che Stim­mung. Rich­tig laut und schrill wur­de es beim Tri­umph der Half­pipeI­ko­ne Shaun Whi­te.

Abend­ver­an­stal­tun­gen wie die Ski­sprung-Wett­be­wer­be lei­den da­ge­gen be­son­ders un­ter dem Zu­schau­er­schwund. „Wenn’ s bis Mit­ter­nacht geht“, sagt Hör­mann, „oder wie bei den Män­nern so­gar dar­über hin­aus“, dann wer­de es schwie­rig: „Da kom­men ja dann auch noch die ei­si­gen Tem­pe­ra­tu­ren hin­zu.“Fans aus den rei­se­wü­ti­gen Win­ter­spor­tNa­tio­nen wie Nor­we­gen oder Deutsch­land trifft man kaum an. Die An­rei­se ist be­schwer­lich und teu­er. Un­ter­künf­te wa­ren zu­min­dest vor den Spie­len in ak­zep­ta­bler Reich­wei­te der Sport­stät­ten nicht buch­bar. Auch die Ko­rea­ner, die zu den meis­ten Sport­ar­ten kaum ei­nen Be­zug ha­ben, kom­men nicht nach Pyeongchang. Der neu ge­bau­te Schnell­zug aus der Haupt­stadt Seo­ul fährt stünd­lich – be­setzt ist er je­doch meist nur von ein paar freund­li­chen Olym­pia-Hel­fern.

Für die Ath­le­ten sei das na­tür­lich ent­täu­schend. Hör­mann: „Man muss ja nichts schön­re­den. Es macht schon ei­nen Un­ter­schied, ob du in ein prop­pe­vol­les Sta­di­on springst oder nicht.“Ski­sprung-Bun­des­trai­ner Wer­ner Schus­ter sprach nach dem Gold­sprung von An­di Wel­lin­ger von ei­ner At­mo­sphä­re wie beim Deutsch­land­po­kal, gab aber zu: „Ich würd auch nicht mehr da­ste­hen. Da er­frierst du ja.“

Ähn­lich er­leb­te es Schus­ters Kol­le­ge bei den Frau­en, Andre­as Bau­er. Er wun­der­te sich schon vor Mo­na­ten über den Zeit­plan, ver­gisst aber nicht die wirt­schaft­li­chen Zwän­ge und die Macht des Fern­se­hens. Auf der ei­nen Sei­te wol­le man stim­mungs­vol­le Bil­der und ei­ne or­dent­li­che Ku­lis­se, auf der an­de­ren Sei­te möch­te man im Fern­se­hen prä­sent sein – „mit gu­ten Ein­schalt­quo­ten, die dem Ver­band, den Ath­le­ten und der Sport­art gut­tun wür­den“. Da bei acht St­un­den Zeit­ver­schie­bung ein Mit­tel­maß zu fin­den, sei „sehr, sehr schwer“, sagt Bau­er.

Sei­ne Sil­ber­me­dail­len­ge­win­ne­rin Kat­ha­ri­na Alt­haus sah es deut­lich prag­ma­ti­scher: „Ers­tens wa­ren mehr Zu­schau­er da als bei den meis­ten un­se­rer Welt­cups, zwei­tens freue ich mich, dass mei­ne Fa­mi­lie den Wett­kampf im Fern­se­hen an­schau­en konn­te, oh­ne mit­ten in der Nacht auf­ste­hen zu müs­sen.“Auch Bi­ath­lon-Ass Lau­ra Dahl­mei­er hat­te ei­ne über­ra­schen­de Ant­wort pa­rat: „Man er­hofft sich bei Olym­pia schon ein paar mehr Zu­schau­er, letzt­end­lich muss der Ath­let aber doch sel­ber lau­fen. Mir ist es hier so­gar lie­ber, als wenn 50 000 Men­schen schrei­en.“Ihr Trai­ner Ge­rald Hö­nig ist an­de­rer Mei­nung: „Im Ver­gleich zum Welt­cup ist das hier ein Trau­er­spiel. Die Ath­le­ten ha­ben et­was Bes­se­res ver­dient.“

We­ni­ger Wind, mil­de­re Tem­pe­ra­tu­ren. Die Or­ga­ni­sa­to­ren sind gu­ter Din­ge, dass sie bald das mil­li­ons­te der 1,17 Mil­lio­nen Ti­ckets ver­kau­fen. Nach dem Wahr­heits­ge­halt der 85-pro­zen­ti­gen Aus­las­tung der Sta­di­en ge­fragt, gab der Spre­cher des Or­ga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tees, Sung Bai­ky­ou, ei­ne über­ra­schen­de und doch viel­sa­gen­de Ant­wort: „Wenn Plät­ze im Fern­se­hen als leer wahr­ge­nom­men wer­den, be­deu­tet das nicht, dass die Zu­schau­er nicht da ge­we­sen sind.“ 4. Ben Fer­gu­son (USA) 90,75; 5. Patrick Bur­ge­ner (Schweiz) 89,75; 6. Cha­se Jo­sey (USA) 88,00; 7. Rai­bu Ka­ta­yama (Ja­pan) 87,00; 8. Ja­ke Pa­tes (USA) 82,25; … 23. Jo­han­nes Höpfl (Pas­sau) 59,50.

1./2. Dä­ne­mark - Schwe­den 5:9, Ka­na­da - Ita­li­en 5:3, Süd­ko­rea - USA 7:11, Schweiz Groß­bri­tan­ni­en 5:6 n. Ex­traEnd, Ka­na­da - Groß­bri­tan­ni­en 6:4, Süd­ko­rea - Schwe­den 2:7, Schweiz - Ita­li­en 4:7, Nor­we­gen - Ja­pan 4:6. –

Fo­tos: dpa

Män­ner, Spiel­tag:

Vor­run­de,

Frau­en, Vor­run­de, 1. Spiel­tag: Ja­pan USA 10:5, OAR - Groß­bri­tan­ni­en 3:10, Dä­ne­mark - Schwe­den 3:9, Schweiz - Chi­na 2:7.

Fo­to: AFP

Olym­pia­sie­ger 2014: Fa­vo­rit im Su­per-G: Lund Svindal. Ak­sel

Fast al­le Ti­ckets sind ver­kauft, vie­le Plät­ze sind den­noch leer.

Half­pipe, Män­ner Gold: Shaun Whi­te (USA) 97,75 Pkt. Sil­ber: Ayu­mu Hi­ra­no (Ja­pan) 95,25 Bron­ze: Scot­ty Ja­mes (Aus­tra­li­en) 92,00 Män­ner, Grup­pe B: Slo­wa­kei OAR 3:2, USA - Slo­we­ni­en 2:3 n. V. – Frau­en, Grup­pe A: Ka­na­da - Finn­land 4:1, USA - OAR 5:0. – Grup­pe B: Schwe­den Schweiz 1:2, Korea - Ja­pan 1:4.

7.30 Uhr, nor­disch: Ski Frei­tag

1.30 und 3.15 Uhr, Skeleton:

Fa­vo­ri­ten:

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