Kehrt Gerst im De­zem­ber zu­rück?

Exis­tenz der Jä­ger und Samm­ler ist be­droht

Ems-Zeitung - - VORDERSEITE -

MOS­KAU Nach dem miss­glück­ten Start ei­ner So­jus­Ra­ke­te könn­te der deut­sche As­tro­naut Alex­an­der Gerst trotz­dem wie ge­plant im De­zem­ber zur Er­de zu­rück­keh­ren. Russ­land und die USA pla­nen der­weil, so schnell wie mög­lich wie­der Raum­fah­rer zur In­ter­na­tio­na­len Raum­sta­ti­on zu schi­cken.

DARESSALAM Die Exis­tenz ei­ner der letz­ten Volks­grup­pen von Jä­gern und Samm­lern der Welt, der Had­za in Tan­sa­nia, ist Ex­per­ten zu­fol­ge be­droht. Die Men­schen, die sich von der Jagd auf Tie­re und dem Sam­meln von Pflan­zen er­näh­ren, brau­chen für ih­re Le­bens­wei­se viel Platz. Doch we­gen des Be­völ­ke­rungs­wachs­tums brei­ten sich an­de­re Grup­pen, die et­wa Acker­bau oder Vieh­hal­tung be­trei­ben, im­mer wei­ter aus. „Das Land, von dem die Had­za ab­hän­gig sind, wird im­mer we­ni­ger“, sag­te am Don­ners­tag Chi­ra Schou­ten von der Or­ga­ni­sa­ti­on The Na­tu­re Con­ser­van­cy. „Das ist ei­ne gro­ße Be­dro­hung.“

Die afri­ka­ni­sche Volks­grup­pe der Had­za lebt in ei­nem Tal in der Nä­he des Eya­si­se­es im Nor­den Tan­sa­ni­as. Das Ge­biet liegt un­weit des bei Tou­ris­ten be­lieb­ten Ngo­ron­go­ro-Kra­ters und des Se­ren­ge­ti-Na­tio­nal­parks. Die Had­za bie­ten ei­nen Ein­blick in die Art und Wei­se, wie Men­schen vor Zehn­tau­sen­den von Jah­ren, vor dem Be­ginn des Acker­baus, leb­ten. Die Män­ner ja­gen Wild mit Pfeil und Bo­gen, die Frau­en zie­hen in die Na­tur und sam­meln Pflan­zen und Früch­te. Mo­der­ne Tech­no­lo­gi­en zum Ge­win­nen von Le­bens­mit­teln gibt es nicht. Und vor al­lem pla­nen sie kaum für die Zu­kunft und la­gern kei­ne Nah­rungs­mit­tel, wie Schou­ten er­klärt. Den Er­kennt­nis­sen ih­rer Or­ga­ni­sa­ti­on nach gibt es heu­te noch 1000 bis 1500 Had­za.

„Die Be­dro­hung für die Exis­tenz die­ser Grup­pe be­steht im­mer“, sag­te Schou­ten. Wenn ihr Land nicht aus­rei­chend ge­schützt wird, könn­te das ih­re Le­bens­wei­se ge­fähr­den. Zu­sam­men mit an­de­ren Or­ga­ni­sa­tio­nen hat sich The Na­tu­re Con­ser­van­cy nach ei­ge­nen An­ga­ben et­wa da­für ein­ge­setzt, dass den Had­za das Recht für ihr Land über­tra­gen wird. Heu­te be­trägt dies laut Schou­ten et­wa 35 000 Hekt­ar. Der­zeit ver­su­che man, den Had­za noch mehr Land zu si­chern. „Das wird zu­neh­mend schwer, da die Be­völ­ke­rung in Tan­sa­nia wei­ter wach­sen wird“, sag­te sie.

Fo­to: Ste­fan Klei­no­witz/ZU­MA Wire/dpa

Sie le­ben vom Ja­gen und vom Sam­meln von Früch­ten. Aber für die Had­za wird es eng.

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