Die Mi­schung macht's!

ERFOLG Magazin - - Story -

Das Le­ben po­si­tiv se­hen? Ein­spruch, Eu­er Eh­ren!

Kein Mensch kommt als Op­ti­mist oder Pes­si­mist zur Welt. We­der Op­ti­mis­mus noch Pes­si­mis­mus wird uns in die Wie­ge ge­legt. In der Kind­heit er­scheint uns die Welt, als ein Ort un­be­grenz­ter Mög­lich­kei­ten, ein Ort oh­ne Gren­zen, ein Ort wo al­le Träu­me in Er­fül­lung ge­hen kön­nen. Kin­der zwei­feln nie. Sie sind fel­sen­fest da­von über­zeugt, dass sie “wenn ich ein­mal groß bin” As­tro­naut, Feu­er­wehr­mann, Pi­lot, Arzt oder Su­per­held wer­den. Doch mit dem Äl­ter­wer­den durch­le­ben sie ei­nen Wan­del. Pes­si­mis­mus wird er­lernt – oft durch die Er­fah­rung der Hilf­lo­sig­keit. Plötz­lich wird die bun­te Welt grau. Denn das rea­le Le­ben ist ein Po­ny­hof: Über­all Mist und je­der er­zählt dir was vom Pferd. Ist das Le­ben al­so ein har­ter Kampf in dem Träu­me kei­nen Platz ha­ben oder müs­sen wir ein­fach rei­ten ler­nen, um auf dem Po­ny­hof zu­recht zu kom­men?

Ei­ne ech­te Op­ti­mis­tin, die auch rei­ten kann ist: Han­ne Bren­ner, Dres­sur­rei­te- rin im Be­hin­der­ten­reit­sport, die von sich selbst sagt: „Mein Op­ti­mis­mus ist ziem­lich un­er­schüt­ter­lich…“

Woo­dy Al­len hin­ge­gen ist ein be­ken­nen­der Pes­si­mist und Neu­ro­ti­ker. Sag­te er doch einst: „In ei­ner Ehe kann man zu zweit Pro­ble­me lö­sen, die man al­lei­ne nie ge­habt hät­te.“

Ein, den Pes­si­mis­ten zu­ge­ord­ne­ter Denk­feh­ler, ist der „ne­ga­ti­ve Bi­as“– die ne­ga­ti­ve Vor­ein­ge­nom­men­heit. Das be­deu­tet, dass man­che Ge­hir­ne ei­ne Vor­lie­be für schlech­te Nach­rich­ten ha­ben. Es spei­chert Ne­ga­ti­ves, Miss­glück­tes bes­ser ab und kramt es auch schnel­ler wie­der her­vor als neu­tra­le oder po­si­ti­ve Er­leb­nis­se. Men­schen, die auf den ne­ga­ti­ve Bi­as „rein­fal­len“be­grün­den das mit Ar­gu­men­ten wie: Wenn ich nicht viel er­war­te, wer­de ich auch nicht ent­täuscht und bin dann po­si­tiv über­rascht, wenn es doch gut wird. Wird die­ser Rea­lis­mus als Vor­wand ge­nom­men? Als ein Ver­steck vor den Mög­lich­kei­ten?

Das Zau­ber­wort lau­tet: Be­wuss­te Ent­schei­dung

Mei­ne Emp­feh­lung lau­tet: Pes­si­mis­ti­scher Op­ti­mis­mus! Ent­schei­den Sie sich be­wusst für ei­ne op­ti­mis­ti­sche Le­bens­ein­stel­lung. Su­chen sie neue Chan­cen, Lö­sun­gen und hal­ten Sie den Pes­si­mis­ten als Part­ner an Ih­rer Sei­te, da er Ih­nen Hür­den auf­zeigt, die Sie be­wäl­ti­gen müs­sen. So lau­fen sie nicht „op­ti­mis­tisch ver­strahlt“durch das Le­ben, son­dern rea­lis­tisch-po­si­tiv. Letzt­lich gilt nur ei­ne Prä­mis­se. Sind Sie glück­lich mit Ih­rer Art des Le­bens? Woo­dy Al­len hat aus sei­nem Pes­si­mis­mus sei­ne Krea­ti­vi­tät ge­zo­gen, tol­le Fil­me ge­macht und Satiriker hät­ten wohl oh­ne die ne­ga­ti­ve Sicht der Din­ge we­nig Mög­lich­kei­ten für Hu­mor.

Han­ne Bren­ner sagt von sich, sie sei ei­ne un­er­schüt­ter­li­che Op­ti­mis­tin. Mei­ner Ana­ly­se zur Fol­ge lebt sie sehr er­folg­reich den „pes­si­mis­ti­schen Op­ti­mis­mus“, in­dem sie selbst sagt: „Ich ha­be mir im­mer rea­lis­ti­sche Zie­le ge­setzt und dann al­les ge­ge­ben, um sie zu er­rei­chen. Des­halb war ich nur ganz sel­ten ent­täuscht, son­dern viel öf­ter über­rascht, et­was Tol­les ge­schafft zu ha­ben.“

Ih­re in­ne­re Ein­stel­lung und Ih­re Sicht­wei­se be­züg­lich des Le­bens ent­schei­den, ob Sie zu den glück­li­chen „pes­si­mis­ti­schen Op­ti­mis­ten“oder zu den un­glück­li­chen Pes­si­mis­ten zäh­len.

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