Für mehr Wind­kraft im Ems­land

SPD Ems­land in­for­miert sich bei Agro­wea

Ems-Zeitung - - VORDERSEITE - Von Man­fred Fi­ckers

TWIST Für die Ge­schäfts­füh­rung des An­la­gen­be­trei­bers Agro­wea in Twist ist das Po­ten­zi­al für Wind­ener­gie im Land­kreis noch nicht aus­ge­schöpft. Im Ge­spräch mit der SPD Ems­land war­ben die Un­ter­neh­mer für die Be­sei­ti­gung bü­ro­kra­ti­scher Hür­den. Chan­cen se­hen sie in Spei­cher­tech­ni­ken, die man in Ha­ren-Fehn­dorf in­stal­lie­ren will.

TWIST Die SPD Ems­land hat sich bei der Fir­ma Agro­wea in Twist über den Aus­bau al­ter­na­ti­ver Ener­gie­nut­zung in­for­miert.

Der Land­kreis könn­te beim Kli­ma­schutz ei­ne Vor­rei­ter­rol­le in Deutsch­land über­neh­men, da­von ist Agro­wea-Ge­sell­schaf­ter und -Ge­schäfts­füh­rer Wil­helm Pie­per über­zeugt. Den Ein­wand der SPD-Kreis­vor­sit­zen­den Andrea Köt­ter, dass das Ems­land bei grü­nem Strom prak­tisch Selbst­ver­sor­ger sei, lässt der Be­trei­ber von Wind­kraft­an­la­gen und Bio­mas­seKraft­wer­ken nicht gel­ten: „Es gibt ge­nü­gend Po­ten­zi­al, um den kom­plet­ten Ener­gie­be­darf zu de­cken.“Mit­ge­sell­schaf­ter und Ge­schäfts­füh­rer Wil­helm Wil­berts weist auf Mo­dell­pro­jek­te hin, wo mit Was­ser­stoff­gas, mit Wind­strom er­zeugt, und mit Gas aus Bio­mas­se schwe­re Fahr­zeu­ge wie Bus­se, Lkw und Ei­sen­bahn­zü­ge be­trie­ben werden. Es kön­ne auch ge­nü­gend grü­ner Strom er­zeugt werden, um sau­be­re Elek­tro­mo­bi­li­tät zu ga­ran­tie­ren.

Wil­berts und Wil­helm Pie­per ver­rie­ten ge­mein­sam mit Pro­jekt­lei­ter Chris­toph Pie­per, wie dies ge­lin­gen kann. Als Bei­spiel wähl­ten sie zwei Pro­jek­te. Der ge­plan­te Bür­ger­wind­park Fehn­dorf/Lind­loh soll mit Strom­spei­cher­tech­no­lo­gi­en ver­se­hen werden. Dies be­deu­tet, dass in Wind­spit­zen­zei­ten er­zeug­ter Strom in Bat­te­rie­spei­chern (Ak­ku­mu­la­to­ren) und durch Um­wand­lung in Was­ser­stoff­gas für die Ener­gie­ab­ga­be in win­dar­men Zei­ten be­reit­ge­hal­ten wird. Was­ser­stoff kön­ne nicht nur zur Ver­stro­mung ge­nutzt werden, son­dern auch als Treib­gas in Fahr­zeu­gen und für die che­mi­sche In­dus­trie als Al­ter­na­ti­ve zu Erd­gas. Es ver­brennt zu Was­ser­dampf, ist so­mit sau­ber.

An­hand ei­ner Mo­dell­rech­nung de­mons­trier­te Chris­toph Pie­per, wie sich Bio­mas­se­kraft­wer­ke, So­lar­strom­er­zeu­gung und Wind­kraft in Kom­bi­na­ti­on mit Spei­cher­tech­no­lo­gi­en ide­al er­gän­zen, so­dass be­darfs­ge­recht Leis­tung be­reit­ge­stellt werden kann. Was auf Ebe­ne der Stadt Ha­ren mög­lich ist, sei auch auf das gan­ze Ems­land über­trag­bar.

Agro­wea will durch Mo­der­ni­sie­rung mehr Leis­tung aus be­ste­hen­den Wind­parks her­aus­ho­len. Dies be­schrieb Wil­helm Pie­per am Bei­spiel des Parks An­na­veen in Twist. Es ge­be zu­dem Mög­lich­kei­ten, die­sen Park aus­zu­wei­ten. Lei­der ge­be es seit Jah­ren be­trächt­li­che be­hörd­li­che Wi­der­stän­de da­ge­gen. Dies hat Klaus Fleer, Bür­ger­meis­ter der Ge­mein­de Bör­ge, eben­so er­lebt. Nie­der­sach­sen ver­lan­ge Ab­stand zum Wald, an­de­re Bun­des­län­der wol­len da­ge­gen Acker­flä­chen frei­hal­ten und ge­neh­mi­gen die Auf­stel­lung in Wäl­dern. Auf Nach­fra­ge be­stä­tig­te die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Daniela de Rid­der, dass es von Bun­des­land zu Bun­des­land un­ter­schied­li­che Re­ge­lun­gen gibt und zu­dem ei­ne gro­ße Viel­falt bei de­ren Aus­le­gung in den Kom­mu­nen. Der Bund müs­se für ein­heit­li­che Re­geln sor­gen.

Die bei­den Agro­wea-Ge­schäfts­füh­rer war­ben für das Mo­dell der Bür­ger­wind­parks. 171 Kom­man­di­tis­ten sind mit über­schau­ba­ren Be­trä­gen an 13 An­la­gen im Wind­park An­na­veen be­tei­ligt. Die Ge­mein­de pro­fi­tie­re von mehr als 200000 Eu­ro Pach­ten und Ge­wer­be­steu­er­ein­nah­men pro Jahr.

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