Zuf­rie­den­heit ist ei­ne Lü­ge

ERFOLG Magazin - - Einstellung -

Soll ich Ih­nen sa­gen, was ich per­sön­lich vom „ed­len“Be­griff der Zuf­rie­den­heit hal­te? Gar nichts! Mei­ner Mei­nung nach ist Zuf­rie­den­heit nur ein an­de­res Wort für Faul­heit und Gleich­gül­tig­keit. Wir rich­ten uns im ver­meint­lich Gu­ten ein und glau­ben dann, Zuf­rie­den­heit sei et­was Po­si­ti­ves. Tat­säch­lich ist Zuf­rie­den­heit aber Still­stand. Und aus Still­stand kann nichts ent­ste­hen. Men­schen, die sich als ab­so­lut zu­frie­den be­zeich­nen, möch­ten in Wahr­heit kei­ne Ver­ant­wor­tung für sich und ihr Le­ben über­neh­men und sie scheu­en Ri­si­ken. Da­mit be­rau­ben sie sich der Mög­lich­keit, sich wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Wis­sen Sie, was er­folg­rei­che Men­schen ge­mein­sam ha­ben? Ihr An­trieb ist die Ve­rän­de­rung. Er­folg­rei­che Men­schen ha­ben in ih­rem Le­ben ei­nen Punkt er­reicht, an dem sie un­zu­frie­den wa­ren. Und sie ha­ben die­sen Punkt als Weck­ruf ver­stan­den. Un­zu­frie­den­heit ist ei­ne Chan­ce auf den Er­folg. Auch ich, Grün­der und al­lei­ni­ger In­ha­ber zwei­er glo­bal sehr er­folg­rei­cher Un­ter­neh­men, wür­de mich auch heu­te nicht als zu­frie­den be­zeich­nen. Ich bin nicht satt vom Er­folg oder trä­ge ge­wor­den, son­dern hung­rig! Hung­rig zu sein, be­deu­tet, nach vor­ne zu bli­cken und be­reit zu sein, Din­ge zu än­dern, de­nen man kri­tisch ge­gen­über­steht. Es ist viel­mehr so, dass ich Dank­bar­keit für das emp­fin­de, was ich ha­be und was ich bis­her er­rei­chen konn­te: Ge­sund­heit, Fa­mi­lie, fi­nan­zi­el­le Un­ab­hän­gig­keit, Selbst­be­stim­mung und be­ruf­li­chen Er­folg. Dank­bar­keit ist für mich der ei­gent­li­che Schlüs­sel zum Glück. Zuf­rie­den­heit hal­te ich als Be­griff für ir­re­füh­rend, fast schon ge­fähr­lich. Wäh­rend mei­ner Tä­tig­keit als welt­weit agie­ren­der Top Exe­cu­ti­ve Coach und Ver­hand­lungs­trai­ner, bin ich mit vie­len Men­schen zu­sam­men­ge­kom­men, die bis zu ei­nem be­stimm­ten Grad hung­rig wa­ren und kon­ti­nu­ier­lich nach vor­ne gin­gen. Als es ei­ni­gen von ih­nen dann gut zu ge­hen schien, be­gin­gen sie den größ­ten Feh­ler, den Er­folgs­men­schen über­haupt be­ge­hen kön­nen: Sie ha­ben sich zu­rück­ge­lehnt, sind faul ge­wor­den, ha­ben sich nicht mehr wei­ter­ent­wi­ckelt. Sie sind ste­hen­ge­blie­ben ... und letzt­lich al­le­samt „zu­frie­den“ein­ge­gan­gen.

War­um Gier gut ist

Für mich ist Gier ei­ne Stei­ge­rungs­form von Hun­ger. Gier lässt uns nach vor­ne bli­cken. Sie treibt uns zum Han­deln an, so­wohl im Bu­si­ness als auch in der Lie­be, im Sport oder wenn wir et­was Neu­es ler­nen. Gier bringt uns da­zu, Ent­beh­run­gen auf uns neh­men, Rück­schlä­ge zu ver­kraf­ten, un­se­re letz­ten Ener­gie­re­ser­ven frei­zu­set­zen.

Gier ist un­ser Mo­tor. Sie treibt uns an, ste­tig an uns zu ar­bei­ten, um im­mer bes­ser zu wer­den und das schein­bar Un­mög­li­che ir­gend­wann doch mög­lich zu ma­chen.

Gier ist die Fein­din der Zuf­rie­den­heit. Sie schützt uns da­vor, dass wir uns zu­rück­leh­nen, die Au­gen schlies­sen und in selbst­herr­li­cher Träg­heit ver­wel­ken.

Gier macht süch­tig. Wenn Sie ein­mal wie ich er­lebt ha­ben, wie sich Er­folg an­fühlt, den Sie durch Gier ge­schaf­fen ha­ben, kön­nen Sie sich nicht mehr vor­stel­len, in der Be­deu­tungs­lo­sig­keit un­ter­zu­ge­hen. Aber: Gier al­lein macht uns ka­putt. Kop­peln Sie Ih­re Gier UN­BE­DINGT mit Dank­bar­keit. Als Er­folgs­mensch geht es Ih­nen nicht dar­um, auf Kos­ten an­de­rer vor­an­zu­kom­men. Es geht Ih­nen dar­um, aus sich das Bes­te her­aus­zu­ho­len!

Gier ist an­ste­ckend!

Hal­te dich von zu­frie­de­nen Men­schen fern. Tu dich statt­des­sen mit an­de­ren Gie­ri­gen zu­sam­men! Über­le­gen Sie: Wie kön­nen Sie sich wei­ter­ent­wi­ckeln, wenn Sie un­ter lau­ter zu­frie­de­nen, oder sat­ten Men­schen le­ben? Wie kön­nen Sie mehr leis­ten und Spass an Ih­rer Ar­beit ha­ben, wenn Ih­re Kol­le­gen nach der De­vi­se ar­bei­ten „Das reicht mir so. Ich ma­che so wei­ter“? Und schlim­mer noch: Wenn Sie selbst er­folg­reich sind, was treibt Sie an un­ter lau­ter Zu­frie­de­nen? Ich ver­ra­te es Ih­nen: Gar nichts! Eher brin­gen Sie ei­nem Baum das Spre­chen bei als dass es Ih­nen ge­lingt, fau­le, selbst­ge­fäl­li­ge – al­so zu­frie­de­ne – Men­schen an­zu­trei­ben. Hal­ten Sie sich von Zu­frie­de­nen fern! Ich mei­ne das genau so, denn die Zu­frie­de­nen wer­den im­mer ver­su­chen, Sie aus­zu­brem­sen, denn Sie stö­ren de­ren Ru­he. Wenn Sie nicht aus­ge­grenzt, dis­kre­di­tiert und in man­chen Fäl­len so­gar re­gel­recht ge­mobbt wer­den möch­ten, dann schlies­sen Sie sich mit den Men­schen zu­sam­men, die wie Sie vor­wärts­kom­men möch­ten – mit an­de­ren Gie­ri­gen eben.

Spie­gel-best­sel­ler­au­tor („Die Kar­rie­re­sau“), ge­hört welt­weit zu den füh­ren­den Ver­hand­lungs­stra­te­gen und Top Exe­cu­ti­ve Coa­ches. Sein Mo­ti­va­tions-pod­cast „ER­FOLG IST KEIN ZU­FALL“er­reicht wö­chent­lich un­zäh­li­ge Hö­rer und ge­niesst Kult­sta­tus.

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